Mitgefühl (rück)verbindet uns 

Mitgefühl öffnet unser Herz und verbindet uns mit allem, was ist. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, mich mit der Erde und all ihren Bewohner*innen verbunden zu fühlen.

Warum ist es in der heutigen Zeit so herausfordernd geworden, sich mit Gefühl (Mitgefühl) auch auf das „Fremde“ und „Befremdliche“ einzulassen?

Gastartikel Martha Wirtenberger

Mitgefühl als Wechselspiel

In den Anden von Peru gibt es das Konzept von Munay und Ayni. Als ich 2013 diese Form der Spiritualität in Peru kennenlernte erkannte ich diese tiefe Weisheit für Liebe und Mitgefühl. 

Munay bedeutet übersetzt „bedingungslose Liebe“ oder jene Form, die uns den Anderen lieben lässt, wie er ist, war und sich entwickelt. 

Ayni könnte übersetzt werden mit dem tiefen Wissen, dass alles zu einem selbst zurückfließt, was man bereit ist zu geben. Das Konzept in den peruanischen Anden, das in den Alltag der Menschen einfließt, erkennt das Mit-fühlen und den Austausch von Geben und Nehmen in einem ständigen Wechselspiel.

Bei meinen Reisen und Auslandsaufenthalten war mir stets wichtig, zu lernen und dieses Wissen in mein Leben in Österreich zu integrieren. Mitgefühl und Interesse an anderen Menschen, Kulturen und Ländern als auch die Sehnsucht nach Lernen und Weiterentwicklung haben mich erst zum Reisen geführt. 

Die Liebe zum Geben entstand stets durch das Vertrauen, dass wir alle mit allem verbunden sind. Durch dieses innere Wissen „er-fühle“ ich Orte, Menschen, Situationen und erkannte vor vielen Jahren, dass Spiritualität vor allem Mit-fühlen bedeutet für mich.

Noch mehr Gedanken voller LebensSinn? 

Hole dir unseren kostenfreien SinnesLetter!

Mitgefühl von Mutter Erde ist ein Segen

Ein Ritual, das in den peruanischen Anden sehr verbreitet ist heißt DESPACHO oder „Pago a la tierra“. Dabei wird ein weißes Blatt Papier auf die Erde gelegt. Die Qéros (Nachkommen der Inka) befüllen dieses Blatt mit Symbolen der Natur und Nahrung. 

So wird Mutter Erde etwas gegeben, indem sie etwas zu essen und trinken bekommt (wie kleine Kekse, etwas Rotwein). Die Erde ist ein fühlendes Wesen. Wie eine gute Mutter versorgt sie uns täglich mit Wasser und Nahrungsmitteln sowie viel Schönheit. 

In dieser Zeremonie ist es von Bedeutung, sich bei unserem Heimatplaneten zu bedanken, die Erde zu segnen und symbolisch für Mutter Erde und bestimmte Personen, Themen, Anliegen (wie neue Arbeit, Hochzeit, Krankheit etc.) bestimmte Gegenstände auf dem weißen Blatt Papier zu platzieren. Das Mitgefühl für Mutter Erde ist zentral als auch das Senden von guten Wünschen und Anliegen für andere Personen. 

In Österreich führe ich dieses Ritual gerne durch, um mein Mitgefühl für bestimmte Länder, Menschen, Orte und Mutter Erde auszudrücken. Dabei verwende ich heimische Pflanzen und Gegenstände, die keinen Schaden in der Natur anrichten. 

Denn anschließend wird das „Mandala“ auf dem Blatt Papier gefaltet und mit einem Faden gebunden. Weiße, rote und gelbe Blumen zieren das „Paket für Mutter Erde“. 

  • Weiß für das Männliche und die Energie der Berge („Apus“ – sogenannte Berggeister)
  • Rot für das Weibliche und die Energie von Mutter Erde 
  • Gelb für Gesundheit (von unserem Planeten und auch für Menschen, die gerade Gesundheit benötigen)

Das „Paket für Mutter Erde“ wird dann entweder verbrannt, in fließendes Wasser gegeben oder eingegraben. Es unterstützt dabei, zu manifestieren und Mitgefühl in die Welt zu bringen. 

Bunte Blumen

Mitgefühl für das Fremde?

In der heutigen Zeit erleben wir oft Spaltung und Ablehnung bei und für Andersdenkende. Dies kann auch das „Fremde“ in uns sein, das wir noch nicht erkannt haben und eine Aussöhnung stattfand. Ebenso führen Kriege, Ängste über die Zukunft unserer Erde und Konflikte im Kleinen wie Großen oft zu Trennung und Projektionen auf bestimmte Bevölkerungsgruppen oder Menschen.

Eine Übung, um immer wieder in unser Mitgefühl zu kommen für das „Fremde“ in und um uns sowie für andere Meinungen, Haltungen und dem was uns irritiert: 

Übung:

  • Setze dich in einer bequemen Position hin – am besten auf einer Yogamatte oder einem Kissen.
  • Positioniere dich so, dass deine Wirbelsäule aufrecht ist und du gut mit den Beinen in Kontakt mit der Erde bist. Falls es dich freut und du die Möglichkeit hast, kannst du diese Übung auch sehr gut direkt auf einer Wiese machen. 
  • Schließe deine Augen und konzentriere dich auf deinen Atem
  • Lass alle Gedanken ziehen. 
  • Entspanne dich. 
  • Beobachte deinen Atem und atme tief ein und aus. 
  • Beim Einatmen stell dir vor, wie Mitgefühl von der Erde und allen Himmelsrichtungen in und zu dir fließt. 
  • Beim Ausatmen stell dir vor, wie Mitgefühl von dir zur und in die Erde fließt und sie von dort in alle Himmelsrichtungen zu Menschen, Tieren und Pflanzen strömt. 
  • Atme Mitgefühl ein und aus. 
  • Wenn du magst, kannst du eine Hand auf dein Herz geben und eine Hand auf deinen Unterbauch.
  • Nimm wahr, wie der Atem durch dich strömt.
  • Beobachte, wie sich dein Körper immer mehr entspannt. 
  • Solltest du gerade einen Konflikt oder Streit mit jemanden gehabt haben, schicke dieser Person und dir selbst Mitgefühl. 
  • Stell dir vor, dass du im Geiste den Konflikt bereinigst. Versuche, von Herz zu Herz Liebe zu schicken. Wenn viele Missverständnisse vorhanden sind, sende noch mehr Mitgefühl zur Person und zu dir. 
  • Atme tief ein und aus. 
  • Verbinde dich mit dem in deinem Herzen, was dich mit allem verbindet: Mutter Erde, der Menschheit, allem Leben. Spüre, was der Atem und das Mitgefühl mit deinem Körper machen. 
  • Wenn du ganz ruhig bist sage leise oder laut: „Ich bin Liebe und durch mich strömt Liebe. Dieses Mitgefühl teile ich mit mir und der Welt.“ 

Diese Übung braucht vielleicht etwas Übung. Oft möchten wir „im Recht“ sein und (be)werten das, was uns nicht vertraut oder fremd ist. 

Stärkende Worte

Mögen wir durch Mitgefühl in und durch uns verbindend wirken!

Mögen wir unser Mitgefühl für die Erde, andere Menschen und Pflanzen täglich üben und stärken!

Und mögen wir Mitgefühl aussenden, um uns getragen zu fühlen in der Welt und auch mitzutragen!

Eva Laspas, Herausgeberin

Hast du es schon bemerkt?

Wir verzichten bewusst auf nervige blinkende Banner von Drittanbietern. Wir freuen uns daher, wenn du von unseren Expert:innen kaufst, unseren Festival der Sinne-Shop besuchst oder das Ressourcen-Buch bestellst, damit du unsere Artikel vertiefen kannst. Und wir lieeeben es, wenn du uns weiter empfiehlst. Vielen Dank und Namaste. 😉

Von Herz zu Herz,

Martha Wirtenberger

Bilderverzeichnis

Lies hier weitere spannende Beiträge zu diesem Thema

Noch mehr Gedanken voller LebensSinn?

Dann hole dir unseren kostenfreien SinnesLetter!