Alzheimer ist heilbar?

Alzheimnerdemenz

 

Wird ein Angehörigen oder gar man selbst mit der schockierenden Diagnose „Alzheimerdemenz“ konfrontiert, bricht die Welt auseinander. Doch Dr. med. Michael Nehls macht mit seinem Buch „Alzheimer ist heilbar“ Mut.

 

In unserem letzten Artikel „Zivilisationskrankheit Alzheimer?“ (Feb. 2015) habe ich das erste Buch Dr. med. Michael Nehls rezensiert und dort den körperlichen und geistigen Verfallsprozess von Alzheimerdemenz beschrieben. Er zählt dabei ganz am Ende sechs Punkte auf, die bei der möglichen Heilung von Alzheimer zu Einsatz kommen. Es handelt sich dabei um Dinge, die in der heutigen Zeit immer weiter in Vergessenheit geraten.

Diese Punkte sind:

  • Sinn des Lebens erkennen und leben
  • artgerechte Ernährung
  • sich Selbst beachten (Schlaf, Achtsamkeit, Meditieren…)
  • Bewegung (Ich denke, also laufe ich),
  • Umfeld (Geborgenheit, zwischenmenschliche Wärme) und
  • Zeit (chronischer und angeborener Stress).

 

Die Ursache von Alzheimerdemenz?

„Fragen Sie die weltweit über 25.000 Alzheimer-Forscher nach der Ursache von Alzheimer, werden Sie fast ebenso viele verschiedene Antworten bekommen. Für die meisten Experten liegt den Grund der Erkrankung ganz allgemein beim Alter. Andere wiederum erklären sich die Veränderungen des Gehirns in der Ansammlung kleiner Proteine, die zum Alzheimer-Toxin verkleben.

 

Über gesunde Mäuse, derer man das Alzheimergen eingepflanzt hat, konnte man erkennen, dass auch sie Alzheimerdemenz entwickelten, wenn sie für ihre Rasse unnatürliche Lebensweisen ausgesetzt wurden: maximale Nahrungszufuhr bei minimaler körperlicher Aktivität, dazu Mangel an Schlaf und sozialen Kontakten.

 

Immer noch wird nach dem Medikament gesucht der die Krankheit heilt. Eine nicht medikamentöse Alternative, die auf einer ganzheitlichen Erklärung aufbaut, wird so gut wie gar nicht in Betracht gezogen. Dies ist etwa so, als würde man die Ursache für Lungenkrebs erst dann anerkennen, wenn man ein heilendes Krebsmittel gefunden hätte.“

 

Der Mediziner Dale Bredesen, Direktor der „Neurodegenerative Disease Research, David Geffen School of Medicine at UCLA“ in Los Angeles, hat neun seiner zehn Alzheimer-Patienten geheilt.

 

Der einen, dem man nicht mehr helfen konnte, hatte sich schon im letzten Stadium der Krankheit befunden. Bredesen beschreibt die Alzheimer-Krankheit wie ein baufälliges Dach: „Man stelle sich ein Dach mit 36 Löchern vor, und ein Medikament bessert eins davon aus – das Medikament könnte tatsächlich gewirkt haben, ein einziges Loch ist gestopft worden, aber es sind dann immer noch weitere 35 Löcher, durch die das hereinregnet, und so hat sich kaum etwas verändert.“

 

Bredesen beschreibt mit diesem Dach sehr gut das Therapiedilemma, in dem sich die pharmazeutische Forschung befindet. Seine Fachkollegen akzeptierten zwar seinen Heilungserfolg, aber nicht seine Erklärung. Um Alzheimerdemenz zu heilen, muss man sich auf eine lebensverändernde und zugleich lebenslange Behandlung einlassen, ohne zu verstehen, was dabei geschieht. Denn im Gegensatz zum Dach leben wir, und ein lebendiger Organismus hat die Fähigkeit, sich selbst zu heilen.

 

Schutzstoffe für den Geist

Auch in diesem Buch geht Nehls sehr intensiv auf die fünf Phasen des Krankheitsverlaufs ein. Er setzt das sogenannte Alzheimer-Puzzle zusammen, sieht es als Erziehungsmaßnahme der Natur, damit wir aufwachen und bemerken, dass sich unsere Kultur auf dem Holzweg befindet.

Doch dann geht er sehr detailliert auf die sechs eingangs erwähnten Lebensbereiche ein, die wir trachten sollten zu optimieren.

 

Dr. Nehls empfiehlt besonders die Spurenelemente Selen, Zink und Lithium, die wir in ausreichender Menge zu uns nehmen sollen. Außerdem haben Grüner Tee und Griechischer Bergtee besondere Wirkstoffe, die den Abtransport des Alzheimer-Toxinen beschleunigen. Denselben Wirkungsmechanismus haben wir auch schon bei Johanniskraut entdeckt.

 

Ernährung fürs Gehirn

In der Ernährung sollten wir uns an die mediterrane und asiatische Küche halten, denn: „Objektiv betrachtet ist die typisch deutsche Küche absolut nicht die richtige, wenn es um die Gesundheit unseres Gehirns geht. Denn sie verwendet zu viel Butter, Käse, Wurst und Fleisch. Auch die Amerikanische ist sicherlich nicht ideal (zu viel Frittiertes und Süßgetränke).

 

Da wird eine Kombination aus mediterraner (Olivenöl, Fisch, Knoblauch, viel Obst und Gemüse und gelegentliche Rotwein sowie Griechischer Bergtee) und asiatische Ernährung (Kokosöl, viel Fisch, Curry, Ingwer, ebenso viel Obst und Gemüse sowie Grüntee) den Bedürfnissen unseres Gehirns schon wesentlich gerechter.“

 

Entgiftung fürs Gehirn

Ebenso geht es darum sich natürlich zu entgiften. Wir sollten uns eine gesunde, vielfältige Ernährung suchen, und die möglichst schadstoffarm und ballaststoffreich. Denn Ballaststoffe binden die Giftstoffe in der Nahrung und hemmen so deren Passage durch die Darmwand, sodass sie erst gar nicht aufgenommen werden.

 

Chlorella-Algen helfen bewiesenermaßen bei der Entfernung von aufgenommenen Schwermetallen. Langfristig wird so auch das Gehirn von schon eingelagerten Schadstoffe entlastet werden, den alle Stoff in unserem Körper befinden sich in einem ständigen Fließgleichgewicht. Zieht man einen bestimmten Stoff an einem Ende (Darm) ab, wird er auf Dauer auch am anderen Ende (Gehirn) verringert.

 

Die direkte Hirnentgiftung erfolgt mittels Alpha-Liponsäure, ein Molekül, das unser Körper selbst herstellt. In Nahrungsmitteln sind aber nur geringe Mengen enthalten.

 

Der therapeutische Effekt von Alpha-Liponsäure ist in Bezug auf Alzheimer aber nicht nur auf die genannte Entgiftungsfunktion beschränkt, darum ist sie auch ein wesentlicher Teil der etwa sechsmonatigen Intensivphase der Alzheimerdemenz-Therapie.

 

Lebensregeln:

  • Vermeiden Sie Plastik
  • Vermeiden Sie Rauchen oder Passivrauchen
  • Vermeiden Sie gepökelte Wurst-und Fleischwaren
  • Lassen Sie die Wasserqualität überprüfen (Nitratgehalt oder niedriger pH-Wert)
  • Kaufen Sie Nahrungsmittel aus biologische Landwirtschaft
  • Lassen Sie sich Amalgam-Füllungen vom Zahnarzt entfernen
  • Trinken Sie viel (und grundsätzlich Nitrat- und nitritarmes Wasser).
  • im Rahmen der intensiven Alzheimer-Therapiephase sollte Alpha-Liponsäure zwar über sechs Monate eingenommen werden, dies aber stets nur auf Anordnung des behandelten, ganzheitlich praktizierenden Arztes.

 

Intensive Alzheimerdemenz-Therapiephase

In Kapitel 22 des Buches „Alzheimer ist heilbar“ geht dann der Arzt auf die ca. sechs Monate lange Intensivtherapie ein, mit deren Hilfe man Alzheimer verlangsamen bzw. wenn man dem Arzt Glauben schenken darf; auch heilen kann (In diesem Fall kann es wirklich nicht schaden, diese Therapie auszuprobieren) – heilungswilligen Menschen schreibt er gleich zu Beginn des Kapitels:

 

„Liebe Leserin, lieber Leser, um bei der Therapie von Alzheimerdemenz erfolgreich zu sein, benötigen Sie neben der Bereitschaft zum Umdenken wie Durchhaltevermögen und Disziplin auch unbedingt die Unterstützung durch einen ganzheitlich praktizierenden Arzt.

Deshalb wendet sich das Kapitel, in dem ich mein Behandlungskonzept für die etwa sechsmonatige, intensiv Therapiephase vorstelle, in erster Linie an Mediziner. Aber auch als Betreuer, Partner oder Patient ist es wichtig für Sie zu wissen, warum welche therapeutischen Maßnahmen im Rahmen einer ganzheitlichen Therapie zur Anwendung kommen sollte.

Während für die Prävention von Alzheimerdemenz noch eine Anpassung unserer Lebensweise genügt, ist dies nach Ausbruch der Krankheit ebenfalls nötig, aber leider nicht mehr ausreichend.

Zu viele Stoffwechselprozesse und Signalwege sind dann durch den fortschreitenden Krankheitsprozess schon so weit verändert, dass sie ein Eigenleben entwickelt haben und sich immer weiter selbst verstärken. Um die Krankheit zu heilen, bedarf es einen ganzheitlichen Therapiekonzeptes, das, basierend auf einer angepassten Lebensweise, solche selbstverstärkenden Mechanismen gezielt unterbricht.

Deshalb auch immer wieder mein Hinweis, dass die Therapie unbedingt von einem ganzheitlich praktizierenden Arzt geleitet werden muss. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn unsere heutige Medizin ist noch sehr vom Spezialistentum geprägt.“

 

Demenz – Wenn sich die Seele zurückzieht

In Fällen, wo Alzheimer auf die oben beschriebene Art und Weise nicht geheilt werden kann bzw. der/die PatientIn die lebensverändernden Umstellungen nicht umsetzen möchte, kann das Buch „Demenz – Wenn sich die Seele zurückziehtvon Hans Stolpe eine Hilfe sein.

 

Der Autor widmet sich dem Umgang mit dem Krankheitsbild Demenz aus einer spirituellen Sicht, in der die Ganzheit von Körper, Seele und Geist beachtet wird. Denn wenn sich der Geist zwischenzeitlich aus seiner körperlichen Hülle entfernt hat, bleibt es Individuum dennoch bis zum letzten Atemzug anwesend.

 

Das seelische Wesen kann alles bewusst miterleben, was sich rund um seine irdische Hülle herum abspielt. Durch diese Erkenntnis kommt für den Umgang mit Demenz eine ganz entscheidende neue Rolle zu. Bisher hatte man angenommen, dass in den späteren Stadien einer Demenz keinerlei Kontakt mehr mit der betroffenen Person aufrechterhalten werden kann. Doch Stolpe zeigt in seinem Buch durch viele Beispiele auf, dass auf einer inneren Ebene eine ununterbrochene Verbindung zur Umwelt besteht.

 

Gleichgewicht zwischen unseren verschiedenen Seelenkräften

Bei Demenz fällt unser Denkvermögen langsam aus, doch zugleich werden andere Bereiche unserer Seele frei. Diese können nun eine Entwicklung durchmachen. Das Fühlen, die Wahrnehmung, das Spiel mit Farben, die Entfaltung eines Gefühls für Schönheit und vieles mehr.

 

Das kann dazu führen, wie im Buch als Beispiel angegeben, dass eine demenzkranke Frau beginnt, eine neue Karriere als Kunstmalerin anzugehen. Sie fängt in dieser Lebensphase an, eine neue geistige Kraft zu entwickeln, die sie bereichert.

 

Hans Stolpe: „So schwer und heftig die Demenz auch ist, bietet diese Krankheit uns auch eine Möglichkeit, etwas mehr Gleichgewicht in unsere Seelenkräfte zu bringen und die einseitige Überbetonung des Denkens zu durchbrechen.

 

Es ist wichtig zu erkennen, dass diese Frau – durch den geistigen Gewinn, den sie in ihrer letzten Lebensphase erwirbt, ein weiteres Leben auf andere Weise gestalten wird. Sie wird das neue Leben als ein Mensch beginnen, dessen Seelenkräfte etwas mehr in Einklang miteinander gekommen sind, und nicht als ein einseitiger Mensch, der ein neues Leben sozusagen als Anfangszeichen Kopf mit Anführungszeichen antritt.“

 

Als der richtige Umgang mit Demenzerkrankten

Demenzerkrankte verlieren ganz allmählich den Kontakt zur Wirklichkeit. Im Umgang mit Demenzerkrankten gibt es einige Punkte zu beachten:

  • Gönne Zeit und hetze sie nicht
  • Sprich einfache Worte, gut verständlich und sag, was du tust
  • bitte den Demenzerkrankten um Hilfe, wo dies möglich ist, damit er immer wieder aktiviert wird
  • behandelt ihn mit Respekt und Würde
  • lass ihm nach Möglichkeit freie Wahl

 

Validation oder der wertschätzende Pflegeansatz wurde 1963 von Naomi Feil entwickelt und stellt sich die Frage: Welches ist in der letzten Phase die sinnvollste Art und Weise, um mit dem Demenzkranken umzugehen?

Ihr Ansatz war die Tatsache, dass in dieser Phase der Krankheit beim Demenzerkrankten alle möglichen unverarbeiteten Erinnerungen aufsteigen, die noch verarbeitet werden wollen.

Daher ist es sinnvoll, von der Erlebniswelt des Demenzerkrankten auszugeben. In der ersten Phase versuchte die Person, die für ihn die Pflege übernommen hatte, den Demenzkranken so weit wie möglich in die Wirklichkeit des Augenblicks zurückzurufen.

Doch nun, da dies nicht mehr gelingt und der Demenzkranke vor allem in der Vergangenheit lebt, ist es wichtig, in seine Erlebniswelt mitzugehen. Denn, so stellt Feil fest, der Demente brauchte braucht nun die Anerkennung und Bestätigung der Welt, in der er lebt.

Bei der Validationsmethode geht es folglich um eine Haltung voller Empathie, das Einfügen in die Gefühlswelt des anderen und um die Fertigkeit, aus dieser Haltung heraus Fragen zu stellen. Empathie bedeutet in diesem Fall, dass man sich – mit ganzer, aufrichtiger Liebe im Herzen – in die Gefühlswelt des Demenzkranken hinein versetzt, und zwar so, dass dieser spürt, dass er verstanden wird.

 

Buchtipps:

Alzheimer ist heilbar
Dr. med. Michaels Nehls
Verlag Heyne
ISBN 978-3-453-20100-2

 

Demenz
Wenn sich die Seele zurückzieht
Hans Stolpe
Aquamarin Verlag
ISBN 978-3-89427-700-0

 

Bilderverzeichnis

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