Glückliche Gebärmutter - ein neuer Weg zur Frau

Glückliche Gebärmutter

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Die Gebärmutter ist weit mehr als nur ein Organ. Sie ist das zentrale weibliche Energiefeld, der Sitz der weiblichen Seele. Im Mittelalter gab es zahlreiche zum Teil religiöse Metaphern für die Gebärmutter, zum Beispiel der „verborgende Garten“ oder der „Paradieses-Schoß. In der traditionellen Chinesischen Medizin wird die Gebärmutter auch „der Palast des Kindes“ genannt, die Menstruation als „himmlisches Wasser“, was auf eine wertschätzende und respektvolle Sicht auf die Gebärmutter zeugt. Doch im Laufe der Kulturgeschichte wandelt sich die Bedeutung der Gebärmutter – von dem als Ursprung des Lebens verehrten weiblichen Prinzips hin zu einem Organ zur reinen Reproduktion.

 

Selbstheilende Kraft der Gebärmutter

Dr. Gabriele Pröll arbeitet schon sehr lange mit der Methode “Wildwuchs”. In ihrem zweiten Buch „Die glückliche Gebärmuter“ schreibt sie: „Da Körper und Sexualität von den Kirchen mit schamhafter Sünde belegt waren, hatten Frauen sich für ihre Lust spendenden Sexualorgane im wahrsten Sinn des Wortes zu schämen. Begriffe wie „Schamlippen“, Schambein, Schamhügel unterstützten dieses Gefühl sprachlich und erinnern uns Frauen im Alltag ans Schämen. Niemand käme aber auf die Idee, den Penis des Mannes als „Schamstängel“ oder Schambeutel zu bezeichnen. Einzig die Schamhaare haben beide gemeinsam…

Das führte dazu, dass wir Frauen unsere Gebärmutter weitgehend aus der Hand gegeben haben. Und damit auch die der Urkräfte, mit denen wir uns nicht mehr verbunden fühlen. Sie sind uns fremd geworden, machen uns angst, sodass wir unseren biologischen Fähigkeiten nicht mehr vertrauen können und deshalb gerne bereit sind, der Gynäkologie das „sich kümmern“ zu übertragen.“

Was dann dazu führt, dass in den USA die Entfernung der Gebärmutter gleich hinter dem Kaiserschnitt der häufigste chirurgische Eingriff ist. Aber auch in Deutschland wird kein anderes Organ so häufig entfernt. Unsere Weiblichkeit wird in unserer Kultur pathologisiert. Die Medizin hat sich uns Frauen als stetig sprudelnde Geldquelle erkoren. Regelmäßig werden neue „Krankheiten“ (er-) gefunden. Alles was sich rund um das Frauwerden, Frausein, Gebären und die Wechseljahre dreht, wird als „Beschwerden“, krank oder „muss behandelt werden“ eingereiht. Nur ganz junge Mädchen haben noch Ruhe – obwohl man ja auch da schon versucht (ab 12 Jahren) mit der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs Geld zu lukrieren. Noch obskurer ist meiner Meinung nach der Gentest, bei dem man sich auf eine potenzielle Brustkrebsdisposition untersuchen lassen kann. Mittlerweile gibt es in den USA schon Bemühungen die monatliche Blutung als „Irrtum der Natur“ abzuschaffen, was 70% der kalifornischen Frauen begrüßen. Da kann man nur den Kopf schütteln.

Grundsätzlich und von Natur aus hätten wir Frauen keine Probleme mit der Regel, der Schwangerschaft und dem Wechsel. Wir reagieren einfach darauf so, wie wir die „Themen“ von Klein auf serviert bekommen. Es ist unser kulturelles Erbe, und es ist an der Zeit, damit Schluss zu machen und den wertschätzenden Weg wiederzufinden. Hat mich meine Mutter noch als „du Arme“ im Kreis der Frauen begrüßt und mir Geld für Binden in die Hand gedrückt, die Mutter der Freundin meiner Tochter (eine Generation näher) auch nur irgendeine abfällige Bemerkung gemacht und ihr zumindest eine Auswahl an Monatshygieneartikel auf den Schreibtisch gelegt, gibt es heute bereits wirklich gute Ansätze: Eine andere Freundin meiner Tochter lud zu einer Menstruationsparty, wo auch wir Mütter (rot gekleidet) willkommen waren. Hier wurde symbolisch der Übergang vom Mädchen (weißes Kleid) zur Frau (rotes Kleid) in einem Ritual begangen – und sogar die Oma im schwarzen Gewande war mit Achtsamkeit dabei die dritte Seite der Mondin darzustellen.

Gabriele Pröll schreibt: „Dieses Korsett abzuwerfen, bedeutet, den eigenen Zyklus mit seinen unterschiedlichen Phasen und Qualitäten wahrzunehmen und zu leben. Viele Frauen haben das Bedürfnis, sich in der Zeit der Blutung zurückzuziehen, nicht weil sie zu blöd zum Arbeiten sind, sondern weil sie das Bedürfnis nach regelmäßigen Regenerier-Phasen haben. Es bedeutet auch, dass wir uns in allen Phasen und Stimmungen im weiblichen Zyklus annehmen. Wir dürfen uns erlauben, Platz zu beanspruchen und Räume zu errichten, in denen es um Frauenthemen wie Menstruation, Sexualität, Spiritualität und schöpferisches Gebären geht.“

So leitet Gabriele Pröll im Buch „Die glückliche Gebärmutter“ betroffene Frauen Schritt für Schritt an, etwaige „Probleme“ nicht mehr als solche anzusehen. Über die angeleitete Selbstheilungsarbeit (innere Bilder) können Betroffene in Kontakt mit ihrem Körper kommen und so die Chancen zur Selbstheilung ihres Körpers nutzen. Letztendlich erfahren wir, dass wir nicht mehr machtlos sind, sonder aktiv etwas zu unserer Gesundung (der Weiblichkeit) beitragen können. Ein wunderbares Praxisbuch, absolut empfehlenswert.

 

Der Palast des Kindes

Der blumige Name „Palast des Kindes“ für „Gebärmutter“ lässt uns schon erahnen, wie wertvoll für die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) die Gebärmutter ist. Zu ihr zählen Gebärmutterhals, Eierstöcken und Eileitern, deren Aufgabe das Aufnehmen, das Transportieren und Ausscheiden ist.

 

Unter „Aufnehmen“ versteht die TCM aber nicht nur das Aufnehmen des Samens, auch energetisch nimmt die Gebärmutter ständig auf. Negative Gefühle des Partner während der sexuellen Vereinigung, wenn er sie nur zum „Spannungsabbau“ verwendet, schlechte Nachrichten und vieles mehr beeinflussen ihr Wohlbefinden. An den Tagen der Blutung öffnet sich der Muttermund, damit Blut abfließen kann. Er bleibt offen und so sind wir offen für Kälte, Keime und alle Art von Fremd-Energien. Hier sieht man, dass die TCM der Gebärmutter sehr wohl eine Beziehung zum Außen zuschreibt.

 

Menstruationsblut sowie Embryo werden von der Gebärmutter zuerst „transportiert“, später dann „ausgeschieden“. Da das „Ausscheiden“ viel Kraft braucht, ist die Gebärmutter auch der kräftigste Muskel im Körper einer Frau. Wie viel Kraft uns (nicht nur) Frauen während einer Geburt zur Verfügung steht, erkennen wir erst während einer solchen. Wo wir Grenzen vermutet haben, erkennen wir plötzlich, dass diese sich viel weiter ausdehnen lassen, als wir es je zu wagen gehofft haben.

 

Menstruation – ‚das himmlische Wasser’

Früher nahmen die alten Chinesen an, dass das Regelblut die Fortpflanzungsessenz der Frauen sei, ähnlich wie das Ejakulat die des Mannes. Es hieß, dass das Menstruationsblut kein Blut, sondern „himmlisches Wasser“ sei, das aus den Nieren, dem Sitz der Lebensessenz, kommt. Die TCM sieht also im Menstruationsblut Qi (Energie) und reine Essenz, die uns am Leben erhält und so sie kräftig genug ist, einen Embryo halten kann.

 

Während der Regel verlieren wir Blut als eine dichte Form von Qi. In China sind daher die Tage der Regel eine Zeit, in der Frauen besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. In vielen Firmen bekommen die Frauen einige Tage frei, um sich zu schonen. Man ist sich bewusst, dass man mit einigen Tagen Schonung pro Monat, der Gesundheit der Frau langfristig nützt und die Arbeitskraft über Jahre erhalten bleibt.

 

Probleme im Zyklusgeschehen

Dr. Xiaolan Zhao schreibt in ihrem Buch „Der Schein des Mondes auf dem Wasser: Traditionelle chinesische Medizin für Frauen“ sehr einprägsam und anschaulich über „Frauensachen“. Unter anderem gibt sie auch Tipps, um Probleme im Zyklusgeschehen zu vermeiden, bzw. Selbsthilfemaßnahmen, wenn es schon zu Unregelmäßigkeiten, Schmerzen und anderem gekommen ist.

 

Wir sehen, das wir unsere „Tage“ mit Abwertung belegen, Frauen an diesen Tagen gar diskriminieren und ihnen geistige Umnachtung vorhalten, hat über Generationen dazu geführt, dass heute Schmerzzustände rund um die Regel als „normal“ angesehen werden und so viele Frauen denken, das „müsse“ so sein.

 

Wichtig und schön wäre es, wenn wir dem Menstruationsgeschehen der Frau wieder den Stellenwert zusprechen würden, den er hat. Ähnlich wie bei einer Schwangerschaft sollten wir Frauen uns auch in der Zeit der Regeln schonen und uns gegenseitig mitfühlend-helfend eingestellt sein, wie wir es Schwangeren gegenüber sind.

 

Buchtipps:

Der Schein des Mondes auf dem Wasser: Traditionelle chinesische Medizin für Frauen
Dr. Xiaolan Zhao
Verlag Irisana
ISBN 978-3-7205-5002-4

 

Die “glückliche” Gebärmutter
Dr. Gabriele Pröll
Diametric Verlag
ISBN 978-3-938580-70-7

 

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  • Frauengesundheit: angelika_wolter | pixelio