Wenn Bäume miteinander sprechen

Bäume sprechen miteinander

Kennen Sie dieses Sprichwort?

Mittlerweile könnte man ihm aber noch eine andere Bedeutung geben: Trotz vieler Bäume, ist es kein Wald (mehr).

Zumindest keine Urwälder mehr, Wälder, in denen wir Menschen noch keinen Schaden angerichtet haben.

Das, was wir als Wald kennen, ist eigentlich nur mehr ein Zuchtwald und hat mit echten Wäldern wenig zu tun.

 

Wie schon in seinem ersten Buch „Der Wald – ein Nachruf“ (unter dem Link finden Sie den Artikel zum Buch) schreibt Förster Peter Wohlleben seinem neuesten Buch „Das geheime Leben der Bäume“ über die Entdeckung einer verborgenen Welt – Wie Bäume fühlen und wie sie miteinander kommunizieren.

 

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Netzwerken – ein funktionsfähiges System der Bäume

Peter Wohlleben schöpft aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Förster und zeigt uns den Wald von einer völlig neuen Seite.

Auch sein neues Buch ist informativ und unterhaltsam.

Ein Buch über Bäume und Wälder, das uns das Staunen über die Wunder der Natur lehrt.

Er schreibt: „Vor Jahren stieß ich in einem der alten Buchenwaldreservate meines Reviers auf eigenartig bewusste Steine. Die Form war merkwürdig, leicht gebogen mit Hohlräumen, und als ich das Moos etwas anhob, entdeckte ich darunter Baumrinde. Es war also doch kein Stein, sondern altes Holz. Und da solches von Buchen auf feuchtem Boden innerhalb weniger Jahre verfault, war ich überrascht, wie hart das Stück war. Vor allem aber ließe sich nicht hochheben, war offensichtlich fest mit dem Erdreich verbunden mit dem Taschenmesser schaute ich vorsichtig ein bisschen von der Rinde herunter, die sich auf eine grüne Schicht stieß. Grün? Diesen Farbstoff gibt es nur als Chlorophyll, wie es in frischen Blättern vorkommt und als Reserve auch in den Stämmen lebendiger Bäume gespeichert wird. Das konnte nur bedeuten, dass dieses Holzstück doch noch nicht tot war!

Die übrigen „Steine“ ergaben rasch ein logisches Bild, da sie in einem Kreis mit anderthalb Meter Durchmesser standen. Es handelte sich um die knorrigen Reste eines riesigen, uralten Baumstumpfs. Nur der ehemalige Rand war noch rudimentär vorhanden, während das Innere längst vollständig zu Humus verfault war – ein klares Indiz dafür, dass der Stamm schon vor 400-500 Jahren gefällt worden sein musste. Doch wie konnten sich die lebendig lebenden Überreste so lange halten?

Dieses Exemplar bekam Unterstützung von den Nachbarbäumen, und zwar mithilfe von Wurzeln.

Eines war klar: Die umgebenden Buchen pumpten ihm Zuckerlösung hinüber, um ihn am Leben zu erhalten.

Dass Bäume sich über die Wurzeln zusammenschließen, kann man manchmal an Wegen und Böschungen sehen.

Dort wird die Erde vom Regen weggespült und legt das unterirdische Netzwerk frei. Dass es wirklich ein verflochtenes System ist, dass die meisten Individuen einer Art und eines Bestandes miteinander verbindet, haben Wissenschaftler in Harz herausgefunden der Austausch von Nährstoffen, die Nachbarschaftshilfe im Notfall, ist anscheinend die Regel und führt zu der Feststellung, dass Wälder Superorganismen sind, also ähnliche Gebilde wie etwa ein Ameisenhaufen.“

 

Baumknigge und die Sprache der Bäume

Lesen Sie weiter in dem Buch über die Sprache der Bäume und wie sie sich miteinander unterhalten.

„Halt!“, denken Sie, „wie kann es sein, dass Bäume sich miteinander unterhalten?“

Nun, zu hören jedenfalls ist nichts, denn sie unterhalten sich definitiv leise.

Sie machen sich auch anders bemerkbar: durch Duftstoffe.

Duftstoffe als Sprache?

Duftstoffe als Ausdrucksmittel?

Das ist auch bei uns Menschen nicht unbekannt, manche Menschen können wir einfach nicht riechen, andere hingegen ziehen uns durch ihren Duft stark an. Wir besitzen demnach auch eine geheime Duftsprache, und das können Bäume auch vorweisen.

„Mittlerweile vier Jahrzehnte alt ist eine Beobachtung diesbezüglich aus den Savannen Afrikas. Dort fressen die Giraffen an Schirmakazien, was diesen überhaupt nicht gefällt. Um die großen Pflanzenfresser wieder loszuwerden, lagen die Akazien innerhalb von Minuten Giftstoffe in die Blätter ein. Die Giraffen wissen das und ziehen zu den nächsten Bäumen. Die nächsten? Nein, zunächst lassen sie etliche Exemplare links liegen und beginnen erst nach etwa 100 m erneut mit der Mahlzeit. Der Grund ist verblüffend: die betreffende Akazien verströmt einen wahren Gas (in diesem Fall Ethylen), welches den Artgenossen der Umgebung signalisiert, das Unheil naht. Daraufhin lagen gern alle Individuen ebenfalls Giftstoffe ein, um sich vorzubereiten. Giraffen kennen dieses Spiel und ziehen daher etwas weiter über die Savanne, wo sie ahnungslose Bäume finden. Oder aber sie arbeiten gegen den Wind…“

 

Die Baumknigge oder: Nur ein gerader Baum ist ein guter Baum

Wussten Sie zum Beispiel das ein folgsames ausgewachsenes Laubbaum-Exemplar wie folgt aussieht: es hat einen schnurgeraden Stamm gleichmäßigen inneren Verlauf der Holzfasern. Wurzeln bereiten sich schön symmetrisch nach allen Richtungen aus und streben unter dem Baum in die Tiefe. Die seitlichen Äste am Stamm waren in der Jugend sehr dünn sind nun längst abgestorben und wurden mit frischer Rinde und neuem Holz verschlossen, sodass sich eine lange, glatte Säule präsentiert.

Und wozu das ganze? Sind Bäume etwa heimliche Ästheten? Das kann ich Ihnen leider auch nicht sagen, aber für das ideale Aussehen gibt es einen guten Grund: die Stabilität.“

 

Fazit, was für uns zu tun ist

„Angesichts einer Zeit dramatische Umbrüche für unsere Umwelt nimmt die Sehnsucht nach intakter Natur zu.

Der Wald gilt im dicht besiedelten Mitteleuropa als letzte Zuflucht für Menschen, die ihre Seele in unberührter Landschaft baumeln lassen wollen doch unberührt ist bei uns mittlerweile gar nichts mehr.“, schreibt Peter Wohlleben, der die Wälder heutzutage eher als Platanenplantage sieht, die von Bäumen einer Art und eines Alters geprägt sind.

Er bedauert, dass so etwas kaum mehr Wald genannt werden kann.

Er schreibt auch: „grundsätzlich ist es so, dass die Rückentwicklung zum Urwald umso heftiger vonstatten geht, je weiter entfernt das Schutzgebiet von natürlichen Gleichgewicht ist. Der extremste Gegensatz wäre ein Acker mit blanken Boden, gefolgt vom heimischen Rasen, der wöchentlich gemäht wird. Do in vielen Gemeinden wird nun auch schon darüber gesprochen, wieder Urwälder gedeihen zu lassen – freilich ist das noch ein weiter Weg! Doch auch hier können wir unterstützen, wir können es weitersagen, Urwälder fordern und unsere Beziehungen an richtiger Stelle spielen lassen, damit wir rasch wieder unsere „hölzernen Klimaanlagen“ und CO2-Staubbsauger“ wiederbekommen…

 

Buchtipp:

Das geheime Leben der BäumeBäme fühlen, sprechen miteinander und sind im Netzwerk verbunden.
Von Peter Wohlleben
Verlag Ludiwg
ISBN 978-3-453-28067-0

 

Bilderverzeichnis

  • Bäume sind lebendige Lebewesen: Verlag Ludwig
  • Bäume sprechen miteinander: FelixMittermeier | pixabay

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