Liebe – hoffentlich nicht nur ein Wort

Weihnachten wird bekanntlich oft als das „Fest der Liebe“ bezeichnet. Das klingt gut und ist leicht gesagt – nur: was heißt das eigentlich ganz konkret?

Und – aus dem jahreszeitlichen Kontext herausgelöst und auf einen der vielen Facetten von Liebe beschränkt: Was heißt es denn ganz konkret, in einer Beziehung von „Liebe“ zu sprechen.

Was bedeutet es wirklich, zur Partner*in zu sagen: 'Ich liebe dich'?

Bedeutung der Liebe

Es gibt eine ganze Reihe von Wörtern, die im Prinzip recht gut klingen, aber meinem Gefühl nach doch recht oft als Etikett auf etwas geklebt werden, was mit dem Tiefengehalt, den diese Wörter haben könnten, recht wenig zu tun hat.

Freiheit, Glück, Reichtum, Spiritualität beispielsweise.

Aber ganz oben auf der Liste: Liebe

Diese Umetikettierungen passieren sicher nur selten mit einer „bösen“ Absicht, sondern eher aus einer Art von Bequemlichkeit, die es erspart, genauer hinzuschauen. Und dann möglicherweise Wahrheiten und Zusammenhänge zu erkennen, die vielleicht schmerzhaft sind und – horror of horrors – es nahelegen würden, dass es einen Veränderungsbedarf gibt. 

Wenn ich einen Blick auf die „Liebe“ zwischen Männern und Frauen werfe (und das ist selbstverständlich nicht auf heterosexuelle Partnerschaften beschränkt, sondern auf alle Beziehungsgeflechte, in denen Eros im weitesten Sinn eine Rolle spielt), dann muss diese Benennung für unglaublich viel herhalten.

Eva Laspas

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Wir sind ja alle schon viel weiter "fortgeschritten" – aber ist es wirklich so lange her, dass mit einer Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau eher eine Art von Eigentums- bzw. Besitzverhältnis gemeint war? Lies dazu auch den Artikel "Ich brauch dich so - Liebesschwur oder gefährliche Drohung".

Und ist es, ungeachtet aller Entwicklungsschritte, die wir schon gemacht haben, nicht dennoch möglich, dass der Nachhall dieser schmerzhaften Entwicklung noch in vielen Bereichen unserer Gesellschaft allzu laut zu hören ist? Hier wäre es also ehrlicher, das Wort „Liebe“ durch das Wort „Dominanz“ zu ersetzen. HERRschaft in einem Sinn, der Begegnungen in einem tieferen Sinn gar nicht zulässt.

Es sprengt den Rahmen dieser Betrachtungen natürlich bei weitem, hier eine historische oder soziologische Betrachtung machen zu wollen. Mir geht es hier mehr darum, dass wir gemeinsam ein Empfinden dafür entwickeln, wo die Verwendung des Wortes „Liebe“ einen unangenehmen Beigeschmack hat. 

Koabhängigkeit statt Liebe

Ein Beziehungsmuster, das in der Gegenwart wahrscheinlich mittlerweile viel verbreiteter ist als die „Dominanz“ ist die Koabhängigkeit. „Ich brauche dich“ – wäre hier der Satz, der eigentlich gemeint ist, wenn „Ich liebe dich“ gesagt wird. Ich brauche dich, um mein Leben erträglicher zu gestalten. Als Projektionsfläche. Als Heiler*in, als Geschäftspartner*in, als Mutter/Vater/Kinder-Ersatz, als mehr oder weniger williges Objekt, an dem ich mein Helfer*innensyndrom ausleben kann – und diese Liste kann sicher noch ziemlich lange weitergeführt werden.

Es ist ja nach meinem Dafürhalten überhaupt nichts dagegen zu sagen, wenn in einer Partnerschaft solche funktionellen Verträge geschlossen werden. Aber es ist schon sehr entspannend und klärend, wenn das in Bewusstheit, in gegenseitigem Einverständnis und auch in einer Dosis geschieht, die die Partnerschaft nicht auf diesen Aspekt reduziert. Wenigstens dann nicht, wenn es in dem, was man gemeinsam kreieren möchte, wirklich um Liebe gehen soll. 

Ich finde es schön, wenn ich einmal schwach sein darf und meine Partnerin als Stütze zur Seite weiß. Und umgekehrt kann es auch Kraft geben und für beide Seiten heilsam sein, der Starke zu sein und diese Rollen zu vertauschen. Wenn diese „Funktionalität“ in der Beziehung aber zum einzigen Bindemittel wird, das die Akteure zusammenhält, dann fehlt etwas – und zwar das, was in meinen Augen das wirkliche Wunder darstellt, das durch Worte kaum zu benennen ist.

Großer Mindshift

Wie könnte es gelingen, diese Ebene jenseits von Vertrag und Funktion zu nähren? Ich glaube, dass wir hier – sowohl in unseren individuellen Beziehungen als auch im Kollektiv – einen großen Mindshift vor uns haben. Viele der Diskussionen, die über das Mit-, Neben- oder Gegeneinander von Frau und Mann geführt werden, haben den Blick in die Vergangenheit gerichtet.

Das ist verständlich, und es war sicherlich ein ganz wichtiger Prozess, der beispielsweise in der metoo-Bewegung Missstände ans Licht gebracht hat, die unbedingt und notwendigerweise ans Licht gebracht werden mussten. Und dort, wo noch immer etwas aufzuzeigen und zu klären ist, ist dieser Prozess klarerweise auch nicht zu Ende.

Und: Es braucht darüberhinausgehend noch viel, viel mehr. Schuldzuweisungen, gegenseitiges Aufrechnen von Taten und Unterlassungen werden uns nicht dorthin bringen, wo wir doch vermutlich alle hinwollen. In eine freie Begegnung auf Augenhöhe, die so viel positives Potenzial enthält, dass wiederum die Worte versagen. Es sei denn, wenn wir dieses eine Wort in der Bedeutung verstehen, die es in der Essenz haben könnte: LIEBE.

Ich möchte dich, liebe Leserin, lieber Leser einladen, diese innere Haltung und den Weg dorthin mit Hilfe einer Meditation zu nähren und zu stärken. Es braucht innere Bilder, die manchmal so viel hilfreicher sind als intellektuelle Konzepte.

Diese Meditation habe ich sowohl aus der weiblichen als auch aus der männlichen Perspektive aufgenommen. Nimm dir 15 Minuten Zeit. Sorge für eine angenehme, entspannte Atmosphäre. Lehne dich zurück und genieße…

Hier ist der Link zur Meditation aus der weiblichen Perspektive.

Und hier vom männlichen Blickwinkel.


Viel Freude damit!

Maximilian Buchmayr - Spezialist dafür, was nicht funktioniert

Maximilian Buchmayr

Experte für Potenzialentfaltung und Wunder

„Wie kann ich die Kluft zwischen Vision und Realität überwinden?”

www.glueckswege.net/

Eva Laspas, Herausgeberin

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