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Achtsamkeit im Alltag – so verändern wir nachhaltig unsere Sicht auf die Welt

Achtsamkeit im Alltag

Ihr/e Partner/in sagt etwas zu Ihnen.

Socken, Zahnpasta, Autoschlüssel …

Vielleicht fühlen Sie sich gemaßregelt?

Wie reagieren Sie?

Sind Sie defensiv? Trotzig? Gehen Sie zum Gegenangriff über?

Wie auch immer Sie reagieren – Sie haben mehrere Möglichkeiten.

Wahrscheinlich haben Sie ein für Sie „typisches Verhalten“.

Die Augen verdrehen, sich wegdrehen, genervt sein, wenn Sie sich schon etwas besser kennen, spüren Sie vielleicht, dass Sie sich etwas klein fühlen.

In diesem Artikel spreche ich mit Ihnen über Achtsamkeit im Alltag. Dabei habe ich einen Aspekt ausgewählt, der üblicherweise bei Achtsamkeitsübungen kaum betrachtet wird.

Gehen wir einen Schritt zurück an den Beginn

Wir leben mit der Gewissheit, dass uns im Leben etwas widerfährt.

Dies kann ein Vorfall sein oder ein Gespräch.

Oftmals genügt nur ein einziges Wort.

Hin und wieder reicht auch ein Blick.

Darauf reagieren wir in ganz bestimmter Art und Weise.

In unserem Fall möchte ich von Begebenheiten sprechen, die uns verletzen oder starke Gefühle in uns auslösen. Auf Grund des Verhaltens der Partnerin oder des Partners (es kann aber auch des Kollegen oder der Kollegin sein), fühlen wir uns auf unterschiedlichste Art bewegt.

Und reagieren dementsprechend mit der unserer Meinung nach richtigen und oft auch einzigen Art und Weise.

Wir sind zum Beispiel erbost, streiten, ziehen uns zurück, sind gekränkt oder verhalten uns so, wie es für uns typisch ist.

In jedem Fall empfinden wir unser Verhalten als komplett normal und adäquat.

So meinen wir jedenfalls.

Der oder die andere hat etwas getan. Und wir reagieren auf diese eine Situation, in der wir uns gerade befinden.

Unser Interpretationsprozess

In Wirklichkeit ist es nicht so, dass etwas geschieht und wir direkt darauf reagieren.

Sondern es passiert etwas dazwischen - ein dritter Schritt.

Nicht A passiert und wir machen B.

Sondern A passiert, wir verarbeiten das, was passiert, in uns. Und zwar, indem wir es mit unserer Geschichte und unserem Erlebten abgleichen.

Man kann sagen, dass ein innerer Interpretationsprozess abläuft.

Unser Gehirn verarbeitet das, was wir durch unsere Sinne aufgenommen haben.

Und interpretiert das Erlebte auf Grund der mannigfaltigen Erlebnisse aus unserer Vergangenheit.

Dazu gesellt sich unsere höchst persönliche, eigene Geschichte.

Unsere Geschichte mit all unseren

  • Verletzungen
  • Mustern
  • Enttäuschungen
  • Überzeugungen
  • Lebenssätzen
  • u.v.m.

Wir nehmen das äußere Ereignis in seiner Gesamtheit gar nicht wahr, sondern filtern und interpretieren es.

Nur Teile kommen überhaupt in unserem bewussten Ich an.

Wir reagieren aus unserer Geschichte heraus

Wir reagieren also auf das äußere Ereignis und zusätzlich mit unserem individuellen inneren Abgleich.

Dabei nehmen wir Maß an unseren abgespeicherten

  • Erinnerungen
  • Erlebnissen
  • Gefühlen und
  • Überzeugungen.

Dann handeln wir.

Reagieren, wie oben erwähnt, erbost, gekränkt, ärgerlich, traurig etc.

Wir reagieren also auf etwas, das die Situation in uns wach gerufen hat.

Und das wäre ja gar nicht so schlimm.

Schwierig wird es da, wo wir diesen Prozess gar nicht wahrnehmen, da er ja im Unbewussten passiert. In einem Teil unseres Gehirns, der für uns nicht zugängig ist.

Wir agieren also munter und mit bester Absicht vor uns hin und bemerken oft gar nicht, dass wir in unserem Film stecken.

Und unser eigener Kameramann, Schauspieler und Regisseur in Personalunion sind.

Zusammenfassung

Man könnte es auch so beschreiben, dass wir uns ständig auf Grund unserer Erfahrungen selbst manipulieren.

Wir leben in unserer ganz persönlichen Welt mit

  • Annahmen
  • Überzeugungen und
  • Mustern.

Alles, was uns diesbezüglich geschieht, filtern und interpretieren wir.

Natürlich unbewusst. Das läuft ja abseits unserer normalen Wahrnehmung ab.

Darum können wir dies kaum durchschauen, geschweige denn verändern.

Und immer wieder fragen wir uns …

Manchmal sind wir auch verwundert, warum

  • andere Menschen so auf uns reagieren.
  • dies immer wieder in unserem Leben passiert.
  • jenes im Leben nie auftritt, egal wie sehr wir uns bemühen.

Insbesondere in Beziehungen zerbrechen wir uns den Kopf über unseren Partner oder unsere Partnerin.

  • Warum handelt sie so wie sie es tut?
  • Wieso sagt er das?
  • Weswegen geschieht dies nicht ganz anders?
  • Warum ist mein Gegenüber so wie er oder sie eben ist?
  • Wie kann ich ihn oder sie ändern, damit unsere Beziehung besser läuft?
  • Wie kann ich ihn oder sie dazu bringen, sich anders zu verhalten, damit es mir besser geht?

Seltener fragen wir uns, was wir tun können oder falsch gemacht haben.

Und noch seltener benutzen wir dieses Wissen des Raumes zwischen Wahrnehmung und Ausdruck. Um näher an uns selbst und unsere inneren Prozesse heranzukommen.

Hier kommt die Achtsamkeit im Alltag ins Spiel

Von der haben wir alle wahrscheinlich schon so einiges gehört oder gelesen.

Du sollst im Hier und Jetzt sein.

Nicht in der Vergangenheit gefangen sein.

Und nicht immer in die nahe Zukunft vorausschauen.

Wahrscheinlich meditiert der eine oder andere regelmäßig.

Und trotzdem erleben wir, dass wir in bestimmten Lebenslagen immer noch so reagieren wie vor vielen Jahren.

Dass uns immer wieder die gleichen Dinge geschehen.

Das Modell der Achtsamkeit nutzen?

Wie und wann können wir das Modell der Achtsamkeit, das Hier und Jetzt, gezielt in diesen Situationen nutzen?

Jederzeit, im Alltag.

Immer.

Oder zumindest so oft wie möglich.

Ich mache aus den zwei Schritten A und B drei Schritte:

A gefolgt von C und dann erst B.

Was bedeutet dies konkret?

Gehen wir zurück zu unserem Beispiel vom Anfang.

Meine Partnerin sagt etwas zu mir.

Und nun – im Moment der Achtsamkeit – halte ich inne und frage mich:

  • Was passiert gerade in mir?

Und ich erkenne, dass das, was in mir gerade passiert, nichts mit der momentanen Situation zu tun hat.

Alle Gefühle, die auftauchen, Gedanken und Worte, die ich fasse, stammen zum größten Teil aus Erinnerungen, Meinungen und Erlebnissen etc. Das ist Achtsamkeit im Alltag.

Ausgelöst und wachgerufen wie ein Computerprogramm.

Vielleicht

  • erinnert mich diese Situation an meine Kindheit, an eine Zeit, in der ich mich oft klein und hilflos und abhängig gefühlt habe.
  • fühle ich mich ungerecht behandelt oder missverstanden.
  • triggert diese Situation auch einen alten Lebenssatz von mir. Wie zum Beispiel: „Ich bin nicht richtig!“, „Ich habe keinen Platz im Leben!“, „Der andere ist wichtiger als ich“.

Die Lösung: alltägliche Achtsamkeit

Die Aufgabe oder der Trick ist, diesen Automatismus zu durchbrechen.

In genau diesen Alltagssituationen innezuhalten und achtsam zu werden.

Um nachzuspüren, was mich gerade bewegt.

Und was gerade mit mir geschieht.

Mit dem Wissen, dass die vielen Gefühle oder Lebenssätze in mir nichts mit meiner Partnerin oder meinem Partner zu tun haben.

Übung: Achtsamkeit im Alltag

  • Ich halte also inne, spüre meine Gefühle und Überzeugungen.
  • Atme ein paar Mal bewusst ein und aus.
  • Und bin mir bewusst, dass in mir dieser innerliche Prozess bereits passiert.

Wenn es mir gelingt, nehme ich eine Metaposition ein: Ich beobachte mich und meine Reaktionen selbst.

Ganz wichtig dabei ist, dass ich mir selbst sehr wohlwollend und voller Liebe begegne.

Und vollstes Verständnis für mich und meine Gefühle habe.

Nun kann ich beginnen, diese Gefühle nicht mehr ausagieren zu müssen.

Der Umgang mit meinen Gefühlen kann sich dabei drastisch und nachhaltig verändern.

Ich nehme meine Gefühle

  • wahr,
  • akzeptiere sie,
  • gebe ihnen Raum und Zeit,
  • betrachte sie voller Liebe,
  • Zuneigung und Mitgefühl.

Es kann sein, dass meine Gefühle wie ein Eisberg in der Sonne schmelzen.

Vielfach verändert sich aber auch das Grundgefühl.

Aus Grant, Verletzung und Zorn wird oft Trauer.

Ich spüre meine Verletzlichkeit und auch meine Liebe.

Und habe meistens nicht mehr das Verlangen, mich zu rechtfertigen oder zu verteidigen.

Fazit

Je öfter Ihnen dies in täglichen Situationen gelingt, (also je öfter es Ihnen gelingt, aus einer A und B Kombination, eine A – C – B Schrittfolge zu machen), desto stärker kann Ihre Transformation aussehen.

Durch diese kleinen Achtsamkeitsübungen gelangen Sie zu Ihren wirklichen Gefühlen.

Und können Ihr Leben mehr genießen.

Ihr Leben wird lebenswerter, genussvoller, wahrhaftiger und leichter.

Probieren Sie es aus und schreiben Sie mir Ihre Erfahrungen. Betreff: "Achtsamkeit im Alltag"

Ihr

Thomas Manhartsberger

Kontakt

aldea - Raum für Körper, Geist und Seele

Thomas Manhartsberger

+43(0)650 560 6 560

https://www.aldea.at/

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