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Die Heilkraft der Kräuter nutzen – Apotheke Mutter Natur

Die Heilkraft der Kräuter nutzen – Apotheke Mutter Natur

Kräuter sind die Apotheke von Mutter Natur. Doch in Zeiten der großen Städte mit ihrer Monokultur kennen immer weniger Menschen diese Schätze.

So können Sie auf Ihrem Weg in die Arbeit hunderte von Heilkräutern sehen - sie aber nicht erkennen.

Schade, denn Kräuter stellen einen wahren Schatz an Heilmittel der Natur dar.

In diesem Beitrag lesen Sie

  • über die Ursprünge der Kräuterheilkunde, über 
  • Kräuter am Land und in der Stadt,
  • welche Pflanzenteile nutzbar sind, 
  • was Sie über Gewürze wissen sollten, und
  • Sie finden Rezepte von Tees, Salzen, Cremen und Hauptspeisen aus Kräuter.

Wo alles begann: Klosterheilkunde

Zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert lag fast die gesamte medizinische Versorgung der Menschen in der Hand der Klöster.

Speziell in Kräuterkunde ausgebildete Mönche und Nonnen versorgten die Gärten und die Arzneikammern.

In letzteren wurden die geernteten Pflanzen getrocknet und zu unterschiedlichen Produkten verarbeitet.

Dabei führten die Mönche oder Nonnen penibel genau Buch über

  • Wirkung, 
  • Dosierung,
  • Nebenwirkungen der Rezepturen.

Gewisse Mönche oder Nonnen (z.B. Hildegard von Bingen oder Pfarrer Kneipp) widmeten oft ihr ganzes Leben dieser Aufgabe, ja manchmal sich sogar nur einer einzigen Pflanze., sind

Bibliotheken der Klöster sind daher wahre Fundgruben für Interessierte der Pflanzenheilkunde.

Das Autorenteam Handbuch der Klosterheilkunde suchte über 20 Jahre lang in Archiven und Bibliotheken nach Quellen der Klostermedizin.

So fand man heraus, dass nicht nur China oder Indien einander in den Grundzügen ähnliche Heilverfahren hatten, sondern auch den Heilverfahren im europäischen Raum ähnlich waren.

Die 4-Säfte-Lehre

Der Leibarzt vom röm. Kaiser Marcus Aurelius Galen von Pergaman (129-200n. Chr.) beschreibt die 4-Säfte-Lehre, die man auch aus der chinesischen (TCM) und ayurvedischen Medizin kennt.

Die 4 Säfte waren Blut, schwarze Galle, gelbe Galle und Schleim.

Beim gesunden Menschen kommen diese 4 Säfte in gleichen Teilen vor. Ein Überschuss einer der Säfte würde Krankheit bewirken.

So notierte er z. B.: „Der Überschuss an gelber Galle würde aufbrausendes und jähzorniges Temperament verursachen. Phlegmatiker haben ein Übermaß an Schleim.“

Galen bezeichnet auch die Regeln, die für die Zubereitung von Heiltränken gelten sollten. Er teilte die Heilpflanzen in trockene, heiße, kalte und feuchte Gruppen.

Rezept: Gurgellösung bei Halsschmerzen

Beim ersten Kratzen im Hals oder bei den ersten Schluckbeschwerden lässt ein überaus wohltuendes Gurgelmittel diese Krankheitszeichen oft schnell verschwinden: Dazu fordert man in der Apotheke eine Lösung zu gleichen Teilen aus Myrrhen-, Salbei-, Bibernelle- und Kamillentinktur an.

  • Als wirksame Inhaltsstoffe enthält die Lösung die schleimlösenden und desinfizierenden Bitterstoffe des Salbeis
  • Die Wirkstoffe der Kamille geben der Tinktur ihre entzündungshemmende Kraft.
  • Etwa 20 Tropfen der Mischung gibt man nun auf ½ Glas mit warmem Wasser und gurgelt damit.
  • Bei Kindern nimmt man nur 10 Tropfen.


Rezept: Ingwer gehört ins Reisegepäck

Während langer Fahrten mit dem Schiff in Richtung Afrika oder Asien haben unsere Missionare früher Ingwer zu sich genommen, wenn sie Übelkeit verspürten.

Auch wenn Reisen heute wesentlich schneller geht und statt Schiff das Flugzeug oder Auto verwendet wird, empfehle ich die Ingwerwurzel gegen alle Formen der Reisekrankheit, von Übelkeit bis Schwindel und Erbrechen.

Die Inhaltsstoffe der Ingwerwurzel – ätherische Öle, besonders die scharf schmeckenden Gingerole und Shogaole – fördern den Speichelfluss und stimulieren die Magennerven.

Ingwer erhalten Sie in der Apotheke als klein geschnittene Ingwerwurzel oder als Pulver. Die Wurzel kann man bei Übelkeit kauen.

Die Variante: Man löst 1 Teelöffel des Pulvers in einem Glas Wasser, das man dann trinkt.

Rezept: Teemischung bei Regelbeschwerden

Diese Teemischung ist sehr empfehlenswert bei krampfartigen Unterleibsschmerzen und empfindlichen Brüsten, unter Umständen verbunden mit Depressionen.

Zusammensetzung:

  • 50g Schafgarbenkraut sowie 
  • 50g Johanniskraut

Teezubereitung:

  • 2 Teelöffel Teemischung mit 
  • 1 Tasse kochendem Wasser übergießen,
  • 10 Minuten ziehen lassen, abseihen.
  • Täglich 2-mal 1 Tasse trinken mit Honig süßen). 

Bei regelmäßiger Einnahme tritt etwa nach 8 Wochen eine Besserung der Beschwerde ein.

Gewürze – Apotheke über dem Herd

Damit ein Kraut ein Heilmittel sein kann, muss es gar keine Spezialgewürze sein. 

Kräuterheilkunde mit einfachen Gewürzen

Einfache Kräuter, wie Petersilie (schon von Hildegard von Bingen als ein Mittel zur Wasserausscheidung beschrieben) oder Zimt (wirkt gegen Blähungen) ist schon seit jeher bekannt.

Frau Dr. Petra Orina Zizenbacher arbeitet schon seit vielen Jahren in Wien in ihrer Praxis als Ärztin für Allgemeinmedizin.

Sie wendet unterschiedliche naturheilkundliche Methoden an. Und machte sich die Mühe in vielen alten Quellen zu stöbern.

So kam einen ansehnliche Sammlung alter Rezepte und Tipps rund um Kräuter zusammen, die sie in ihrer Praxis weitergibt.

In ihrem ersten Buch "Gewürze. Apotheke über dem Herd" geht es darum, die meist als Gewürze bekannten Kräuter einer erweiterten Verwendung zuzuführen.

Alle Gewürze gleich gut?

Wenn Sie Gewürze kaufen - achten Sie auf wirklich gute Qualität. Denn meist werden Gewürze zu Zwecken der Haltbarkeit radioaktiv bestrahl. Da es sich dabei um eine EU-Richtlinie handelt, ist diese Art der Haltbarmachung gang und gebe. Achtung daher beim Kauf von Gewürzen!

Wirklich gute Gewürze bekommen Sie in Reformhäusern. Beispielsweise von Sonnentor. 

Achten Sie auf den Hinweis auf den Produkten, dass sie aus „biologisch dynamischen Anbau“ stammen. Diese Produkte kosten zwar ein wenig mehr, doch man bezahlt es ja für seine eigene Gesundheit.

Wenn Sie einen Garten oder auch nur einen Balkon haben, dann sollten Sie überlegen, ob Sie sich nicht einige Kräuter selber ziehen wollen. Die kleine Mühe zahlt sich auf alle Fälle aus, und so manche HobbygärtnerIn hat schon bemerkt, dass die Arbeit im Grünen wunderbar „erdet“ und entspannt. Also gar keine Mühe mehr macht. Und Sie haben jederzeit frische Gewürze bei der Hand.

Bei der Auswahl der Samen ist natürlich auch auf biologischen Anbau zu achten, denn die Gewürzstöcklein, die man in Supermarkt zu kaufen bekommt, sind meist mit Chemikalien haltbar gemacht.

Gewürze sind Kostbarkeiten der Natur

Durch ihren Geschmack, Geruch und ihre Inhaltsstoffe beeinflussen Sie unsere Gesundheit. Wir kommen durch jedes Kraut, das wir einsetzen, der Natur wieder ein Stückchen näher.

Die Pflanzen nehmen Energien über Sonne, Regen und Erde auf und geben sie an uns weiter.

Im Umgang mit Gewürzen stoßen wir bald auf eine Fähigkeit, die durch den Alltag des 21. Jahrhunderts schon von sehr vielen vergessen wurde: Intuition.

Wir lernen auf die Wirkung der Gewürze in unserem Körper zu achten, zu fühlen, was uns gut tut und was nicht. Wir lernen Zusammenhänge zwischen Nahrungsmittel und Gesundheitszustand zu erkennen.

Wie würze ich richtig?

Fangen Sie mit einem Gewürz an und testen Sie seinen Geschmack und seine Wirkung auf Ihren Körper.

Es kann sein, dass Sie auf manche Gewürze zu schwitzen beginnen und sich unwohl fühlen. Dann lassen Sie dieses Gewürz einfach weg oder probieren es vielleicht zu einer anderen Jahreszeit noch einmal.

Es kann auch sein, dass Sie einfach nur zuviel verwendet haben und Sie die Speise aus diesem Grund nicht vertragen.

Probieren Sie sich einfach durch. Starten Sie Ihre eigene persönliche „Hexenküche“. Es muss ja nicht immer zwangsläufig das Gericht werden, das man zu kochen begonnen hat.

Die Traditionelle Chinesische Medizin klassifiziert alle Nahrungsmittel in unterschiedliche thermische Wirkungen. Über die Thermische Wirkung eines Krautes, also darüber, ob uns ein Kraut wärmt oder kühlt und welche Kräuter ideal für welche Jahreszeit sind, finden Sie in meinem Buch "Ernährung nach den 5 Elementen: Für Einsteiger".

So sammeln Sie Kräuter richtig

In der Natur gibt es für jedes Leid ein Kraut. Kräuter, die weit mehr als „nur“ Gewürze sind. Sie können auch unsere gesundheitlichen Beschwerden lindern.

So galt die Küche immer schon als die Apotheke des Hauses - in allen Kulturen. 

Wir können Kräuter frisch aus unserem Garten ernten oder eine Kräutertour in den Wald machen. Dort pflückt man die Kräuter für den täglichen Bedarf. Man pflückt sie achtsam und dankbar für die Fülle, die einem gewährt wird.

Doch wenn man ernten möchte, um die Pflanzen zu trocknen und aufzubewahren, dann ist es nicht schlecht, wenn man dabei auf den Mondstand achtet.

Wenn der Mond richtig steht, dann strotzen die Kräuter vor Inhalts- und Aromastoffen und sind auch länger haltbar.

Buchtipp: Biodynamisch gärtnern: Pflanzen, säen, ernten im Einklang mit den Natur- und Mondzyklen

Grundsätzlich gilt, dass die Tage um den Vollmond die besten sind, um Pflanzen zu sammeln.

Andere Theorien sagen, dass man die Pflanze je nach Wirkungswunsch ernten soll. So wird zum Beispiel die Petersilie beim abnehmenden Mond geerntet, wenn man ihre wasserausscheidende Wirkung besonders braucht. Bei zunehmendem Mond geerntet, wirkt sie eher als Aphrodisiakum.

Verwendung und Verarbeitung von Kräutern

Man kann unterschiedliche Teile einer Pflanze verwenden. Wurzeln, Rinde, Blätter oder das ganze Kraut. Nicht alle Teile eignen sich bei allen Pflanzen. (Lesen Sie dazu weiter unten mehr.)

Sammeln, trocknen und verarbeiten von Kräutern

Jeder dieser Teile hat seine ganz spezielle Wirkung. Wenn Sie sich nicht sicher sind, fragen Sie Ihren Drogisten.

Wenn Sie Pflanzen trocknen möchten, dann binden Sie sie bei den Stängeln zusammen und hängen sie mit dem Kopf nach unten an einem luftigen Ort auf.

Nach dem Trockenen werden sie mit den Fingern zerbröseln oder mit einem Mörser pulverisieren.

Um die Wirkung zu vergrößern oder eine Abwechslung in die tägliche Küche zu bekommen, kann man Kräuter auch in Essig oder Öl einlegen oder einen Tee zubereiten.

Diese Spezialzubereitungen können innerlich oder äußerlich verwendet werden. Bei allen Kräuteranwendungen sollte man auf Abwechslung achten und ein Kraut nicht über einen zu langen Zeitraum abzuwenden.

Rezept Fußbad

  • Eine Handvoll Kraut mit 1l kochendem Wasser übergießen, 
  • 10 Min. zugedeckt ziehen lassen,
  • dann mit kaltem Wasser auf  angenehme Temperatur bringen oder „ansteigende Fußbäder“ machen. (Öfter heißes Wasser ins Fußbad zulehren.)

So haben sich Zimt und Ingwer bei Kopfschmerzen und zur Entspannung Salz bewährt.

Viva Haushaltswaren - 2 x Gewürzglas 150 ml, Glasdose mit Korkverschluss als Gewürzdose & Vorratsdose für Gewürze, Salz etc. verwendbar (inkl. kleiner Holzschaufel 7,5 cm)

Rezept Badezusatz zur Muskelentspannung

  • 1 TL geriebener Ingwer, 
  • 1 TL Zimt,
  • 2 EL Honig,
  • 2 EL Öl vermengen 

und dem Bad zusetzen.

Dieses Bad sollten Sie nicht vor dem Schlafengehen genießen, da Ingwer und Zimt anregend wirken.

Pflanzenkraft: Naturheilkunde für die ganze Familie

Ich freute ich mich besonders als ich 2018 Petra Zizenbachers  neuestes Buch „Naturheilkunde für die ganze Familie“ beim Verlag Freya entdeckte.

Für Sie blättere ich es nun durch und zeige Ihnen, was Sie im Buch entdecken können.

Pflanzenkraft: Naturheilkunde für die ganze Familie

Geniale Ergänzung des Buchinhaltes – die Freya App

Besonders an diesem Buch ist die Erweiterung des Inhaltes durch Videos, die Sie mithilfe der Freya App anschauen können. Die App ist einfach und kostenlos vom App Store aus zu installieren.

Im Buch finden Sie bei unterschiedlichen Kräutern das App-Symbol, das sie mit ihrer Handykamera erfassen und das ergänzenden Video anschauen. Eine tolle neue Funktion, das Buch zu lesen!

Pflanzen als Mittler

Pflanzen sind Begleiter des Menschen. Seit der Mensch die Erde bevölkert, sind Pflanzen Nahrung. Er verwendet sie auch zu seiner Heilung. Das Wissen um die Heilkraft der Pflanzen ist uns Menschen, die wir in einer Industriegesellschaft leben, größtenteils verloren gegangen.

Ohne Pflanzen ist menschliches Leben undenkbar. So wie Muttermilch das Neugeborene nährt, versorgen Pollen, Früchte, Wurzeln, Blätter, Blüten den erwachsenen Menschen. Sie sind sozusagen unsere grüne Muttermilch.

Wenn der Mensch Weise mit diesen Ressourcen umgeht, ist es möglich gesund zu bleiben.

Pflanzen sind die Mittler zwischen dem Mineralreich, den Steinen, und uns Menschen. Das feine Wurzelsystem jeder einzelnen Pflanze besitzt die Fähigkeit Mineralstoffe, die Steinen und Erde enthalten sind, für uns aufzuschließen, zu lösen und so für den Menschen nutzbar zu machen.

Über den Geschmack der Pflanze

Wenn der Mensch die Möglichkeit natürliche Geschmäcker zu schmecken nicht nutzt, sondern von Geburt an mit künstlichen Geschmäckern konfrontiert wird, verliert er die Fähigkeit, das Aroma von wild wachsender Dille, Gänseblümchen oder wild wachsenden Erdbeeren in seiner vollen Fülle aufzunehmen.

Menschen, deren Mütter künstliche Aromen gegessen haben, werden den natürlichen Geschmack der genannten Pflanze wahrscheinlich als wenig wünschenswert empfinden und daher nicht danach suchen. Damit ist der Weg zur Krankheit und zur weiteren Degenerierung geöffnet.

Empfehlung bei Wechselbeschwerden

  • Drei bis viermal pro Woche Bewegung an der frischen Luft.
  • Täglich den ganzen Körper trockenbürsten, dann kalt abwaschen.
  • Entdecken und würdigen Sie die Aspekte Ihres Frauseins und Ihres Alters.
  • Eine Gesellschaft braucht Großmütter, braucht weise Frauen, die mit ihrer Lebenserfahrung den Jungen den Weg durchs Leben ebnen bzw. ihnen mit Rat aushelfen können.
  • Tee aus Frauenmantel, Schafgarbe, Himbeer-, und Brombeerblättern.


Empfehlung bei Wallungen

  • Süßes, Kaffee, Schwarztee, Fleisch, Wurst meiden.
  • Täglich Sojaprodukte, ein Apfel und eine Karotte Essen.
  • Täglich Sport oder zumindest Bewegungen der frischen Luft machen.
  • Folgende Tees kühlen: Salbei (eine Prise und ein halber Liter Wasser 3 Minuten), Pfefferminze, Brennnessel.
  • Körper täglich trockenbürsten, dann mit kaltem Salbei die abwaschen.


Empfehlung Zysten am Eierstock

Jeden Monat reifen bei der geschlechtsreifen Frau Eizellen, auch Follikel genannt, heran. Beim sogenannten Eisprung wird durch Zusammenziehen des Eierstocks die Eizelle in Richtung Eileiter geschleudert. Es kann vorkommen, dass mehrere Eizellen gleichzeitig reifen, aber im Eierstock verbleiben. Es bildet sich dadurch eine ca. 2 cm große flüssigkeitsgefüllte Zyste. Es können mehrere Zysten ineinander verschmelzen.

Dabei entstehen in manchen Fällen empfindliche Gebilde, die die Tendenz haben, mit der Umgebung, zum Beispiel dem Darm zu verwachsen und dadurch Schmerzen zu verursachen.

  • Ausreichend trinken.
  • Den Darm reinigen.
  • Psychische Komponenten ausforschen bearbeiten.
  • Atem-und Visualisierungsübungen praktizieren.
  • Kräuteranwendungen wie die auf Küche, Sitzbäder, eine Reibungen etc.

In 16 Rezepten durch das Kräuterjahr

Verarbeitet werden Kräuter idealerweise immer dann, wenn ihr Wirkstoffgehalt am höchsten ist.

Aber wie wissen wir, wann die Kraft der Pflanze am größten ist?

Genau aus diesem Grund gibt es das Buch DIY Hausmittel von der bekannten Kräuterpädagogin Eunike Grahhofer. Dort finden wir einen Hausmittelkalender – jeder Monat wird einer Pflanze gewidmet.

Eunike: „Die wichtigste „Geheimzutat“ aller Kräuterrezepturen ist Zeit, denn Heilmittel der Natur brauchen Zeit, um zu reifen und dann ihre wertvollen Inhaltsstoffe in die Rezeptur abzugeben.

So gibt es bei Eunike zum Beispiel einen Hustensaft, dem jeden Monat neue Hustenkräuter hinzugefügt werden. (Zu finden in unserem Festival der Sinne Buch.)

Oder in ihrem Jahreskräutersalz: Da steckt die Kraft von Knospen, Pflanzen, Samen und Pilzen – die Fülle eines ganzen Pflanzenjahres. Auf diese Art und Weise können sich die verschiedenen Inhaltsstoffe optimal ergänzen und dabei entstehen einzigartige Kräuterzubereitungen mit geballter Naturkraft.

Rezept: Hausmittel Jahreskräutersalz

Für das Jahreskräutersalz sammelt man die Zutaten im Jahresverlauf. Das Salz-Gefäß entsteht im Laufe eines Jahres.

Hier habe ich Ihnen alle Arbeitsmittel bereitgestellt - so können Sie gleich mit der Salzherstellung beginnen!

Die verschiedenen Pflanzen- und Pflanzenteile haben unterschiedliche geschmackliche Besonderheiten, die sich – zusammen mit ihren Wirkstoffen - in Ruhe zu einem einzigartigen „Ganzen“ entwickeln.

Zutaten:
Wir beginnen mit den Knospen im Februar.

Je 10 Stk. Knospen von

  • Heckenrose (Rosa corymbifera)
  • Schlehe (Prunus spinosa)
  • Weißdorn (Crataegus)
  • Johannisbeere (Ribes nigrum)
  • Linde (Tilia)
  • Birke (Betula)
  • Apfelbaum (Malus)
  • 2 kg gutes, naturreines Salz (z. B. Österreichisches Naturkristallsalz)

Und so wird’s gemacht:

  • Man bereitet ein großes verschließbares Gefäß (ca. 5 Liter Fassungsvermögen) vor.
  • Wir beginnen damit, Knospen zu sammeln.
  • Diese werden mit dem Mörser etwas zerkleinert und gemeinsam mit dem Salz in das vorbereitete Gefäß gegeben.
  • Kräftig umrühren. In meiner Familie wurde für das Umrühren und Abfüllen des Kräutersalzes immer ein alter Holzlöffel verwendet.
  • Dann wird das Kräutersalz zum „Rasten“ an einen ruhigen Platz gestellt.

Die nächsten Arbeitsschritte folgen im April.

Dann werden dem Jahreskräutersalz die ersten Frühlingskräuter, wie

  • Hirtentäschel, 
  • Käsepappel,
  • Wegerich,
  • Schafgarbe,
  • Gundelrebe,
  • Vogelknöterich,
  • Veilchenblüten oder
  • Löwenzahn,

hinzugefügt.

Kräutersalz selbermachen - mit diesem Rezept gelingt es

Die besten Heilsalben aus der Volksheilkunde

Die eigene Gesundheit und die seiner Familie selbst in die Hand zu nehmen liegt heute voll im Trend.

Weil es guttut, genau zu wissen, woher die Zutaten und Pflanzen kommen, die zu einer heilenden Salbe gerührt werden, stellt Silvia Zweimüller in ihrem Buch DIY Heilsalben ihre besten Rezepte vor. Es sind alte, erprobte Salben, die schon oft eingesetzt wurden.

Mit ein wenig Wissen über die Heilkraft der Pflanzen und die richtigen Ingredienzien, ist Salbenzubereitung wirklich einfach.

Probieren Sie gleich dieses Rezept aus:

Rezept: Braunwurz- Lippenbalsam

Lippenbalsam aus Kräutern - hier Rezept probieren

Gut bei Fieberblasen

Zutaten:

  • 60 ml Braunwurzöl
  • 25 g Sheabutter (oder Kakaobutter, Lanolin, Bienenwachs)
  • 25 ml Braunwurztinktur (auch starker Tee ist möglich)

Zubereitung:

  • Braunwurzöl in ein feuerfestes Glasgefäß geben. Sheabutter hinzufügen und im Wasserbad erhitzen, dabei rühren.
  • In einem anderen Gefäß die Tinktur auf gleiche Temperatur erwärmen.
  • Die erwärmte Tinktur (Wasserphase) in das Ölgemisch (Fettphase) rühren. Nicht umgekehrt! Bei geringster Hitze im Wasserbad etwa 30 Minuten den Alkohol ausdampfen lassen. Immer wieder umrühren.
  • Danach aus dem Wasserbad nehmen und in saubere Tiegel abfüllen.
  • Wer sich einen guten Duft wünscht, gibt ein paar Tropfen ätherisches Öl nach Wahl dazu.
  • In Lippenpflege-Hülsen abfüllen und bei Bedarf auftragen.

Hier habe ich Ihnen alle Arbeitsmittel bereitgestellt - so können Sie gleich mit der Salzherstellung beginnen!

Braunwurzöl erhält man, indem man bereits im Sommer Wurzeln und eventuell auch Kraut in einem guten Öl ansetzt (Wurzeln ab April)
und etwa 3 Wochen warm stehen lässt, dann abfiltert und die Flasche dunkel aufbewahrt.

Wildkräuter

Interessieren Sie sich auch für das Sammeln von Pflanzen entlang unserer Wege oder auf Wiesen und Felder? Doch Sie haben noch Scheu davor, Wildpflanzen in Ihren Speiseplan aufzunehmen, da Sie die Pflanzen nicht genug kennen?

Das Buch von Petra Regner-Haindl Weinviertler Wildkräuterbuch: Wandern & Wildkräuter & Kochen bietet uns eine Anleitung zum Kennenlernen, Sammeln und Zubereiten von Wildkräutern im Weinviertel. 

Der eigene Garten als Sammelort

Der ideale Sammelort ist natürlich der eigene Garten. Erstens habe wir keine langen Transportwege, zweitens wissen wir, was genau dort zu sammeln ist und drittens wissen wir auch, wer sich dort aufhält.

Man kann sich eine Wildpflanzenecken kultivieren, wo einfach Wildkräuter wachsen dürfen, wie sie es wollen. Wenn wir in freier Natur sammeln gehen, dann empfiehlt Petra Regner- Haindl, sich gewisse Sammelplätze zu suchen, die folgende Kriterien entsprechen:

Wichtig ist, dass wir nur das pflücken, was wir wirklich kennen.

Somit ist ein Pflanzenbestimmungsbuch aber auch das Wildkräuterbuch von großem Vorteil.

  • Wir sammeln nicht an verunreinigten Stellen, zum Beispiel Nebenstraßen oder auf Hundewegen. 
  • Außerdem nehmen wir nur die benötigten Teile der Pflanze mit, lassen die Wurzeln in der Erde, sodass immer wieder neue Pflanzen wachsen können.
  • Wichtig ist, dass wir nur die benötigte Menge und nur die gesunden frischen Teile der Pflanze mitnehmen.
  • Pflanzen und Naturschutzgebiete sind natürlich tabu.
  • Idealerweise sammeln wir nur bei trockenem Wetter und
  • transportieren das Sammelgut in luftigen Sammelbehältnissen (zum Beispiel Körben).
  • Vor der Verwendung in der Küche verlesen wir alle Pflanzen noch einmal, um sicher zu gehen, dass wir sicher die richtigen Pflanzen gesammelt haben.


Verwendbare Pflanzenteile

Blätter

Blätter sollen möglichst jung und frisch sein. Man kann sie so lange verwenden, wie man ihr Blatt leicht mit den Fingernägeln vom Stil abzwicken kann.

Ältere Blätter (außer die Brennnessel) kann man notfalls auch für Wildspinat verwenden. Ältere Blätter werden ohne Blattstiele ungesalzen Wasser blanchiert, das Kochwasser bitte in der Küche nicht weiter verwenden.

Blüten

Die Blüten werden hauptsächlich als Dekor, aber auch in der Vorspeisenküche verwendet. Blütenblätter kann man kaum nicht waschen, dann leidet die Optik. Außerdem halten Blüten natürlich viel weniger lange als das grüne Blattmaterial.

Wildfrüchte

Reifen Wildfrüchte haben weniger Bitterstoffe, weniger Säure und weisen eine größere Bekömmlichkeit auf.

Daher spielt bei den Wildfrüchten der Reifegrad eine große Rolle. Holler, Vogelbeeren und andere Beeren sollten vor ihrer Verwendung immer gründlich gereinigt und von Insekten befreit werden.

Holunder sollte aufgrund seiner leicht giftigen Inhaltsstoffe immer gekocht werden.

Beispiel: Die Schafgarbe

Die Schafgarbe findet man in Wiesen an Straßen- und Wegrändern sowie in Städten und auf Böschungen. Zu feuchte Stellen meidet sie. Man sammelt vorrangig die jungen und kleinen Blätter. Diese schmecken kräftig herb und werden daher mit Gemüse gemischt oder für Eierspeisen verwendet. Schafgarbe ist im frischem oder auch in getrocknetem Zustand verwendbar.

Die Schafgarbe wird im Weinviertel auch das „Soldatenkraut“ genannt. Man sagt, dass bereits die alten Griechen die wundersame und wundheilende Wirkung der Pflanze erkannt haben. Heute können wir uns diese Wirkung bei Insektenstichen und auch bei Verbrennungen zunutze machen, indem wir einige Schafgarbenblätter sammeln, zwischen den Fingern zerreiben und direkt auf die betroffene Hautstelle halten. Dies lindert den Schmerz und wirkt desinfizierend und wundheilend.

Rezept: Schafgarben- „Wuzelnudel“ mit Spiegelei und Wildkräutersalat

Zutaten:

  • 500 g vorwiegend festkochende Erdäpfel
  • 1 Karotte
  • 1 Handvoll Schafgarbe
  • 145 g Universalmehl
  • 1 Ei
  • Salz, Pfeffer, Muskatsnuss
  • 30 g weiche Butter

Zubereitung:

  • Die Erdäpfel mit der Karotte waschen und geschält in Wasser leicht köcheln lassen, bis sie weich sind. 
  • Danach Wasser abgießen.
  • Wenn es die Temperatur zulässt, schälen und durch die Erdäpfelpresse drücken.
  • Schafgarbe fein hacken und über die Erdäpfel-Karotten-Masse streuen.
  • Mehl und ein Ei dazu geben und möglichst rasch zu einem Teig verarbeiten mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
  • Mit nassen Händen daumengroße Nudeln mit spitz zulaufenden Enden formen.
  • In einer Pfanne die Butter schmelzen lassen und die Wuz-Wuz, wie die Schupfnudeln im Weinviertel auch heißen, darin portionsweise bei mittlerer Hitze von beiden Seiten je 4 Min. goldbraun braten.
  • Mit Wildkräutersalat und einem Spiegelei von der Wachtel servieren.


Kräuter in der Stadt

In manchen Städten gibt‘s wirklich nichts Grünes. Aber in den meisten Städten gehen Sie keine zwei Schritte und finden in jeder Ritze ein anderes Kraut. Zu mindestens Löwenzahn, Spitzwegerich und Gänseblümchen sprießen fast überall.

Wenn Sie durch Ihre Stadt gehen und das eine oder andere grüne Blatt zwischen den Steinen hervorsprießen sehen, haben Sie sich nicht auch schön öfter gefragt, ob man es essen könnte?

Und tatsächlich: Es gibt sehr viele Kräuter und Wildgemüse in der Stadt, die wir ernten und essen können. Im Stadtpark wachsen wilde Vitaminbomben, zwischen Pflastersteinen Heilkräuter und auf so manchem Hinterhof finden sich Beerensträucher und Obstbäume.

Die Stadtböden sind, anders als auf dem Land, oftmals nicht über Jahrtausende natürlich gewachsen, sondern künstlich aufgeschüttet und mit Mutterboden aufgeschüttet.

Oder sie sind einfach nur steinig und trocken und bestehen aus reinem Steinhaufen wie Böschungen und ehemaligen Bahnstrecken oder alte Parkplätze.

Unschön? Ja, aber auch Standorte für eine neue Pflanzenwelt.

Die Autorin des Buches „Mein Startkräuterbuch“ Ursula Stratmann veranstaltet seit vielen Jahren Kräuterführungen in der Stadt.

Diese sind gewürzt mit wilden Geschichten aus dem städtischen Kräutereldorado. Aus diesem Material hat sie nun ein Buch zusammengestellt. In diesem finden wir viele Rezepte für Smoothies, Suppen und Salate. Das Buch lädt ein, unsere Städte mit anderen Augen zu sehen.

Essbare Kräuter

Wer ein Kraut essen möchte, muss es genau kennen. Denn bei Verwechslungen drohen Vergiftungserscheinungen. Nehmen Sie ein Kräuterbestimmungsbuch mit oder lernen Sie die Kräuter vor Ort bei Kräuterwanderungen kennen.

Das Buch soll Ihnen Spaß an der Stadtflora vermitteln. Es dient nicht als Bestimmungsbuch und beschreibt nur einen Bruchteil der in der Stadt vorkommenden Pflanzen. Es beschränkt sich auf die häufigsten und auf die, die am besten zu erkennen und zu gebrauchen sind. Dieses Buch ist auch kein Therapiebuch. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie unbedingt ein Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen.

So finden Sie zahlreiche Rezepte für nahrhafte Mahlzeiten aber auch das eine oder andere Rezept für körperliche Beschwerden.

Rezept: Spitzwegerich-Pilzpfanne

Spitzwegerich ist als Gourmetkraut im Sommer überall zu ernten – so lange, bis es echte Pilze gibt. Die braunen Blütenköpfchen des Spitzwegerich, die mehr an Fleisch oder Pilze als an Blüten erinnern, schmecken roh zum Salat und gebraten in der Pfanne wie Champignons.

Am besten schmecken die dunklen Klappen, die noch ganz geschlossen sind. Aber auch die aufgeblähten kann man ernten und für die Pfanne gebrauchen. Wenn es nicht reicht, nehmen Sie einfach die Blätter dazu – oder die Blätter und Blüten von Breitwegerich. Die Blätter sollten Sie aber in millimeterdicke Streifen schneiden, denn die Blattadern sind noch doch etwas zäh.

Zutaten

  • eine Zwiebel
  • drei Knoblauchzehen
  • etwas Öl
  • drei Handvoll junge, zarte Köpfchen des Spitzwegerich
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver

Zubereitung

  • Zwiebel und Knoblauch klein schneiden und 
  • mit Öl in der Pfanne leicht anbraten.
  • Spitzwegerichköpfchen dazugeben und
  • 10 Minuten bei mittlerer Hitze anbräunen.
  • Mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen.

Tipps: Die Köpfchen schmecken hervorragend auf Salat oder auf Käsebrot, als Gemüsebeilage oder mit anderen Gemüsen gemischt. Krosser gebraten kann man sie auch kalt wie Chips genießen.

Buchtipps

Naturheilkunde für die ganze Familie
Dr. med. Petra Maria Zizenbacher
Verlag Freya
ISBN 978-3990253342

Gewürze. Apotheke über dem Herd
Apotheke über dem Herd
Dr. med. univ. Petra Orina Zizenbacher
Verlag Freya
ISBN 3-902134-43-7

DIY Heilsalben
ISBN: 978-3-99025-219-2
von Silvia Zweimüller
Verlag Freya

DIY Hausmittel
ISBN: 978-3-99025-250-5
Eunike Grahofer
Freya Verlag

Handbuch der Klosterheilkunde
ISBN 3-89883-016-0
Dr. Johannes Mayer, Dr. med. Uehleke, Pater Kilian Saum OSB
Verlag Zabert Sandmann

Weinviertler Wildkräuterbuch: Wandern & Wildkräuter & Kochen
Petra Regner-Haindl
Verlag Edition Winkler-Hermaden
ISBN 978-3-9503739-6-7

Mein Stadtkräuterbuch
Heilkräuter und Wildgemüse zwischen Hinterhof und Stadtpark
Ursula Stratmann
Verlag kailash
ISBN 978-3-424-631203

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Bilderverzeichnis

  • Kräuterheilkunde mit einfachen Gewürzen: jyliagorbacheva | pixabay
  • Sammeln, trocknen und verarbeiten von Kräutern: FotoArt-Treu | pixabay
  • Kräutersalz selbermachen – mit diesem Rezept gelingt es: Cybercat | pixabay
  • Lippenbalsam aus Kräutern – hier Rezept probieren: silviarita | pixabay
  • Mehr über Heilkräuter lernen und Rezepte probieren: MarjanNo | pixabay
  • 13 Rezepte aus Kräuterkraft – jetzt probieren: MarjanNo | pixabay
  • Heilkraft der Kräuter nitzen – Apotheke Mutter Natur: MarjanNo | pixabay
  • Die Heilkraft der Kräuter nutzen – Apotheke Mutter Natur: MarjanNo | pixabay
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