Die Sprache als Ausdruck der Liebe und der Wertschätzung

Sprache als Ausdruck

Sprache geht uns alle an. 

Wir alle gebrauchen sie tagtäglich. 

Dabei dient die Sprache in erster Linie dem Austausch von Informationen. 

Wir haben es als Gesellschaft verlernt, mit uns selbst und mit unseren Mitmenschen liebevoll umzugehen. Damit meine ich jegliche Kontakte zuhause, am Arbeitsplatz und im öffentlichen Leben. 

Bevor wir mit anderen Menschen liebevoll und wertschätzend umgehen können, brauchen wir als erstes einen solchen Umgang mit uns selbst

Die Sprache weist uns den Weg. Doch ist und kann sie weit mehr als das.

Lesen Sie hier, was Sprache noch ist.

von Mechthild von Scheurl-Defersdorf

Sprache wirkt

Es gibt eine Sprache, die aufbaut und gut tut. Ebenso gibt es eine, die Kraft kostet und uns selbst und unsere Mitmenschen belastet.

Der Schlüssel dazu ist der achtsame Umgang mit der Sprachstruktur: mit dem Wortschatz, dem Satzbau und der Grammatik. 

Das Lingva Eterna Sprach- und Kommunikationskonzept befasst sich mit der Wirkung der Sprache auf die Kommunikation und auf die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. 

Dieses Konzept ruht auf drei Säulen:
Und zwar auf...

  • der Präsenz des Sprechers
  • der Klarheit der Botschaft und 
  • einer fundamentalen Wertschätzung.
Blume des Lebens - Clubbereich

Hole dir unseren kostenfreien SinnesLetter!

Monat für Monat ein Thema in knackigem E-Mail-Format.

Zum Nachdenken und Umdenken.

Eva Laspas

Kommen Sie zur Leserschaft unserer Festival der Sinne-Familie

Einmal pro Monat kostenfrei das Monatsthema in mundgerechten Happen, sinnvolle Termine und eine ganz besondere Überraschung per pdf - exklusiv für Sie.

Bin ich liebevoll mit mir?

Viele Menschen hetzten sich tagaus tagein. Sie meinen, dass sie alles schnell machen müssen und gebrauchen das Wort „schnell“ inflationär: 

  • Sie kochen schnell das Essen, 
  • sie rufen schnell jemanden an
  • und sie machen sogar schnell eine Pause.

Das Wort „schnell“ gehört zu ihrem Grundvokabular – und sie bemerken dies nicht einmal. Die Hetze bringt ihnen nichts außer Druck und macht sie eines Tages sogar krank. 

Das Wort „Hetze“ ist übrigens verwandt mit „hassen“, und das spricht für sich.

Gehetzte Menschen lassen bei ihren Sätzen oft sich selbst als die Handelnden weg. Ihre Sätze klingen dann so: „Komme gleich!“, „Rufe gerade noch die Mails ab“ oder

„Mach mir einen Tee“. 

Diesen Sätzen fehlt das Subjekt. 

Die Lösung

Viel ruhiger klingen und wirken die Sätze mit dem „ich“ am Anfang: „Ich komme gleich!“, „Ich rufe die Mails ab“ und „ Ich mache mir einen Tee“.

Die vollständigen Sätze wirken auf verschiedenen Ebenen. Mit ihnen erleichtern wir eine klare, zielführende Kommunikation

Wir tun auch uns selbst etwas Gutes: Wir geben uns in vollständigen Sätzen den angemessenen Raum in unserem eigenen Sprechen, Denken und dann auch Handeln. 

Diesen Raum darf sich jeder selbst wert sein. 

Mein Satz dazu heißt: Halbe Sätze, halbes Glück – ganze Sätze ganzes Glück. Ich wünsche Ihnen das ganze Glück!

Ein liebevoller Umgang mit uns selbst beginnt bei einem achtsamen Umgang mit der Sprache. Dazu gehören ganz wesentlich minimale Pausen zwischen den Sätzen. 

Sie haben eine magische Kraft: Sie ermöglichen dem Gesprächspartner, innerlich zu folgen und mit Interesse dabei zu bleiben. Gleichzeitig stärken sie die Präsenz und Ausstrahlung des Sprechers.

Für viele Menschen ist es eine wahre Entdeckung, sich auf der Ebene der Sprache minimale Pausen zu gönnen.

Die Entdeckung der Wirkung der Pausen zwischen den Sätzen ist oft der Anfang für einen liebevollen Umgang mit sich selbst.

Seminare:

Wie kann ich Wertschätzung ausdrücken?

Die Wertschätzung beginnt bei der Art und Weise, wie wir jemanden ansprechen. 

Wir können unserem Gesprächspartner ganz einfach Wertschätzung entgegenbringen, 

  • indem wir ihn mit seinem Namen ansprechen und 
  • nach dem Namen eine kurze Atempause machen.

Wir nennen sie die drei A. Sie stehen für 

  • ansprechen (mit dem Namen), 
  • anschauen und 
  • einen kurzen Atemzug.

Erst danach nennen wir unser Anliegen.

Die wertschätzende Kontaktaufnahme klingt dann beispielsweise so: „Melanie, (kurze Pause) ich habe eine Frage an dich.“

Durch die Pause kommt der Namen zur Geltung und die eigene Stimme wird kraftvoller und gleichzeitig weicher.

Ehrlicher und wärmer sprechen

Als Nächstes gebe ich Ihnen einen Grammatiktipp. Grammatik ist faszinierend emotional! 

Mit ihr können wir Wohlwollen und Wärme transportieren, mehr als durch manche Worte. Ich lenke Ihre Aufmerksamkeit auf die Personalpronomina. Es sind Wörter wie „ich“, „du“, „ihr, „euch“ usw. 

Wir können sie bei jedem Dank gebrauchen:

„Ich danke dir“ klingt viel ehrlicher und wärmer als das kurze „danke“. 

Dieses uns so vertraute kurze „danke“ ist übrigens der Rest des ursprünglich vollständigen Satzes. Das „ich“ und das „dir“ sind in dem Satz mit der Zeit verloren gegangen. Wir können beide ganz leicht wieder einfügen.

Die Personalpronomina machen es jedem Menschen leicht, ganz bewusst und immer wieder neu den Bezug zwischen „mir“ und „dir“ herzustellen.

Analog gilt dies für zahlreiche weitere kommunikative Situationen. Aus „ich habe eine Frage“ wird dann der Satz: „Ich habe eine Frage an dich.“

Der bewusste Gebrauch von Grammatik erleichtert es, die eigene Wertschätzung wirksam zum Ausdruck zu bringen.

Ebenso wichtig ist es, sich gegenseitig – und gelegentlich auch sich selbst – etwas Nettes zu sagen und das zu benennen, was wir am anderen schätzen oder auch einfach schön finden.

Das Gute sehen

Die meisten Menschen in unserer Gesellschaft sind damit groß geworden, auf Fehler hinzuweisen und sie zu benennen. Das Gute zu sehen und hervorzuheben ist daher für viele neu. 

Doch es lohnt sich: Diese Sichtweise fördert eine innere Haltung, die den Blick auf das Gute, auf das Potenzial lenkt und es damit fördert.

Auf diese Weise beginnt eine Aufwärtsspirale - bei uns selbst und auch bei unserem Gesprächspartner.

Es gibt viele Möglichkeiten, jemandem etwas zu sagen, was wir an ihm schätzen:

„Julian, (kurze Pause) ich will dir etwas Schönes sagen! Ich darf immer zu dir kommen und dich etwas fragen. Und du hilfst mir immer. Das ist prima. Ich danke dir!“ 

Es kann auch ein einfaches Kompliment sein: „Du hast eine neue Brille. Sie steht dir gut und ist ein richtiges Schmuckstück!“

Jeder Einzelne kann eine Sprache entwickeln und pflegen, die einen liebevollen Umgang mit ihm selbst und auch mit seinen Mitmenschen fördert. 

Es ist tatsächlich unsere eigene Sprache, mit der wir einen wichtigen und mit Sicherheit wirksamen Beitrag zu mehr Liebesfähigkeit und Liebe leisten können. Das gilt für unser nahes Umfeld ebenso wie für die Gesellschaft, in der wir leben. 

Lassen Sie uns diese Chance gemeinsam ergreifen, jeder an seinem Platz.

Tipp für den Alltag

Schenken Sie eine Woche lang dem Wort „schnell“ Ihre Aufmerksamkeit. 

Schreiben Sie drei oder vier Sätze auf, in denen Sie es oft gebrauchen. 

Es können berufliche oder private Sätze sein. 

Meinen Sie mit dem „schnell“ wirklich immer eine Tempoangabe? 

Oder ist es eher eine vage Zeitangabe?

Finden Sie für jeden dieser Sätze eine sprachliche Alternative und schreiben sich diese auch auf. 

Integrieren Sie diese neuen Sätze in Ihren Sprachgebrauch.

Beobachten Sie die Wirkung in Ihrem Leben!

Noch ein Tipp für den Alltag

Integrieren Sie die drei A in Ihren Alltag: ansprechen, anschauen und ein kurzer Atemzug.

Es ist ganz einfach. 

Statt: „Jürgen, ich habe eine Bitte an dich“ machen Sie nach dem Ansprechen des namens eine kurze Pause: „Jürgen, (kurze Pause) ich habe eine Bitte an dich.“

Achten Sie bitte darauf, den Namen Ihres Gesprächspartners immer wertschätzend auszusprechen

Beobachten Sie, welche Wirkung die drei A auf Sie selbst und auf Ihr Umfeld haben.

Kontakt

Mechthild von Scheurl-Defersdorf
www.lingva-eterna.de 

Eva Laspas, Herausgeberin

Hast du es schon bemerkt?

Wir verzichten bewusst auf nervige blinkende Banner von Drittanbietern. Wir freuen uns daher, wenn du von unseren Partnern kaufst, unsere eigenen Bücher bestellst oder solche, die wir am Ende der Artikel empfehlen. Und wie lieeeben es, wenn du uns weiter empfiehlst. Vielen Dank und Namaste. 😉

Buchtipps

In der Sprache liegt die Kraft. Klar reden, besser leben.
Mechthild R. von Scheurl-Defersdorf
Herder Verlag

Die Kraft der Sprache. 80 Karten für den täglichen Sprachgebrauch
Mechthild R. von Scheurl-Defersdorf
Lingva Eterna Verlag

#Sprache wirkt - Sprache als Ausdruck der #Liebe und #Wertschätzung
Achtsamer Umgang mit #Sprache - 3 Säulen des #Lingva #Eterna #Sprach- und #Kommunikationskonzepts (Pin)
Wie kann ich #Wertschätzung ausdrücken? Tipps (Pin)

Bilderverzeichnis

Hinterlasse einen Kommentar:


Ich bin beim BuchBazaar 2020  "Autoren lesen Bücher, die Hoffnung machen" mit dabei!