Essen für den Körperkult – wie wir dem Trend entkommen

Während ich diesen Text schreibe, bin ich am Essen. Es ist nicht der Hunger, der mich zum Essen greifen lässt. Es hilft mir, mich zu konzentrieren. Ist für meine Muse ein Zeichen herauszukommen.

Soulfood. Nicht zum Sattwerden, sondern zum Wohlfühlen. Zum Entspannen. Genau das Gegenteil von dem was meine Kolleg*innen aus der Fitness-Branche als Ernährungs-Empfehlung geben:

Iss achtsam und bewusst. Ohne etwas anderes dabei zu machen.

Keinen Zucker. Keine Kohlenhydrate nach 18 Uhr. Wenn du isst, dann genieße es. Bunt muss das Essen sein. Eine Fastenzeit musst du einhalten. Morgens wie ein König frühstücken.

So lauert ständig das schlechte Gewissen hinter der nächsten Ecke, denn egal was du isst, ist es wahrscheinlich nicht ganz richtig. Es gibt fast so viele Ernährungsempfehlungen da draußen wie Ernährungsberater*innen, die uns zu unserem neuen Ich, zum schlankeren Selbst führen um mental stark zu werden. Oder einfach nur für die Gesundheit.

Warum wird Gesundheit überhaupt so oft mit Dünnsein in Verbindung gebracht? Es gibt so viele verschiedene Körperformen und Gewichtsklassen. Unabhängig vom Faktor Gesundheit.

Eva Laspas

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Warum können wir nicht einfach akzeptieren, dass wir unterschiedlich sind?

Warum können wir nicht aufhören das Gewicht von anderen zu kommentieren? Auch vermeintlich freundlich gemeinte und anerkennende Bemerkungen können toxisch wirken. „Du siehst gut aus. Hast du abgenommen?“ So ein Satz wirkt ganz subtil, ist fast schon eine Floskel, eine Gewohnheit. Wir machen uns keine Gedanken darüber, wenn wir ihn aussprechen. Er brennt sich ein in unser Unterbewusstsein.

Schlank ist besser. Abnehmen wird gelobt. Je öfter wir das hören, je richtiger scheint uns diese Aussage.

Auch ich habe es schon gehört. Dieses Lob, die passende sportliche Figur für meinen Beruf zu haben. Es war mir unangenehm, denn ich kenne genügend fähige Trainerinnen mit gesunder, normaler, kräftiger Figur. Unsere Körperform hat nichts mit unserem Können und unserem Wert zu tun.

Damit wir es solche Sätze nicht mehr so oft hören, müssen wir selbst damit anfangen sie weniger zu sagen. Wenn wir sie hören, können wir darauf hinweisen, dass sie unangebracht sind. Dass Kommentare über die Figur von anderen Menschen übergriffig sind.

Essen zur Bedürfniserfüllung

Wenn wir nicht genährt sind, wenn uns etwas fehlt, dann sind wir die ganze Zeit auf der Suche.

Vielleicht lechzen wir nach Schokolade, greifen stattdessen zum gesunden Snack. Aber die Gelüste verschwinden vielleicht immer noch nicht, weil uns Magnesium fehlt. 

Wenn wir uns durch kluge Strategien vom Essen ablenken möchten, aber uns nicht richtig versorgen, sind wir weiterhin auf der Suche nach etwas, das uns nährt. Das kann ganz klassisch damit zusammenhängen, dass uns Vitamine und Mineralstoffe fehlen.

Manchmal geht es auch tiefer und uns fehlt eine andere nährende Komponente. Das Essen, die Gelüste, sie sind nur ein Ersatz zur Erfüllung der Bedürfnisse, die uns fehlen.

Was fehlt dir, wenn der Heißhunger oder Appetit kommt?

Vielleicht brauchen wir eine Pause. Nähe. Beruhigung. Verständnis. Sicherheit. Anerkennung. Welches Gefühl gibt dir das Essen, wenn du deinen Gelüsten nachgibst?

Renate Waschek revolutioniert mit ihrem Ansatz „Selbstbestimmt Essen“ das Konzept von Diäten und Disziplin rund ums Essen. Bei ihr geht es zuerst um die Erfüllung der unerfüllten Bedürfnisse. Sind deine Bedürfnisse erfüllt, löst sich zwanghaftes Essverhalten von selbst. Wir werden durch mehr genährt als nur durch Essen.

Beispielsweise durch das Gefühl angenommen zu werden und richtig zu sein, so wie wir sind.

Auch das ist ein Grund dafür, warum wir langsam damit aufhören sollten andere über ihr Äußeres zu beurteilen. Je öfter wir hören, noch nicht richtig zu sein, je mehr Stress erzeugt das. Je mehr Stressbewältigung benötigt es. Zum Beispiel durch Essen. Ja ich weiß, das ist nicht optimal, aber es kommt so häufig vor.

Und der wichtigste Grund: Echte, gesunde Ernährung ist individuell. Wir sind alle verschieden, unsere Bedürfnisse sind unterschiedlich ausgeprägt. Und doch gibt es universelle, einfache Regeln:

  • Koche mit Liebe
  • Iss mit Genuss
  • Erfreue dich am Sein

Wie du eine ganz besondere Energie in deine Nahrung bringst, die deine Gesundheit unterstützt, liest du in diesem Beitrag.

Eva Laspas, Herausgeberin

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Regina Schmitt - Expertin für Beckenboden und Körpermitte

Regina Schmitt

Expertin für Beckenboden und Körpermitte

„Wie entwickle ich Selbstliebe, um zu erkennen: Ich bin genug?”

reginaschmitt.de/

Alle Artikel von Regina findest du hier.

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