Unterwegs – 5 Arten, die Heldenreise von deinem Leben zu gehen

Ich lade dich herzlich dazu ein, dieses Schema nicht als bloßes theoretisches Konstrukt in eine der vielen Schubladen zu legen. 

Dort, wo vielleicht schon der eine oder andere Schatz unbenützt sein Dasein im Verborgenen fristet ...

Sondern es ganz praktisch in deinem Alltag zur Anwendung zu bringen. Und dabei staunend zuzuschauen, wie sich dein Leben dadurch verändert. 

Dazu gibt es am Schluss auch noch einige Tipps ...

Ebene 1: Das Tal der Tränen

Auf dieser Ebene lebst du in deinem Mangelbewusstsein. Die Welt erscheint als ein feindlicher Ort. Du bist ausschließlich von Tätern umgeben. Du bist das Opfer. Du bist eingezwängt in ein Korsett aus Leid und Ängsten. Dieses Korsett ist so eng, dass es dir die Luft zum Atmen raubt.

Es gibt zwei Hauptmuster, nach denen die meisten Menschen auf diesen Zustand reagieren:

  1. die depressive Reaktion: Du igelst dich ein und gehst körperlich, emotional und seelisch in eine embryonale Schutzhaltung. Du verfällst in eine Schockstarre und fühlst dich ohnmächtig und handlungsunfähig. Kein Silberstreif ist am Horizont sichtbar. Die einzige Option, die dir in dieser Situation möglich erscheint, ist: Ich gebe auf.
  2. die aggressive Reaktion: Du schlägst wild um dich. Ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, wen deine Schläge treffen und was sie bewirken. Du kannst nichts mehr hören, du schreist nur noch. Und du tust das nicht aus Bosheit, sondern weil du dadurch nichts mehr fühlen musst. Vielleicht hört die Hölle ja auf zu existieren, wenn du alles kurz und klein geschlagen hast.

Sätze, die in dieser Phase in deinem inneren Dialog auftauchen können:

  • Alle sind gegen mich.
  • Alles ist xyz‘s Schuld.
  • Ich bin immer das Opfer.
  • Ich bin so arm.
  • Ich kann nichts dafür.

Das Bild des Lebens:

  • Feindlich. Ein kosmisches „Straflager“.

Ebene 2: Das Schlachtfeld

Alles was du tust, ist anstrengend, mühevoll und kraftraubend. Du ziehst und schiebst und schleppst dich ab. Am Ende des Tages fühlst du dich ausgebrannt und leer, und alles tut dir weh. Die Welt ist aber nicht mehr ausschließlich feindlich. Irgendwo gibt es das Wahre, Gute und Schöne. Nur: leider bist du dort noch nicht.

Du musst kämpfen, dich abrackern und plagen - und dann, vielleicht, irgendwann, wirst du dir das, wonach du dich so sehr sehnst, erkämpft haben. Es gibt die Guten, die dich in deinem Kampf unterstützen, und die Bösen oder „das Böse“, das aus dem Weg geräumt werden muss. Der Weg ist voll von scheinbar unüberwindlichen Hindernissen. Es herrscht Krieg.

Deine Körperhaltung in dieser Phase ist häufig verkrampft und verspannt, müde und völlig erschöpft. Nach unruhigem Schlaf fühlst du dich kaum erholt und schleppst dich mühevoll in einen neuen Tag.

Sätze, die in dieser Phase in deinem inneren Dialog auftauchen können:

  • Die meisten Menschen sind Idioten.
  • Ich habe so viel Stress und stehe furchtbar unter Druck.
  • Ich habe nie Zeit.
  • Ich bin überfordert.
  • Alles treibt mich in die Erschöpfung.

Das Bild des Lebens:

  • Das Leben ist hart.
  • Der Mythos des Syssiphus.

Ebene 3: Fantásien

Auf den ersten Blick ist das Betreten dieses Wunderlands ein riesengroßer Schritt der Erleichterung. Allerdings gibt es in diesem Land auch ein paar trickreiche Fallen, auf die man aufpassen sollte.

Gut und Böse, erstrebenswerte Dinge und solche, denen du ausweichen willst - das hast du in dieser Phase für dich fein säuberlich sortiert. Du nimmst deinen Status quo als „ganz ok“ wahr - wenigstens den überwiegenden Teil deiner Aufenthaltszeit in diesem Reich. Alles „geht so halbwegs“.

Aber die Erfüllung deiner Träume, die Befreiung aus all deinen Verstrickungen, das Glück, die Entfaltung deines Potenzials - das alles liegt noch ganz klar in der Zukunft. Du erledigst deine Jobs, aber du sehnst dich nach der nächsten Pause, dem kommenden Wochenende, dem Sommerurlaub... Du funktionierst. Und dein Innenleben fühlt sich oft um einiges leidvoller an, als du es im Außen zeigst.

Was fehlt ist das Feuer in deinen Augen, die Aura der Begeisterung, mit der du auch andere ansteckst, tiefer innerer Frieden, der sich in unerschöpflicher Energie zum Ausdruck bringt. All das ersehnst du dir - aber tatsächlich vorhanden ist es noch nicht.

Manchmal bist du halbwegs entspannt und kannst in der Hängematte deiner Visionen schaukeln, manchmal läufst du wie ein Esel der Karotte hinterher, die immer gerade nicht erreichbar vor deiner Nase zu baumeln scheint. Und wenn du endlich einmal ein Teilziel, das du angestrebt hast, erreichst, erscheinen dafür drei neue am Horizont.

Du wirkst in dieser Phase deines Lebens sehr oft wahnsinnig geschäftig und angetrieben. Manchmal entspannst du auch. Aber irgendwie bist du in beiden Fällen irgendwie nicht zu 100 % anwesend, so als wäre ein Teil von dir immer irgendwo anders.

Die große Falle von Fantásien:

Während in den ersten beiden Phasen der Leidensdruck irgendwann so hoch wird, dass du fast zwangsläufig in Bewegung kommst und den nächsten Gang einlegst, kannst du hier praktisch unbegrenzt steckenbleiben. Es braucht Mut, um von hier aufzubrechen. 

Wenn du bereit bist, dich aus diesem Kreislauf des Wünschens und der Illusionen herauszulösen, bist du ein Held, eine Heldin. Der Weg, der jetzt beginnt, ist keine breite Autobahn. Er erfordert eine aktive Entscheidung. Der Ruf, sich auf diesen Weg zu begeben, begegnet wohl jedem von uns immer wieder. Das Leben inszeniert uns immer wieder neue Situationen, in denen wir mit unseren Grundthemen konfrontiert werden.

Wird der Ruf abgelehnt, so verstärkt das Leben die Intensität der Aufforderung häufig. Schwierige, leidvolle Lebenssituationen werden reinszeniert. Partnerschaften und berufliche Situationen werden beendet - und in der Neuauflage zeigt sich das Thema auf wundersame Art und Weise aufs Neue. Über lange Strecken ist es möglich, sehr laute und deutliche Signale zu ignorieren.

Wenn du diese Zeilen liest, ist die Wahrscheinlichkeit, dass du bereit bist, den Ruf zu hören sehr groß.

Daher: Willkommen im Club. 

Die Schwelle ist bereit, überschritten zu werden. Bist du es auch?

Sätze, die in dieser Phase in deinem inneren Dialog auftauchen können:

  • Es ist alles soweit ok. Aber wenn endlich xyz passiert, dann...
  • Dieses Hindernis blockiert mich noch. Wenn das einmal weg ist, dann...
  • Ich freue mich schon so auf...
  • Wenn ich meine Traumpartner*in gefunden habe,...
  • Wenn die Kinder aus dem Haus sind,...
  • Wenn meine Partner*in endlich verstanden hat, dass...
  • Wenn ich meine Beförderung in der Tasche habe,...
  • Wenn ich in Pension bin, ...

Das Bild des Lebens:

  • Bald wird alles besser.
  • Der Esel mit der Karotte vor der Nase.

Ebene 4: Held*innen auf Pilgerschaft

Wenn du dich mit dem Modell der „5 Betriebsmodi“ auseinandersetzt und die einzelnen Phasen fühlen kannst, dann ist das mit großer Wahrscheinlichkeit der Gang, den du einlegen willst. Das Mindset der Phasen 1 - 3 kann dich daran hindern, in diesem Modus zu fahren - es erfordert eine aktive und bewusste Entscheidung, das Akzeptieren des Rufs und das bewusste Überschreiten der Schwelle, um den Weg der Held*innen zu betreten. Es ist eine Art von Eigeninitiation, die dafür erforderlich ist, eine Selbstermächtigung, für die du dir zwar im Außen Unterstützung holen kannst - dennoch ist das immer ein Schritt, den du selbst setzen musst. Niemand kann das für dich tun.

Diese inneren Pilgerschaft ist ein kollektives, archetypisches Bild, das in allen Zeiten und Kulturen auftaucht. Die Heldenreise von Joseph Campbell ist eine ausgezeichnete Beschreibung dafür und lässt sich in ihren verschiedenen Weiterentwicklungen als hervorragende Landkarte für die individuelle Reiseplanung einsetzen.

In dieser Phase realisierst du, dass du genau dort, wo du bist, am für diesen Zeitpunkt perfekten Ort bist, und du erkennst, dass das auch in Phase 1 -3 schon immer so war. Dein Leben macht Sinn, du hast eine Vision und verfolgst deine Herzensziele.

Es ist nicht immer alles eitel Wonne und Sonnenschein, und von Zeit zu Zeit regredierst du in frühere Phasen. Jedoch ein Teil von dir schaut dir dabei zu, und du kehrst immer wieder und immer schneller zurück. Du handelst aus einer inneren Ruhe heraus. Du kennst deine Stärken und deine Schwächen.

Du hast „Charisma“ - das heißt, du hast dich von der Herde abgesetzt und gehst deinen Weg auf deine eigene Art und Weise. Du wählst deine Weggefährt*innen, freust dich am Abenteuer des Lebens und bist dankbar für alle Erfahrungen und Lektionen, die du
meistern darfst. Alles, was am Wegrand auftaucht, ist willkommen, dient dir und auch du dienst dem großen Ganzen.

Sätze, die in dieser Phase in deinem inneren Dialog auftauchen können:

  • Alles, was in meinem Leben passiert, hat einen Sinn.
  • Ich bin die Meister*in meines Lebens.
  • In meinem Kern bin ich perfekt.

Das Bild des Lebens:

  • Das Leben ist eine Held*innenreise.

Wo bist du gerade unterwegs?

Vermutlich hast du beim Lesen der Beschreibungen der ersten 4 Betriebsmodi schon den ein- oder anderen Wiedererkennungseffekt gehabt. Und wie bei jeder Reise ist es sinnvoll, sich nicht nur im Klaren darüber zu sein, an welches Ziel wir wollen, sondern auch, wo unser Startpunkt ist. Die erste Aktion, die ein GPS-Gerät macht, bevor es die Route zum Ort deiner Sehnsucht berechnen kann, ist die Bestimmung deines Standorts.
Nimm dir dafür ein wenig Zeit.

Es ist durchaus möglich, dass du dich in den verschiedenen Bereichen deines Lebens in unterschiedlichen Ebenen wiederfindest. Vielleicht bist du partnerschaftlich auf Level 4 unterwegs, deine Finanzen sind ein Schlachtfeld und beruflich träumst du schon seit geraumer Zeit in Fantásien herum. Es kann sein, dass du dich an manchen Stellen in Bewegung fühlst, an anderen steckst du möglicherweise schon längere Zeit fest. Und vielleicht fühlen sich manche Themen so an, als wärst du von einem „höheren“ Level wieder in einen niedrigeren zurückgefallen.

Eine wichtige Erkenntnis, die ich schon an dieser Stelle mit dir teilen möchte, ist: Das ist völlig normal. Es ist kein Defekt, kein Defizit, kein Makel. Das ist das Leben. Die Stellen, an denen du stehst, sind genau die Stellen, an denen sich dein Leben im Augenblick abspielt. Und das ist auch genau richtig so.

Ich lade dich an dieser Stelle ein, dir die verschiedenen Themenfelder, die dir in deinem Leben gerade wichtig sind, zu reflektieren, und sie in dieses Modell einzuordnen.

Bereiche, die du dir dabei anschauen könntest:

  • Körper/Gesundheit/Fitness
  • Liebe & Partnerschaft
  • Beruf/Berufung
  • Fülle/Finanzen
  • spirituelles Wachstum
  • Freundschaften/soziales Umfeld - ...

Mach dir bei dieser Übung bewusst: 

Es geht nicht um Bewertungen und nicht um einen Wettbewerb. Der klare Blick ist nicht immer nur angenehm - und doch ist er der erste und wichtigste Schritt, um dort hin zu gelangen, wo du hin möchtest. Und in dieser Phase ist es auch noch nicht wichtig, das du dir Gedanken darüber machst, wie du von A nach B gelangen kannst. Das kommt später.

Manchmal fühlt sich das Leben leicht an. Alles gelingt. Die Sorgen, die dich gestern noch belastet haben, treten in den Hintergrund, obwohl sich möglicherweise an der realen Situation gar nicht so viel verändert hat. Und dann gibt es wieder diese Tage, an denen du am liebsten im Bett bleiben und die Decke über den Kopf ziehen würdest. Du bist ein Opfer der Umstände und hast eigentlich keine Chance. Manchmal ist das Leben ein Schlachtfeld, auf dem du kämpfen musst. Und manchmal ein Parkett, auf dem du tanzt.Ich möchte dir mit den „5 Betriebsmodi“ ein Modell an die Hand geben, das es dir ermöglicht, einzuschätzen, wo du in verschiedenen Bereichen deines Lebens in diesem Moment stehst. Schon dieser klare Blick ist meist eine große Erleichterung. Und es kommt noch besser: Mit einem guten Verständnis für diese Zusammenhänge entwickelst du auch die Fähigkeit, viel leichter zwischen diesen Ebenen des Seins zu wechseln. Du kannst dir das vorstellen wie ein 5-Gang-Getriebe, wo du die Gänge einlegst, so wie du das gerade möchtest. Bis auf die „Fünfte“. Die hat ihre eigenen Gesetze - dazu aber später.



Und wenn du mit deiner Standortbestimmung fertig bist, dann werfen wir doch auch noch einen Blick auf den geheimnisvollen 5. Gang.

Ebene 5: Beyond

Das ist der Zustand eines grenzenlosen Flows.

Du bist verbunden mit allem, und alles ist verbunden mit dir.

Manchmal gleitest du für eine kurze Zeit in diesen Zustand hinein, manchmal dauert er länger an, und in ganz besonderen Fällen kann er sich im Lebensstrom sogar stabil und dauerhaft einnisten. Das ist der Zustand, der in spirituellen Traditionen als „Erwachen“, „Erleuchtung“ oder „Befreiung“ beschrieben wird. Dein Potenzial ist vollständig erblüht. Du bis die große Stille, der unendliche Frieden - und dein Sein drückt sich dynamisch, auf deine ganz besondere Weise in der Welt aus.

In Wahrheit ist dieser Zustand mit Worten nicht zu beschreiben. Aber du wirst ihn ganz ohne Zweifel erkennen, wenn er sich einstellt.

Aus eigener Kraft erreichen, dich zu einem bestimmten Zeitpunkt dafür zu entscheiden, diesen Gang aktiv einzulegen - das funktioniert nicht. Dieser Zustand findet dich, er kommt zu dir - was du tun kannst, ist die Türen zu öffnen, alle Vorbereitungen zu treffen und deinen Held*innen-Weg in Wachheit zu gehen. Der Rest kommt - und wir wissen alle nicht, wie oder wann.

Sätze, die in dieser Phase in deinem inneren Dialog auftauchen können:

  • ...sind bedeutungslos. Dein Sein in diesem Zustand ist jenseits aller Worte.


Das Bild des Lebens:

  • Das Leben ist.

Aufbruch

Du weißt jetzt, wo du stehst.
Du weißt, wo du hinwillst.

Und vielleicht ist ja gerade jetzt auch der genau richtige Moment für einen Aufbruch in deinem Leben.

Möglichkeiten dazu, gibt es so viele. Als Einzelkämpfer*in, mit Unterstützung, in Gemeinschaft…
Du wirst deinen ganz individuellen Weg gehen.

Ich wünsche dir eine gute Reise. Mögest du immer den Wind in deinem Rücken spüren.

Eva Laspas, Herausgeberin

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Maximilian Buchmayr - Spezialist dafür, was nicht funktioniert

Maximilian Buchmayr

Experte für Potenzialentfaltung und Wunder

„Wie kann ich die Kluft zwischen Vision und Realität überwinden?”

www.glueckswege.net/

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