Die autarke Gemeinschaft – ein Widerspruch in sich?

Unabhängig sein, es alleine können. Aber in Gemeinschaft leben.

Gegensätze, die vereinbar sind?

Oder doch nicht?

In meinen Augen – da ich immer tief in die Bedeutung von Worten und deren Ursprung schaue – gibt es hier einiges zu entdecken.

Entscheide am Ende du selber, ob es die „autarke Gemeinschaft“ geben kann …

Autarkie – was bedeutet das wirklich?

Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet „auf niemandes Unterstützung oder Weisung angewiesen“ zu sein. Und das kann sich auch zu einer Falle entwickeln.

Denn verstanden – und verwendet wird das Wort anders: Wir wollen unabhängig von Staat sein, nicht angewiesen sein von Strom- und Wasserlieferanten. Supermärkten oder anderen Einrichtungen. Vielleicht auch gar anderen Menschen, mitunter ganz sicher von den Eltern … (das ist allerdings ein anderes Thema)

So weit, so gut.

Folgende Fragen drängen sich mir auf:

  • Lauert im Wort „Autarkie“ nicht auch die Gefahr, einsam und alleine zu sein?
  • Fühlen sich gerade die Menschen dazu hingezogen, die es gewohnt sind „alles alleine zu machen“? (Weil man sich auf die anderen eh nicht verlassen kann? Weil man eh immer enttäuscht wird? … siehe Thema „Eltern“ – wenn dich das triggert – lies hier weiter
  • Ist das Wort/Thema „Autarkie“ ein geschaffenes Modewort, das die Menschheit in eine bestimmte Richtung drängen möchte? Weil es unterschwellig eine völlig andere Bedeutung hat? (Abstandhalten war ja schon mal Thema. Und wenn ich keine Kontakte habe, dann bis ich wohl auch autark. Damit ich mich besser fühle, wird eine Mode darum erzeugt.)

Wenn wir das die letzten Jahre beobachten, dann läuft der Trend in diese Richtung: Alleine leben im Auto, im Minivan, im großen Van, im Bus …

Verstehe mich bitte richtig – es geht nicht darum, dass wir ein Wort oder eine Sache als „richtig“ oder „falsch“ etikettieren.

Es geht um die Energie, die hinter einem Wort steckt. Und die dann – wenn es nur ausreichend Menschen glauben – WIRKT.

Es geht um die Wirkung von Wörtern, die unsere Wirklichkeit gestalten.

Darum ist es essentiell, sich die Wörter genau anzuschauen, die „man“ so langläufig gebraucht …

Eva Laspas

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Was wollen wir wirklich: Gemeinschaft oder Autarkie?

Vielleicht denkst du dir jetzt, dass da kein Widerspruch ist. Wir können doch autark in einer Gemeinschaft leben. Nun, natürlich, jeder in seinem Zimmer, in seiner Wohnung – aber dann gemeinsam in einem Haus. Küche und Waschküche sind gemeinsam und vielleicht auch ein Gemeinschaftsraum.

Aber das tun wir doch schon lange!

Wir leben jeder in einer Wohnung, zusammen in Häusern. Und Waschküchen gibt es auch …

Wo liegt dann der Unterschied zwischen dem, was wir schon lange haben (leben) und dem, was sich so viele ersehnen?

Ich sehe keinen: außer einer neuen Mode, die einen Altbestand in neuem Kittel verkauft.

Stellen wir mal hier eine These auf: Solange ich mich noch von anderen abgrenzen muss – räumlich, gedanklich, lebenstechnisch – solange bin ich nicht EINS mit der Natur und anderen Menschen. Solange fühle ich mich tief im Herzen immer noch getrennt. Und meine tiefe Sehnsucht danach, die innere Leere zu füllen – EINS zu werden – wird nicht erfüllt werden.

Jetzt denkst du vielleicht, ich wäre wahnsinnig?

Wie kann das denn gehen, alle zusammen in einem Langhaus, jeder hat einen Bereich für sich, der mit Decken abgehangen wird.

Damit man ein wenig Sichtschutz hat … und was ist, wenn es diesen Sichtschutz auch nicht mehr gibt? Da fällt man sich doch voll auf die Nerven, es gibt Streit, weil … warum eigentlich: Vielleicht weil es niemand genau so macht, wie du es gewohnt bist?

Gemeinschaft: Was bedeutet das wirklich?

Dieses Wort – die Bedeutung, die wir diesem Wort geschenkt haben (oder wurde sie uns aufgedrängt?), ist in seiner Tiefe völlig anders. Schauen wir da mal hin.

Gemeinschaft – da steckt „gemein“ drinnen. Und „-schaft“. Also entweder schafft wer was an.

Gemein: niedrig, einfach, gewöhnlich, vulgär, intensiv, schmerzhaft, fies – ja und auch allgemein, gewöhnlich …

Die Endsilbe „-schaft“: Stammt aus dem indogermanischen Wort „skab“ – die Bedeutung ist schneiden, spalten, schaffen – man verwendet sie auch, um Substantive zu einem Kollektivbegriff zusammenzufassen.

Zusammenfassend: Das Gewöhnliche, Fiese oder Vulgäre wird zu einem Kollektiv zusammengefasst. O.K. - wer bitte will nun tatschlich noch eine Gemeinschaft? (Noch dazu, wenn im Wort schon steckt, dass es schmerzhaft ist?)

Du denkst, das ist an den Haaren herbeigezogen? Lies weiter …

Alles wird durch Worte geprägt

Und Gutgemeintes verzerrt.

Doch halt!

Ich hatte da noch einen weiteren Gedankenfaden …

Früher haben doch tatsächlich nur die „Armen“ (der Pöbel) gemeinsam gewohnt. Die „Reichen“ wohnten schon anders. Oder?

Wenn dir diese Tatsache bekannt ist, dass WIRKT sie in dir. Dann wird sich alles in dir wehren, in eine Gemeinschaft zu gehen. Denn damit gehörst du zum Pöbel. (Nicht wirklich, aber so wirkt das Wort in dir.)

Was, wenn wir wie früher „das große Geschäft“ auf einem Massenplumps-Klo erledigen? Du bekommst schon beim Lesen Verdauungsbeschwerden?

Es ist einfach nur ein Gedankenmodell – Kultur und ihre Tabus.

Ich bitte dich, da einmal hineinzudenken: Was ist wirklich so verwerflich daran, gemeinsam zu wohnen? Gemeinsam zu essen, zu schlafen und zu sch ...?

Es ist alles nur eine Frage der Gewohnheit.

Alle Menschen funktionieren gleich. Ob das jetzt beim Essen, Pinkeln, Kacken, Baden oder beim Sex ist. Und wenn es unsere Kultur uns nicht so als Tabu beigebracht hätte, würde uns das nicht stören.

Oder?

Sieh, wo diese Tabus aufgelöst werden: Im Altersheim, Gefängnis oder Pflegeheim – da werden dann die Tabus über den Haufen geworfen. Da badet der junge Pfleger die alte Dame, da hockst du am WC, während die Pflegerin dir zuschaut. Es ist alles nur Gewöhnung.

So – und darum sage ich: Wir wollen autark in Gemeinschaft leben. Was aber so nicht funktioniert.

Wenn wir tatsächlich das erschaffen möchten, was wir mit autarke Gemeinschaft MEINEN, sollten wir uns rasch neue Wörter finden, die ausdrücken, was wir möchten …

Zum Beispiel: Miteinander SEIN. In Einklang mit der Natur.

Und nun kannst du dir die Frage beantworten, ob es eine autarke Gemeinschaft geben kann …

Wie wir leben könnten

Das gleichnamige Buch von Verlag Löwenzahn, Autorin Theresa Mai bietet dir einen wunderbaren Ansatz für „Autark wohnen, Unabhängigkeit spüren, Gemeinschaft entdecken“. Und zwar so, wie wir es gerne hätten. Darum wird im Titel auch der Konjunktiv gewählt. Es ist noch ein Weg dorthin … aber der erste Stein ist durch das Buch gesetzt.

Wenn dich also das Thema „Autarkie“ anspricht, findest du in diesem liebevoll gestalteten und ausgearbeiteten Buch eine Fülle an Beispielen, wie du es tatsächlich schaffst, auf übermäßige „Zuwendung“ von außen zu verzichten.

  • Strom
  • Wärme
  • WC
  • Wasser
  • Natürliche Baustoffe
  • Reduktion auf das Wesentliche

Außerdem findest du das Kapitel „Abenteuer Dorf“ – unsere Gemeinschaft „Dorfschmiede“ beschrieben, bei dem ich selber Mitglied bin und die tatsächlich ein Abenteuer und ein Spielfeld ist, wo Menschlichkeit gelebt wird und das Mensch SEIN beobachtet werden kann – und wo ich wie so oft, viel über mich selber lernen kann. Hier probieren wir aus, was Gemeinschaft bedeuten könnte …

Erste Schritte zum Miteinander SEIN

Der erste Schritt ist stets – dich mit dir selber auseinanderzusetzen. Lies im Spiegel, schaue dir an, wo sich dein „Nackenhaar“ aufstellt und du dich fühlst, wie gegen den Strich gebürstet. Hier wartet dein nächstes Lernfeld.

Wenn du hinschaust. Und dich nach dem EINS in Allem Was IST sehnst.

Hole dir durch diese Bücher mehr Inspiration für deinen Weg zu dir:

Buchtipps

Wie wir leben könnten

Theresa Mai

Verlag Löwenzahn

ISBN 978-3-7066-2684-2


7 Schritte zu mehr Lebensfreude

Ganzheitlich leben und arbeiten

Eva Laspas und Co-Autorinnen

Verlag Ursprünglich leben

ISBN 978-3950524802


Lebe frei! 

Veränderung leicht gemacht

Eva Laspas

Verlag Laspas

ISBN 978-3950421378

Bilderverzeichnis

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