Lichtnahrung oder Paradigmenwechsel?

Am Anfang war das Licht

Spätestens seit dem Start des Kinofilms „Am Anfang war das Licht“ (Okt. 2010) ist sie in aller Munde, die Lichtnahrung. Es gibt Menschen, die sich nur durch Licht ernähren. Glauben Sie das?

Selbst wenn Sie, wie ich, den Film nicht gesehen haben, weil Sie zu skeptisch waren oder sich schon länger nur mehr von Licht ernähren, entkamen Sie sicher nicht den Pressenachrichten, in denen über das Thema Lichtnahrung gewettert wurde. Wie immer liegt die Wahrheit wahrscheinlich irgendwo in der Mitte und vielleicht geht es im Moment noch gar nicht um die Lichtnahrung an sich, sondern nur darum, unsere Nahrungsmittel wert zu schätzen, bewusster damit umzugehen und weniger wegzuwerfen, was uns Mutter Erde zur Verfügung stellt. Sind sich ein Großteil der Menschheit dann bewusst, könnte der nächste Schritt wirklich die Lichtnahrung sein.

Wie wichtig ist Nahrung wirklich?

Gehen wir einmal nicht weit, nur 400 000 Jahre, zurück in der Menschheitsgeschichte. Weit ab von Supermärkten, Einkästen und Tiefkühltruhen hatten es damals die Menschen tatsächlich ebenso wie wir heute geschafft zu überleben. Wie ihnen das gelang? Sie jagten Tiere (Wild, Fische), sammelten Wurzeln, Gräser, Samen und Nüsse. Spätestens im Winter gab es nur mehr Wild und wenn es ein langer Winter war, gab es nicht einmal mehr das. Die Menschen reduzierten ihre tägliche Nahrung immer mehr und versuchten bis zum Frühling durchzuhalten. Schwache Erwachsene und kleine Kinder waren die ersten, die starben.

Die Menschen konnten und können also einige Monate ohne Nahrung auskommen. Dabei überlebten diejenigen vermehrt, die in den Sommer- und Herbstmonaten reichlich im Körper gespeichert hatten. Sie gaben diese starken Gene weiter.

Einerseits besitzen wir also heute wahrscheinlich das beste Speichersystem der Welt (weil wir ja alle von denen abstammen, die die langen Winter überlebt hatten), andererseits müssten wir auch die besten Hungerkünstler der Welt sein, also die, die lange ohne feste Nahrung auskommen. Menschen können also Wasser und Nahrung (also chemische Teile davon) speichern. Und dann davon zehren. Meditieren sie den ganzen Tag, werden sie länger mit ihrem Vorrat auskommen, als wenn sie im Garten graben. Logisch.

Warum Fasten immer beliebter wird

Da wir das beste Speichersystem der Welt haben, sind auch immer mehr Menschen übergewichtig. Weil uns die natürliche Fastenzeit – der Winter – fehlt. Also speichern unsere Körper in ihrem genetischen Auftrag ungehemmt dahin, in der Meinung, bald, sehr bald komme der nächste Nahrungsmittelmangel. Der kommt aber nie. Andererseits gibt es immer mehr Menschen, die sich diese „Fastenzeiten“ bewusst holen – zahlreiche Fastenangebote erleichtern den Willigen diese bewusste Auszeit.

Das Wichtigste daran ist, dass hier freiwillig auf feste Nahrung und Genussmittel verzichtet wird. Wichtig ist ebenso, dass die Tage des Fastens abseits der täglichen (Über-)Belastungen zelebriert werden. Ruhe, Schlaf und Muße oder Meditation sind beim Fasten unverzichtbar. Denn wenn wir den Körper reinigen (auf die feststoffliche Energie der Nahrung verzichten), werden wir leichter (feinstofflicher) und empfinden unsere Sinneswahrnehmungen intensiver. Unser Gefühlswesen, unsere Sprache, unser Denken – kurz unser Geist wird ebenso klar und rein.

Zurück zur Lichtnahrung

Alles ist Energie, alles fließt. Mehr oder weniger kompakte Formen von Energie bilden Luft, Mensch, Stein. Natürlich besteht auch Licht aus Energie. Licht ist Energie. Aus diesem Blickwinkel gesehen, ist es logisch, das Licht als Energiequelle anzusehen und dort aufzutanken.

Erstens:

Der Mensch braucht Licht. Wir brauchen Sonnenlicht, um Vitamin D in der Haut bilden zu können. Natürlich kann es auch durch die Nahrung aufgenommen werden, allerdings gibt es wenige Lebensmittel, die genügend davon enthalten. Da wir also Sonnenlicht brauchen, um Vitamin D zu erzeugen, könnte man sagen, wir alle wären Lichtesser, oder?

Zweitens:

Wir erzeugen viel zu viel Fleisch unter den unmenschlichsten Bedingungen. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen dazu tendieren, Vegetarier oder gar Veganer zu werden. (Wichtig dabei ist nur, dass man dem Körper ausreichend pflanzliches Eiweiß zuführt, was leider nicht immer passiert und diese Menschen dann nach einigen Jahren eklatante Eiweiß-Mangelerscheinungen. Auch Zahnausfall, Knochenschwäche, frühzeitig ergraute Haare, Blutarmut, ein schwaches Immunsystem, Wachstumsschwäche bei Kindern, ständige Müdigkeit, Probleme mit der Wirbelsäule, u.s.w. können eine Folge langfristiger Mangelernährung sein.)

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Ehrlich gesagt, schmecken hormonbehandelte, mit Antibiotika aufgezogene, massengeschlachtete Tiere auch nicht besonders. Man isst sozusagen die Todesangst mit.

Wir wissen, dass sich der Mensch früher immer von Wild ernährt hat und auch heute gibt es Menschengruppen, die sich nahezu ausschließlich von Fleisch ernähren – z.B. die Inuit. Doch wurde und wird das gesamte Tier wertgeschätzt, mittels Gebeten und Gesängen, bedankt man sich bei ihm für sein Opfer, Wertschätzung zeigt sich auch dadurch, dass das ganze Tier verwendet wird, Sehnen, Fell, Knochen, Blase… Nichts wird weggeworfen.

Ich denke, nicht das „hie und da Fleisch essen“ ist die Krux in unseren Industrieländern – es ist der immense Überfluss an allem und dass wir sowieso zuviel Lebensmittel wegwerfen. Wir haben keinen richtigen Hunger mehr, weil eh immer etwas da ist. Hat es in Kriegs- oder Nachkriegszeiten etwa Vegetarier gegeben? Lehnen etwa dort, wo es immer noch Hungersnöte gibt, die Menschen irgendeine Art von Nahrung ab? Nein, da war und ist man froh, dass der Magen vor lauter Hunger einmal nicht schmerzt. Hunger ist der beste Koch. Und das gegenseitige Seilziehen zwischen Fleischessern und Fleischverzichtern kann nur aus dem Überfluss entstehen. Bösartig gesagt – aus Langeweile, weil uns ein bisschen fad ist mit all den fertig gekauften, ständig erreichbaren Lebensmitteln. Und je heftiger so manch einer schimpft und wettert und versucht, andere von seiner Sicht als der „einzig richtigen“ zu überzeugen, desto eher möchte er sein Gewissen übertönen, das ihm eigentlich schon sagt, dass Dogmatismus noch nie der richtige Weg war. So oder so. Leben und leben lassen.

Eventuell können wir statt Vegetarier in Zukunft „Wertschätzer“ werden? Das wäre dann der Weg der Mitte. Unsere Nahrung einfach wieder Wert zu schätzen? Nur mehr das zu produzieren und zu kaufen, was man auch wirklich braucht? Nichts mehr wegzuwerfen?

Wenn der Jäger an seine Beute herantritt, nimmt er seinen Hut ab, steht einen Augenblick still und bedenkt, dass er nicht nur Jagderfolg hatte, sondern auch einmaliges Leben ausgelöscht hat. Er legt das erlegte Tier auf die rechte Körperseite, berührt es mit einem abgebrochenen Zweig, dem Bruch, anschließend nimmt er sich diesen „Schützenbruch“, um ihn an seinem Hut zu befestigen. Im Anschluss „bricht“ er das Tier auf (Ausweiden, Entfernen der Eingeweide). Wenn die „rote Arbeit“ beendet ist, wird für das Tier ein „Tot-Signal“ auf dem Jagdhorn geblasen. Grundsätzlich ist der Jäger gehalten, sein Wild nicht nur als „produziertes Lebensmittel“ zu betrachten, sondern auch an das Mitgeschöpf zu denken, das er getötet hat. Sein Verhalten und der Umgang mit dem toten Tier soll erkennen lassen, dass er es nicht nur mit einer „Sache“ zu tun hat, sondern mit einem Lebewesen.

Aus Jagdbrauchtum heute. (wikipedia.org)

Drittens:

Vegetarier oder Veganer möchten nichts essen, was sie vorher gestreichelt haben oder was vorher gelebt hat. Sie essen also Pflanzen. Doch halt! Sind Pflanzen keine Lebewesen, leben sie nicht?

“Jede Pflanze, die man abhackt, schließt ihre Verwundung ab”, sagt Dieter Volkmann, emeritierter Professor vom Institut für Zelluläre und Molekulare Biologie der Universität Bonn, räumt aber sofort ein: “Das bedeutet nicht, dass die Pflanze Schmerz empfindet wie wir. Schmerzrezeptoren haben wir bei Pflanzen noch nicht entdeckt.” Andere Vergleiche zwischen Mensch und Pflanze gehen Dieter Volkmann hingegen leicht über die Lippen. “Pflanzen können sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen”, sagt er und macht dann eine kurze Pause, weil er weiß, dass diese These nicht so leicht zu verdauen ist: “Das habe ich schon vor 20 Jahren gesagt, und damit großes Aufsehen erregt.” (Den ganzen Artikel finden Sie auf www.stern.de „Pflanzen können sehen, hören, fühlen“)

Aber auch wenn wir daran nicht glauben (Warum eigentlich nicht? Gedeihen Ihre Topfpflanzen nicht besser, wenn Sie mit ihnen sprechen und sie streicheln?), allein schon die Vorstellung, Pflanze an Pflanze im Feld zu stehen ohne Abstand nach Pflanzenlust, später das Vibrieren des Mähdreschers, seine hunderte von Messern, das Abhacken von Getreideköpfen, das Ausrupfen von Stängeln ganzer Felder, massenweise Pflanzen… Essen wir da nicht auch Todesangst mit? Ganz abgesehen einmal von den unzähligen Kleintieren, die unter den Messern elendiglich krepieren.

Ich glaube, da wir keine natürlichen Feinde mehr haben (außer uns selbst und unsere Ängste), haben wir den Blickwinkel dafür verloren, dass Leben und Überleben einfach mit dem Tod zu tun hat. Irgendjemand muss sterben. Das Tier, die Pflanze oder wir selbst.

Erntedankfeste gab es schon in vorchristlicher Zeit. Vergleichbare Riten sind aus Nordeuropa, Israel, Griechenland oder aus dem Römischen Reich bekannt. Kelten feierten im August das Kornfest, Germanen feierten den Herbstanfang und die Erntezeit mit einem dreitägigen Fest. Im Islam ähneln der Fastenmonat Ramadan und das daran anschließende Ramadanfest einer Erntedankfeier. In China, Vietnam und Taiwan werden Mondfeste gefeiert, mit denen die Seelen der Verstorbenen geehrt und Erntedank gefeiert wird. Letztendlich geht es überall darum, Gott oder die Schöpfung für die Gaben der Ernte zu danken.

 

Logisches Fazit:

Darum mag es auch sein, dass, da wir nun weder Tier noch Pflanze essen mögen, nun irgendetwas anderes suchen, dass wir essen könnten ohne schlechtes Gewissen. Das wäre z.B. Licht. Diese Idee ist nicht neu, man findet zum Beispiel das alte chinesische Fasten „BiGu“ (übersetzt „ohne Getreide“), bei dem jeweils nur in kleinen Mengen über einen Zeitrahmen von 7 Tagen bzw. ein vielfaches davon nur rohes Obst sowie Gemüse, Nüsse oder getrocknetes Obst und Wasser aufgenommen werden. Dadurch wird die Aufnahme kosmischer Energie gefördert, von der unsere Wissenschaften noch nicht wirklich viel wissen. Es lässt sich einfach „nichts“ nachweisen. Die kosmische Energie ist nicht messbar, nicht mit wissenschaftlichen Methoden reproduzierbar. Daher gibt es sie nicht. Man kann dennoch daran glauben. Dann wird man unter umständen für dumm gehalten, da viele Institutionen mit dem Glauben schon Handel getrieben haben. Oder man fühlt sie. Dann weiß man. Glücklicherweise fühlen immer mehr Menschen und denken weniger, sie empfinden Wissenschaft als überflüssig oder als etwas, das man „umschreiben“ muss. Ein Paradigmenwechsel hat stattgefunden.

 

Noch ein anderer Weg – ethisch essen mit Fleisch

Die Wahrheit ist auch, dass das Leben ohne den Tod nicht möglich ist, dass, egal, was du isst, jemand sterben musste, um dich zu ernähren.“

Autorin Lierre Keith, Ethisch Essen mit Fleisch

In dem gleichnamigen Buch aus dem systemed verlag von der Amerikanerin Lierre Keith beschreibt die ehemalige Veganerin ihren Weg zum Veganismus und wieder zurück – ein Leidensweg des Körpers, der sie durch heftige Symptome, die aus jahrelanger Unterversorgung resultierten, dazu zwang, alles, wofür ihr gesamtes Leben und ihre gesamte geistige Ausrichtung stand (Veganismus) aufzugeben, wieder Fleisch zu essen, um wieder zu Kräften zu kommen.

Sie beleuchtet das brisante Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln, moralische, politische, medizinische und ethische. Es schreibt: „Es fiel mir unendlich schwer, dieses Buch zu schreiben. Es war grausam. Ich erkannte, dass ich meinen Körper, dein einzigen, der mir gegeben wurde zerstört hatte. Dass zwischen ehrbar und fanatisch nur ein dünner Grad lag. Und ich erkannte in Berichten von Essgestörten unendlich mehr als mir lieb war. Doch mir ist wichtig, dass mein Leben im Veganismus ein aufrichtiger Versuch für ein ehrbares Leben war. Und ich erkannte, dass wir einander wegen unterschiedlicher Einstellungen zu Lebensmitteln weder selbst noch gegenseitig umbringen müssen.

Das Buch ist eine Streitschrift – keine Abrechnung mit dem Vegetarismus, es soll unsere Ernährungskultur aufrütteln. Eigentlich geht es ja nicht so sehr um das Essen, sondern darum, dass wir mit unserer industriellen Land- und Ernährungswirtschaft unseren Planeten zugrunde richten. Und das schmeckt weder Pflanzenköstlern, noch Fleischessern und schon gar nicht den industriellen Nahrungsmittelproduzenten! Das Ziel des Buches ist, dass wir über die Ethik des Essens nachdenken, ob nun mit oder ohne Fleisch. Es geht um blühende Landschaften, gesunde Menschen und eine intakte natur. Zurück zu den Wurzeln unserer Existenz.

 

Paradigmenwechsel

Der Aufruf gilt uns allen. Schätzen wir den Wert, den wir von unserer Mutter Erde bekommen. Üben wir uns darin, neue Blickwinkel des Lebens zuzulassen. Zahlreiche Angebote mit unterschiedlichen Ansätzen bieten Ihnen wie ein Geländer Halt. Sie können sie nutzen, wenn Sie wollen, müssen aber nicht.

Streben wir danach, Kontakt mit Mutter Erde, ihren Wäldern, Flüssen, Wiesen wieder herzustellen, gehen wir lieber hinaus in die Natur, als vor dem Fernseher oder PC zu versacken. Meditieren wir, gehen wir den Frühling riechen, den Sommer schmecken, den Herbst hören, den Winter fühlen, das Leben so sehen, wie es ist, unbändige pralle Vielfalt an Geschmacks-Sachen.

Aus: Festival der Sinne-Journal, www.festivaldersinne-journal.at

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Buchtipp:

Ethisch Essen mit Fleisch: Eine Streitschrift über nachhaltige und ethische Ernährung mit Fleisch und die Missverständnisse und Risiken einer streng vegetarischen und veganen Lebensweise
Lierre Keith
systemed verlag
ISBN 978-3-927372-87-0
 

Bilderverzeichnis

  • Welche Art von Ernährung ist gesund?: Andreas Karelias | fotolia

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