Handbuch der Klosterheilkunde

Klöster waren früher Gesundheitsdienstleister.

Zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert lag fast die gesamte medizinische Versorgung der Menschen in der Hand der Klöster. Speziell in Kräuterkunde ausgebildete Mönche versorgten die Gärten, und die Arzneikammern. In den Arzneikammern wurden die Pflanzen getrocknet, spezielle Zubereitungen erzeugt und penibel genau Buch über Wirkung, Dosierung, Nebenwirkungen und Rezepte geführt. Da diese Mönche oft ihr ganzes Leben dieser Aufgabe, ja manchmal sich sogar nur einer einzigen Pflanze widmeten, sind die Bibliotheken der Klöster wahre Fundgruben für Interessierte  der Pflanzenheilkunde. Komplette Werke, wie z. B. die Schriften von Hildegard von Bingen oder Einzelrezepte zu den Heilkräutern, geschrieben auf Pergamentrollen oder Büchern, unleserlich oder gestochen scharf geschrieben.

Seit 20 Jahren sucht das Autorenteam in Archiven und Bibliotheken nach den Quellen der Klostermedizin. So fand man heraus, dass  nicht nur die Chinesen oder Inder Jahrtausendealte Heilverfahren haben, sondern auch im europäischen Raum schon so lange man denken kann Heilverfahren gegeben hat. Der Leibarzt vom röm. Kaiser Marcus Aurelius Galen von Pergaman (129-200n. Chr.) beschreibt die 4-Säfte-Lehre, die man auch aus der chiniesischen und ayurvedischen Medizin kennt.

Die 4 Säfte waren Blut, schwarze Galle, gelbe Galle und Schleim. Beim gesunden Menschen kommen diese 4 Säfte in gleichen Teilen vor. Ein Überschuss einer der Säfte würde Krankheit bewirken. So notierte er z. B.: Der Überschuss an gelber Galle würde aufbrausendes und jähzorniges Temperament verursachen. Phlegmatiker haben einen Übermaß an Schleim. Galen bezeichnet auch die Regeln, die für die Zubereitung von Heiltränken gelten sollten. Er teilte die Heilpflanzen in trockene, heiße, kalte und feuchte Gruppen.

Im vorliegenden Buch sammelt sich nach Angabe der Autoren jedoch nur ein Bruchteil an Überlieferungen. Vieles würde noch unter verstaubten Buchdeckeln ruhen und auf seine Entdeckung warten.

In Zeiten wie diesen, zeigt sich wieder ein „zurück zur Pflanzenmedizin“ oder zur „sanften Medizin“, es ist daher zu hoffen, dass auch die unentdeckten Rezepte noch einmal gefunden werden und zur Gesunderhaltung des modernen Menschen betragen können.

Im Buch finden Sie zahlreiche Rezepte mit Heilpflanzen, viele Heilpflanzen mit Bild und Geschichte und einen Krankheitsregister, der Heilpflanzen empfiehlt. Ein praktischer Teil zeigt in Bildern, wie man Wickel, Salben, Tees oder Tinkturen selber macht. Wie bei allen Dingen ersetzen die Rezepte eine Diagnose eines Arztes nicht.

Gurgellösung bei Halsschmerzen:

Beim ersten Kratzen im Hals oder bei den ersten Schluckbeschwerden lässt ein überaus wohltuendes Gurgelmittel diese Krankheitszeichen oft schnell verschwinden: Dazu fordert man in der Apotheke eine Lösung zu gleichen Teilen aus Myrrhen-, Salbei-, Bibernelle- und Kamillentinktur an. Als wirksame Inhaltsstoffe enthält die Lösung die schleimlösenden und desinfizierenden Bitterstoffe des Salbeis. Die Wirkstoffe der Kamille geben der Tinktur ihre entzündungshemmende Kraft. Etwa 20 Tropfen der Mischung gibt man nun auf ½ Glas mit warmem Wasser und gurgelt damit. Bei Kindern nimmt man nur 10 Tropfen.

Ingwer gehört ins Reisegepäck:

Während langer Fahrten mit dem Schiff in Richtung Afrika oder Asien haben unsere Missionare früher Ingwer zu sich genommen, wenn sie Übelkeit verspürten. Auch wenn Reisen heute wesentlich schneller geht und statt Schiff das Flugzeug oder Auto verwendet wird, empfehle ich die Ingwerwurzel gegen alle Formen der Reisekrankheit, von Übelkeit bis Schwindel und Erbrechen. Die Inhaltsstoffe der Ingwerwurzel – ätherische Öle, besonders die scharf schmeckenden Gingerole und Shogaole – fördern den Speichelfluss und stimulieren die Magennerven. Ingwer erhalten Sie in der Apotheke als klein geschnittene Ingwerwurzel oder als Pulver. Die Wurzel kann man bei Übelkeit direkt kauen.

Die Variante: Man löst 1 Teelöffel des Pulvers in einem Glas Wasser, das man dann trinkt.

Teemischung – Anwendung bei Regelbeschwerden

Diese Teemischung ist sehr empfehlenswert bei krampfartigen Unterleibsschmerzen und empfindlichen Brüsten, unter Umständen verbunden mit Depressionen.

Zusammensetzung: 50g Schafgarbenkraut sowie 50g Johanniskraut

Teezubereitung: 2 Teelöffel Teemischung mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Täglich 2-mal 1 Tasse trinken mit Honig süßen). Bei regelmäßiger Einnahme tritt etwa nach 8 Wochen eine Besserung der Beschwerde ein.

 

Buchtipp:

Handbuch der Klosterheilkunde
Dr. Johannes Mayer, Dr. med. Uehleke, Pater Kilian Saum OSB
Verlag Zabert Sandmann
ISBN 3-89883-016-0

Bilderverzeichnis

  • Klöster waren früher Gesundheitsdienstleister.: sik-life | pixabay
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