Job, Arbeit oder Beruf – ein Perspektivenwechsel

Vor einigen Tagen hat mich eine Leserin angeschrieben, sie hätte immer massive Widerstände, wenn sie in die Arbeit gehen soll. Irgendwie hat da der innere Wächter das Thema „Arbeit“ unter „gefährlich“ eingestuft. Sie bekommt sehr schlechte Gefühle, wenn sie nur daran denkt.

Das hat mich auf den Gedanken gebracht, über die Begriffe Arbeit, Job und Beruf nachzudenken. Vielleicht geht es auch dir so? Lustlosigkeit oder gar körperliches Unwohlsein, wenn du daran denkst, wieder in die Arbeit zu müssen?

Du kannst natürlich einwenden:

„Ja, o.k., wenn der Job nicht passt, suche ich mir einen anderen.“ – Das geht sehr gut, solange wir jung sind, aber leider ist der Arbeitsmarkt völlig irrational und ab einem bestimmten Alter beginnt das „Durchbeißen, bis zur Pension“.

Doch ich frage dich:

Ist es ein Lebensziel, die besten Jahre seines Lebens derartig wegzuwerfen und sich „durchzubeißen“? (Ganz abgesehen davon weiß niemand von uns, ob und wann wir die Pension erreichen.)

Dieser Artikel stammt aus dem Buch „Lebe frei!“ - Herzlichen Dank für den kostenfreien Abdruck!

Eva Laspas

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Job, Arbeit oder Beruf – ein Vergleich

Früher galt es, sich und seine Familie am Leben zu erhalten. Das kostete mehr oder weniger Anstrengung und recht früh das Leben.

Einige wenige Menschen erschufen etwas, was die Allgemeinheit brauchen konnte. Kleidung, Gebrauchsgegenstände, andere konnten besonders gut Nahrung zubereiten, wieder andere kannten sich mit Kräutern aus, hatten ein ganz besonders gutes Gedächtnis, um Ereignisse „aufzubewahren“ oder konnten gar mit der „Anderswelt“ als Schamanen verhandeln.

Diese Menschen waren besonders anerkannt und geachtet und wurden von der Gemeinschaft miterhalten, da sie ihr ihre Talente zur Verfügung stellten.

Sie waren die „Berufenen“ – schon als Kinder hatten sie einen besonderen inneren Ruf gehört, dem sie gefolgt waren.

Wo ist dein innerer Ruf?

Wenn wir jetzt sehr kurzsichtig sind, könnten wir glauben, dass die einen mehr wert waren als die anderen. Und aus diesem Gedanken heraus wurde das Klassendenken geboren.

Die, die „nur“ jagen gingen, „nur“ das Feuer versorgten“ oder gar „nur“ Kinder aufzogen, die hatten einen Job.

Die anderen, die etwas produzierten, das man sehen konnte, taten „echte“ Arbeit und die, die kaum spürten, dass sie etwas schufen, weil es so mühelos ging, die Gelehrten oder Schriftsteller, die waren die Berufenen.

Doch so etwas wie eine Wertigkeit gibt es nicht – denn jedes Menschenleben hat einen ganz bestimmten Wert für die Allgemeinheit. Und ich bin der Meinung, dass auch jeder Mensch seinen Ruf hat, auch wenn er ihn nicht gehört hat, sich dessen nicht bewusst ist oder ihn schlichtweg absichtlich überhört.

Ich vergleiche es gerne mit einem Kaleidoskop – würde da nur ein einziger grüner oder blauer Stein fehlen, wäre das ganze Kaleidoskop anders als es jetzt ist. Oder?

Die Menschen, die eine besonders „offensichtliche Gabe“ haben, wie Schuhe oder Kleider machen oder Bücher schreiben etc., sind nicht mehr wert für die Menschheit als die, die besonders gute Tränentröster sind oder liebevolle „Kollegenaufmunterer“.

Wir alleine haben diese unpassende Klassifizierung erschaffen.

„Sobald wir etwas miteinander vergleichen, erschaffen wir Leid.

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Job, Arbeit oder Beruf

Wenn wir auf die Spuren dieser drei Wörter gehen, finden wir:

  • Unter Job verstehen wir eine vorübergehende einträgliche Beschäftigung, um Geld zu verdienen.
  • Die Arbeit ist etwas, dem wir nachgehen, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können, und eher etwas, das damit zu tun hat, ein Produkt zu erschaffen.
  • Beruf ist eine Betätigung, die mit einer besonderen Eignung, Neigung und Ausbildung einhergeht.

Überlege einmal, was du machst, um dich am Leben zu erhalten.

  • Eine Arbeit?
  • Einen Job?
  • Oder einen Beruf?

Kannst du den Unterschied fühlen?

Mach dir den Unterschied bewusst, lass dir die Worte und ihre Bedeutung auf deiner Zunge zergehen.

(Ich persönlich finde es ganz unpassend, dass sich das Arbeitsamt als „Jobcenter“ versteht. Was bitte möchte man den Menschen vermitteln?)

Im letzten Durchgang der „Metamorphose zum SEIN“ betrachteten wir eine Woche lang unsere Beziehung zu diesem Thema – es war so schön anzusehen, wie sie so mancher Knopf bei den Teilnehmerinnen löste …

Unzufriedenheit im Job?

Wenn du unzufrieden in deinem Job bist, kann ich das verstehen. Es ist ein Job und nicht dein Beruf. Du fühlst keine besondere Begabung oder gar Neigung, täglich 8 Stunden an der Kassa zu sitzen oder Regale einzuräumen, die sowieso wieder ausgeräumt werden?

Entscheide dich um! Du hast immer die Wahl.

Ich persönlich z. B. mache keinen Job. Niemals ist irgendeine Arbeit, die ich leiste, ein Job. Ich gehe immer einer Berufung nach. Da ich selbstständig bin, höre ich auf den Ruf meiner Kundinnen:

  • Was brauchen sie,
  • was liegt ihnen am Herzen,
  • wo setzen sie ihren Schwerpunkt und
  • worin kann ich sie unterstützen?

Diese Fragen kannst du auch für deine Arbeitsstelle anwenden und so aus deinem Job deinen Beruf machen.

Diese Um-Entscheidung heißt Perspektivenwechsel.

Wenn dir bestimmte Schuhe Druckstellen hinterlassen, hast du zwei Möglichkeiten:

  • Du änderst sie (vergrößern, ausschneiden, abschneiden …) oder
  • du schmeißt sie weg.

Bei allen anderen Dingen im Leben hast du noch eine weitere Möglichkeit, dass sie nicht mehr drücken:

Du änderst deine Perspektive – und zwar auf eine Weise, dass du anders empfindest als vorher und damit den Druck tatsächlich nicht mehr spürst.

Wenn du deinen Job nicht wegschmeißen willst, verändere ihn so, dass er dir wie maßgeschneidert passt, oder verändere deine Perspektive, damit deine Einstellung zu ihm und mache daraus deinen Beruf. (Nur das Raunzen über den miesen Job sollte aufhören, denn das zieht dich hinunter!)

Perspektivenwechsel: aus Job wird Beruf

Wenn dich dein Job nicht (mehr) freut, liegt es auch daran, dass du ihn so nennst. Es hängt mit deiner Wertschätzung dir selber gegenüber zusammen, dass du das, was du tust, als „Job“ betitelst.

Gemäß dem allgemeinen Sprachgebrauch sagst du dir selber dadurch, dass es nur auf Zeit ist. Und damit eigentlich „nix wert“.

  • Wozu also viel Engagement hineinlegen?
  • Wozu Kontakte knüpfen?
  • Wozu sein Herz daran hängen?

Und hier ist sie schon wieder – die Katze, die sich in den Schwanz beißt. Wenn du kein Herz in die Sache legst, macht sich das in deiner Arbeitsleistung bemerkbar und tatsächlich hast du den Job vielleicht nicht sehr lange.

Punkt 1:

Ändere also gleich JETZT die Bezeichnung in Arbeit. Das ist der erste Schritt, es ist leicht, sich ein Wort im Sprachgebrauch umzugewöhnen. Oder?

Lösche einfach das Wort „Job“ aus deinem Sprachgebrauch.

Ersetze das Wort Job durch „Arbeit“ oder gleich durch „Beruf“.

Punkt 2:

Nun geht es darum, dass du deine Gefühle in Bezug auf deine Arbeit veränderst. Da sehe ich zwei Wege:

Du suchst dir eine Möglichkeit, etwas daran zu lieben. Und zwar so zu lieben, dass du dich total freust, es zu haben, während du arbeitest. (Lies dazu das Kapitel „Veränderungen im Leben“). Das können Kollegen sein oder die Fliesen am Boden, die Musik in der Arbeit oder das Gefühl der Zufriedenheit, wenn du nach einem Arbeitstag nach Hause gehst. Im besten Fall ist es die Möglichkeit, dein Potential zu leben, deine Fähigkeiten auszuprobieren und anderen Menschen dienlich zu sein. Und unter diesem Aspekt kann jeder seine Arbeit zum Beruf machen.

Du erkennst deinen Wert, warum du genau jetzt an dieser Arbeitsstelle bist. Du suchst dir eine Aufgabe „hinter“ deiner Aufgabe. Du bist nicht nur dazu da, die Regale einzuräumen, sondern du hast die Möglichkeit, Menschen zuzulächeln und damit glücklich zu machen oder auch die Ware zu segnen.

Hast du dir schon einmal überlegt, wie viele Menschen du als Kassiererin täglich glücklich machen kannst? Dass du bald eine Quelle für Glücksgefühle sein wirst, wenn du deinen Kunden an der Kassa ein Lächeln vom Herzen schenkst oder ein paar nette Worte? Ich habe das viele Jahre vor meiner Selbstständigkeit zelebriert. Wir hatten Spaß an unserer Arbeit und die Kunden kamen gerne zu uns einkaufen.

Ganz zu schweigen von dem Beruf der Mutter.

Selbst wenn du in einem staubigen Bucharchiv sitzen würdest, könntest du in deiner Arbeit eine Berufung sehen: die Werke, die in deiner Obhut stehen, für die Zukunft zu archivieren (und so andere Menschen später glücklich zu machen). Oder gar diejenigen mit liebevollen Gedanken zu bedenken, die die Werke vor Jahrhunderten verfasst haben.

Ich zum Beispiel schaue mir jedes Jahr, wenn ich meine alten Buchhaltungsordner ausleere, alle Rechnungen von vor sieben Jahren an und segne jeden einzelnen meiner damaligen Kunden. Das kannst du ver-rückt nennen, doch ich bin fest davon überzeugt, dass das eine positive Wirkung auf diesen Menschen hat.

Wichtig ist also nicht, ob es rational erklärbar ist, was du an deiner Arbeit zu lieben beginnst, es muss fühlbar sein. Und es ist egal, ob du rational erklären kannst, was du für die Menschheit leisten kannst, an diesem Platz, wo du jetzt stehst. Es reicht, wenn du es fühlst.

Wichtig ist, dass du fühlst: Du bist wertvoll und ein einzigartiger Stein im Kaleidoskop der Menschheitsgeschichte.

Übung:

Mach 21 Tage eine Übung, die dein Selbstbewusstsein stärkt. Notiere dir täglich am Abend in dein Schreibheft fünf Dinge, worin du besonders gut bist.

Schreibe sie einzeln auf und pauschaliere nicht:

  • Ich kann gut Vanillekipferl backen.
  • Ich verstehe es, den Garten zu einer blühenden Pracht zu bringen.
  • Ich dekoriere leidenschaftlich das Badezimmer.
  • Ich male gerne Strandbilder.
  • ...
  • ...

Werde dabei kreativ!

Eva Laspas, Herausgeberin

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Buchtipp:

Lebe frei - Veränderung und Loslassen leicht gemacht
Eva Laspas
ISBN 978-3950421378

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