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Die Bienen – das Leben – der Mensch

Bienen

 

Buchbesprechung des Buches „Die Weisheit der Bienen“ von Jack Mingo durch Eva Laspas

 

Können Sie sich vorstellen, mit sechs Beinen durchs Leben zu gehen oder gar fliegen zu können? Autor Jack Mingo gehört zu den empathischen Menschen dieser Welt und versucht oft, sich vorzustellen eine Katze oder ein Vogel zu sein. Bei einer Biene versagt sein Vorstellungsvermögen.

 

Sie haben Fühlen, die wie Antennen arbeiten, ein Paar multifunktionelle Vorderbeine und zwei Paar Hinterbeine nur zum Krabbeln. Und zwei Paar Flügel. Und das in so einem kleinen Körper und mit einer sehr kleinen Schaltzentrale (Gehirn).

Und neben dem Steuern der zwölf Körperteile bleibt noch genug Hirnmasse übrig, um zu navigieren und eine komplexe soziale Organisation zu führen.

 

„Alle Achtung!“, meint der Autor, der seit vielen Jahren Hobbyimker ist und mit seinen Bienen auf „du“ und „du“ steht. Der Bienenflüsterer, wie er sich auch gerne nennt.

 

Unterschied Biene und Wespe

Da scheinbar immer weniger Menschen den Unterschied erkennen zwischen Bienen, Wespen und Hummeln, möchte ich hier Wespe und Biene zeigen. Beiden kann man sich nähern und sie genau anschauen, wenn man weder Panik noch Angst sondern Neugierde in sich trägt. Denn wie alle Lebenwesen stechen beide nicht vorsätzlich, sondern nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Bekommen wir einen Stich ab, dann, weil sich das Tier von uns bedroht gefühlt hat. (Draufsteigen, ängstlich wacheln, es verschlucken…)

Die Panik, die bei vielen Menschen nach einem Stich auftritt, kann leicht mit einer allergischen Reaktion verwechselt werden und ebenso zu einem tödlichen Schock führen.

Erste Hilfe: Wasser trinken.

Bei jeder Art von Gefühls- oder Wahrnehmungsveränderung (verschwommenes Sehen, Kälteemfpindung am Körper, …) bitte einen Arzt aufsuchen, bzw. Rettung rufen. Betroffene bis zum Eintreffen der Rettung auf den Rücken legen, die Beine hoch, ev. Stichstelle mit einem angekauten Spitzwegerich Breitwegerichblatt belegen (Nimmt den Schmerz).

Bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage, Atemkontrolle ggf. Beatmung und Herzmassage.

 

Bienen

Biene – pelzig und runderer Leib, Flügel kürzer.

Wespe

Wespe – wenige Haare, schlanker Leib, längere Flügel.

 

Wir ziehen um – wenn Bienen auf die Reise gehen

Normalerweise ist es gefährlich, den Bienenstock zu verlassen. Wenn aber eine neue Königin bereit ist auszufliegen, um sich zu paaren, gibt es im Bienenstock ein richtiges »Hochzeitsfest«.

Die Bienen, die noch nicht fliegen können, versammeln sich um das Flugloch wie geladene Gäste, um der Königin nachzuwinken. Die flugfähigen Bienen ziehen aufgeregt Kreise über den Bienenstock. Zu diesem Zeitpunkt verlassen Tausende von Arbeitsbienen gleichzeitig den Stock. Und das hat einen besonderen Zweck:

Die große langsame Bienenkönigin dient als bestes Vogelfutter. Wenn aber Bienen zuhauf den Stock verlassen, dann hat die Königin bessere Überlebenschance. Hunderten von Arbeitsbienen schirmen die Königin vor hungrigen Vögelschnäbeln ab. Da ist sie nur eine von gut zehn tausenden und hat eine höhere Überlebenschance.

 

Bienen können auf der Decke gehen

Bienen sondern, ähnlich wie Hausfliegen und andere Insekten, eine klebrige Substanz aus den haarigen Haftlappen an den Füßen ab. Diese hilft ihnen, sich auf glatten Oberflächen fortzubewegen. Das geht aber nur bei extrem glatten Oberflächen, wie zum Beispiel Glas.

 

Meistens brauchen sie diese klebrige Substanz gar nicht. Auf rauen Oberflächen sind Bienen prima Fassadenkletterer. Sie suchen sich Spalten, Ritzen, Unebenheiten, Vorsprünge, in denen sie sich mit ihren Krallen anhalten können.

Sie haben richtig gelesen! Am Ende jedes Beins sitzen bei den Bienen spitz zulaufende Krallen, die selbst auf mikroskopisch kleinen Unebenheiten noch Halt finden. An elastischen Oberflächen, wie Blättern oder Menschen halten sie sich damit fest wie eine Katze auf dem Baum.

 

 

Verständigung zwischen den Arten

Manche Menschen denken, dass das Zusammenleben von Bienen mit anderen Tierarten (und Kindern ab einem bestimmten Alter) nicht möglich ist. Jack Mingo allerdings ist der Meinung: »Sollen Tiere und Bienen das doch unter sich ausmachen. Bienen sind normalerweise recht tolerant, wenn sie sich nicht direkt angegriffen fühlen. Beschließt ein Huhn beispielsweise, sich vor dem Flugloch zu postieren und dort auf ankommende Bienen zu warten, wird die Wächterbiene sie bedrohlich an brummen und sich dann einmal ohne Stacheln auf sie stürzen. Die meisten Tiere verstehen das und ziehen sich auf der Stelle zurück. Tun sie das nicht, ist meist nur ein Stich nötig, und der Fall hat sich für jede Tierart. Auch für Menschen, versteht sich.

 

[ctt title=”In diesem Sinn: Schützt die Bienen. ” tweet=”In diesem Sinn: Schützt die Bienen. http://ctt.ec/L8a5S+” coverup=”L8a5S”]

 

Bienenprodukte im Gesundheitswesen

Jack Mingo: „Ich würde ja gerne glauben, dass Bienen mit einer höheren Macht im Bunde stehen, um den Menschen Gutes zu tun. Und dass all ihre Produkte gesund sind, und unendlichen  therapeutischen Wert besitzen.

Ich freu mich wirklich, wenn jemand weniger leidet. Aber ich glaube von ganzem Herzen an die wunderbaren Kräfte des Placeboeffekts.«

 

Propolis

Pflanzenharz von Bäumen ist für Bienen vom großen Nutzen. Sie sammeln es, um damit kleine Öffnungen im Stock abzudichten. So halten sie die Kälte fern, aber auch Mikroorganismen und Schädlinge. Diverse Anbieter alternativ medizinischer Produkte haben sich gedacht, dass das, was gut für den Bienenstock ist, auch für Sie und mich gut sein müsse. Daher gibt es Propoliskügelchen, -tinkturen, -zahnpasta und mehr.

 

Es wäre tröstlich, zu wissen, dass Bienen als sogenanntes sechsbeinige Schamanen nur das beste, gesündeste und wunderbarste Pflanzenharz für ihr Propolis aussuchen. In Wirklichkeit sammeln sie das aber mehr oder weniger wahllos. Sie suchen nach allem, was eine bestimmte Konsistenz hat, und sich leicht verarbeiten lässt. Propolis kann also auch Teer, getrocknete Farbe, Vaseline und das klebrige Zeugs von Ameisenbarrieren enthalten, dass Menschen um dem Stamm ihrer Obstbäume streichen. Und noch so allerlei Ungesundes mehr.

 

Gelée Royal

Gelee Royal ist in verschiedenen Gesundheits- und Schönheitsmittelchen enthalten. Es ist die Nahrung, die die Arbeiterbienen in die Weißelzellen füllen. Diese Weißelzellen sind überdurchschnittlich große Wabenzellen, in der nach dem Zufallsprinzip eine gewöhnliche Larve abgelegt wird. Das Gelee Royal sorgt dafür, dass sich aus der Larve eine Königin, statt einer normalen Arbeiterbiene ausbildet.

Gelee Royal ist die Ausscheidung der Arbeitsbienen aus der Futterdrüse im oberen Halsbereich. Alle Bienen und auch die Drohnen bekommen ihren Anteil davon.

Wenn man es von den Bienen ernten will, muss man die Arbeitsbienen dazu bringen, so viele Weißelzellen wie möglich anzulegen. Diese werden mit Gelee Royal gefüllt, und eine Larve wandert hinein.

Dann entzieht man den Zellen die Flüssigkeit durch eine hyperdünne Injektionsnadel oder durch Schaffung eines Vakuums. Pro Saison kann man von jedem Bienenstock ein Pfund Gelee Royal ernten, während man künftige Königinnen der Abtreibung preisgibt.

 

Bienenwachs

Bienen verwenden Wachs zum Bau ihrer Waben. Um ein Pfund Wachs herzustellen, brauchen sie 6-10 Pfund Honig. Das Wachs entsteht aus den Wachsdrüsen an den hinteren Bauchschuppen und wird von den Bienen ausgeschwitzt. Wenn das Wachs auf über 31 °C erwärmt und von den Bienen gekaut wird, wird es weich und heller. So lässt es sich zu den bekannten Bienenwaben verarbeiten. Das Wachs selbst ist nicht so stabil, doch die  Sechseckstruktur ist leicht, effizient und lässt sich gut als Wohn- und Vorratskammer nutzen.

Die Wachsplättchen werden von den jungen Arbeiterinnen produziert, die die ersten Wochen ihres Lebens im Bienenstock verbringen. Wenn sie alt genug sind, um zu fliegen, werden die Wachsdrüsen inaktiv.

Ist viel Honig und wenig Platz zum Lagern vorhanden, wird die Wachsproduktion angekurbelt. Und das funktioniert so:

Wenn die Sammlerbienen ihren Nektar in den Honigmagen der Innendienstbienen lehren, behalten diese den Honig nicht lange für sich, sondern lagern ihn umgehenden in leere Zellen.

Gibt es aber keine leeren Zellen mehr, und der Honigmagen der Arbeitspläne ist voll, regt das die Wachsdrüsen zur Produktion an.

Die Bienen scheiden dann Wachsplättchen um Wachsplättchen aus, die über den ganzen Stock verteilt werden. Das wiederum regt die anderen Bienen dazu an, daraus neue Zellen zu bauen. Und das geht so lange weiter, bis wieder genügend Lagerraum vorhanden ist.

Bienen tragen mehr für unsere Gesundheit, Ernährung und Wohlergehen bei als jedes andere Wesen. Wir wissen: Wenn es den Bienen gut geht, geht es auch den Menschen gut.

 

 

Buchtipp:

Die Weisheit der Bienen
Jack Mingo
ISBN 978-3-442-15899-7
Verlag Goldman

 

 

Bilderverzeichnis

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