Rückzug aus dem Alltag, um sich selber zu finden

Rückzug aus dem Alltag - Die Reise zu dir selbst (Titel)

Dein Alltag wird dichter?

Du bemerkst immer öfter, dass du dich selber verloren hast?

Deine tägliche Meditationspraxis hat sich zu einer wöchentlichen zurückgezogen? (Oder du hast nie damit begonnen?)

Dann ist es an der Zeit, wieder in Kontakt mit dir zu treten.

Ein Rückzug aus dem Alltag (oder auch Retreat genannt) ist dazu ein geeignetes Instrument. Es ist Zeit mit dir, wo der Alltag ausgeschaltet ist. Wo du zur Ruhe kommst und dich selber wiederfindest.

Das klingt verlockend?

Dann lies hier weiter.

Was ist ein Rückzug aus dem Alltag?

Obwohl das Wort auch in militärischen Kreisen seine Bedeutung hat, sehen wir es hier eindeutig als Praxis, mit sich selber in Beziehung zu kommen. Im Englischen wird das Wort "Retreat" verwendet. 

Dieser Beitrag ist Teil unserer Themeninsel "Retreat – Dein Weg zur inneren Freiheit"

Wir finden das Wort "Retreat" öfter in Zusammenhang mit der buddhistischen Praxis – dem Meditieren bis zur Erleuchtung. In Stille sein. Doch auch die Reisebranche hat sich bereits dieses Ausdrucks angenommen: Es ist in Mode gekommen, eine Auszeit zu nehmen. Egal wofür. Urlaub sozusagen.

Auf dem Markt findest du viele Angebote. Yoga, Schönheit, Stille, Dunkelheit, Visionssuche, Meditation, Tantra, Kontemplation.

Wofür du dich entscheidest, bleibt dir überlassen. Wichtig ist, dass du dich gut informierst. Über den Veranstalter, den Sinn und Zweck und die Methoden. Dann gibt es keine Überraschungen.

Außer die, die du selber mitbringst. Dein Selbst. Das du im Retreat suchen und kennenlernen wirst.

Doch genau darum geht es auch im Rückzug aus dem Alltag. Du bist mit dir, eben ohne Alltag, der dich ablenken könnte. Und das kann schwierig genug sein.

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Eva Laspas

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Wichtig ist: Weg vom Stress, hin zum Relax, den Alltag ausschalten, die Reize reduzieren. Rückzug kann ein Schritt hin zum Leben sein.

Wozu dir ein Rückzug dient

Wenn du ernsthaft auf der Suche nach dir selber bist, bringt dich jeder Rückzug in Verbindung mit dir selber. Doch wie kommt es dazu? Woher weiß ich, dass ich nicht in Verbindung mit mir stehe? Dass ich mich vielleicht weit von mir selber entfernt habe?

Der Auslöser ist meist eine gewisse Unzufriedenheit mit dem Leben. Ruhelosigkeit, die sich einschleicht und dann breit macht. Manchmal erkennen Menschen aber auch, dass sich ihr Leben in Kreisen zu drehen scheint. Sie kommen immer wieder an dieselbe Stelle mit derselben Schwierigkeit, an der sie regelmäßig scheitern.

Langeweile kann auch ein Indiz sein, dass du dich verloren hast. Du bewegst dich Tag für Tag in Alltagstrott. Und kommst kaum mehr dazu, dich mit Dingen zu beschäftigen, die für dich selber wichtig sind.

Das langweilt dich so sehr, dass du Ablenkung suchst. In Süchten wie Shoppen, Alkohol, Internet, Sex oder Drogen. Dinge, die dich ganz weit weg von dir bringen.

Was dich wieder zu dir bringt, sind unterschiedliche Tätigkeiten. Manchmal hilft das Leben und bereitet Schmerz. Das weckt auch auf. Doch es gibt auch vergnüglichere Sachen, die dich zu dir bringen.

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Achtsam mit dem Körper umgehen. Er ist das Haus, in dem du wohnst. Dafür darfst du im Kleinen beginnen. Starte mit diesem Buch - es bringt dir den Gedanken der Achtsamkeit in 24 Übungen näher. 

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So entdeckst du neue Welten und kommst dabei der eigenen immer näher.

Wie lange dauert so ein Rückzug?

Es kommt auf dich an.

Wie lange dauert es, bist du zulässt, dich kennen zu lernen?

Wie sehr bist du bereit, dich auf dich selber einzulassen?

Du nimmst dir eine bewusste Auszeit. Die Länge entscheidest du.

Eine Stunde, drei Tage, oder eine Woche. Wenn du es dir leisten kannst, kann dein Rückzug aber auch drei Monate oder drei Jahre dauern.

Es kommt – wie immer – auf die Qualität der Zeit an.

Länger ist nicht gleich besser.

Du schaltest jede Ablenkung ab. Kein Buch, kein Handy, kein Hobby. Kein Lesen, nichts. Nur du – und dein Ego und die anderen Teile, die dich ausmachen.

Ich finde ein Retreat immer sehr spannend. Obwohl ich alleine fahre, bin ich nie einsam. Ich habe ja meine Teile. Die beschäftigen mich sehr gut. Tagelang. Mal jammert der eine Teil, dann trotzt ein anderer. Dann gibt es den Teil, der allen verspricht, dass das eh alles bald vorbei ist.

Und dann sind die anderen Menschen auch noch dort. Lauter Spiegel, aus denen ich lernen kann, mich selber zu entdecken. Wenn ich hinschaue.

Und das alles im Schweigen. Das Schnattern der inneren Anteile annehmen. Sie betrachten und zu reflektieren. Ja, denn Reflexion ist der Schlüssel zur Veränderung.

Du siehst, im Grunde ist Zeit kein Maß.

Selbst ein dreitägiges Retreat kann ewig dauern.

Erkennen, wann es Zeit für einen Rückzug ist

Im Alltag fühle ich es sofort, wenn ich verströmt habe. Meine Essenz nicht gehalten habe. Nicht auf mich geachtet habe.

Dann ziehe ich mich zurück. Alleine sein.

Gehe in die Stille.

Und tanke auf. Mal Meditation in Stille, mal in Musik.

Für meine längeren Auszeiten warte ich nicht, dass ich das Bedürfnis spüre.

Vielleicht spürt man das ja auch nie. Ich verlasse mich jedenfalls nicht darauf.

Da ich meinen Sicherheitsteil kenne, plane ich meine Auszeiten fix ein. Drei bis viermal pro Jahr ein Retreat. Drumherum plane ich dann meine anderen Aktivitäten, berufliche wie private.

Wenn du tatsächlich etwas in deinem Leben verändern möchtest, planst du also die Zeiten ein, wo du dich kennen lernst.

Sonst wird das dieses Jahr wieder nichts.

Festival der Sinne-Expertin: Monika Ernst

Tipp von Monika Ernst | Expertin für Freude und innere Freiheit:

monika-ernst.ch

Wozu soll ich überhaupt in Kontakt mit mir kommen?

Ja, wozu das alles?

Wozu achtsam sein?

Oder sich die Mühe machen, zu meditieren?

Wozu überhaupt das Geschirr waschen, wenn bei der nächsten Mahlzeit ja doch nur wieder Essen auf den Teller kommt?

Solange du dich das noch fragst, ist dein Leidensdruck nicht groß genug.

Du lebst vielleicht ein Leben im Tiefschlaf und bist dir nicht bewusst, dass du es tust.

Du fühlst dich durch deine Muster nicht eingeschränkt, durch deine Emotionen nicht gequält. Durch wiederkehrende Probleme im Leben nicht motiviert, etwas zu ändern.

Tja, dann bringt es dir nichts, wenn du dich selber einmal in den Spiegel schaust.

Dann bist du wahrscheinlich der Meinung, all das gehört zum Leben dazu.

So ist das Leben, und so bist du.

Und das ist in Zement gegossen. Änderungen ausgeschlossen. Punkt.

Was soll da schon eine Auszeit helfen?

Stimmt, wenn du nichts finden willst, macht die Suche keinen Sinn.

Doch da du den Artikel bis hierher gelesen hast, bist du wohl doch neugierig.

Wohl doch auf der Suche.

Wonach?

Es ist Freiheit.

Eine Sehnsucht, dass du dich nicht selber so einschränkst.

Dich nicht dezimierst, dich nicht mehr klein machst.

Nicht mehr aus lauter Furcht vor dem Chef die zehnte Überstunde unbezahlt schiebst.

Nein sagen lernst. Ohne Gewissensbisse und ohne Streit zu beginnen.

Oder dir im Bus den Sitzplatz einfach mal selber nimmst, wenn du Schmerzen hast. Ohne schlechtes Gewissen.

Oder dass du dich auch mal selber lobst.

All das und noch mehr lernst du, wenn du dich traust, in Kontakt mit dir zu kommen.

Freiheit.

Überflüssige Strukturen erkennen.

Und dich entscheiden zu können, ob du mitspielen möchtest. Oder nicht.

Erkennen, dass alles gleich gültig ist.

Freiheit.

Du selbst sein zu können. Ohne Gewissenbisse. Authentisch. Du.

Buchtipp

Buddha at home: Anleitungen für ein Retreat zu Hause
Renate Seifarth
ISBN 978-3485028035 

Eva Laspas, Herausgeberin

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Bilderverzeichnis

  • Achtsamkeit im Alltag – das Festival der Sinne-Buch: Verlag Laspas
  • Rückzug aus dem Alltag – Die Reise zu dir selbst (Titel): StockSnap

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