Natur macht uns glücklich

Die Natur in der Stadt

Wir Menschen, die in unseren Stadtburgen aufgewachsen sind, haben den Kontakt zu zur Natur verloren. Kaum eine Mutter kann mehr ihrem Kind erklären, welche Pflanzen auf der Wiese. Jedes fliegende Insekt wird als „Biene, die böse sticht“ verdonnert – egal, ob das nun eine unagressive Hummel ist oder eine raubgierige Wespe. Wer zeigt seinen Kindern noch, dass man Hummeln streicheln kann, wenn sie auf dem Lavendel sitzen und naschen? Wer lässt seine Kinder noch barfuß gehen, damit sie in Kontakt mit Wiese und Erde kommen?

Dem Menschen ist sein Ursprung abhanden gekommen – die Natur, die uns nährt. Gerade junge Menschen, die in der Stadt aufgewachsen sind, haben den Kontakt völlig verloren, ja sie haben richtig Angst vor den vielen unbekannten Geräuschen, Pflanzen und Tieren. Sie haben keine Ahnung, was man essen kann und was nicht und was nun tatsächlich gefährlich. Würden wir unsere Technologie inklusive Supermärkte auf einen Streich verlieren, sie würden vor gedecktem Tisch verhungern.

Ulrike Fokken nimmt uns in ihrem Buch „Wildnis wagen!“ nicht nur mit zur Wolfspurensuche in der endlosen Weite der spanischen Sierra de la Culebra, sondern zeigt uns auch die Wildnis im Berliner Tiergarten. Wenn wir lernen, die Augen wieder zu öffnen, unsere fünf Sinne wieder zu gebrauchen, dann finden wir überall Natur, die sich in Form einer kleinen Blume kräftig und lebensbejahend sogar noch durch die kleinste Ritze im Asphalt schiebt.

Im letzten Jahrhundert hat es überhand genommen. Wir sind raus aus dem Fühlen, hinein ins Denken geraten. In den Industriegesellschaften reicht es zum Überleben aus, wenn wir die Dinge theoretisch kennen. Doch das ist auf die Dauer langweilig und unbefriedigend. Viel zu vieles spielt sich nur mehr im Kopf ab, wir denken zu viel, das tut uns letztlich nicht gut, unsere Gesundheit leidet. Das sehen wir an den steigenden Burn-out-Zahlen, an erschöpften Menschen, die in ihrem Hamsterrad vor sich hinlaufen ohne nach links und nach rechts zu schauen. Denken und Grübeln hält uns vom Handeln ab. Der Mensch hat sich selber in einen Käfig gesperrt und lebt nun nicht mehr artgerecht. Und das macht Probleme.

Die Lösung

Wieder mehr in die Natur gehen. Wer Angst hat, sie auf eigene Faust zu entdecken – es muss ja nicht gleich der Urwald in Kolumbien sein – kann in Wildniskursen mit Gleichgesinnten und naturerfahrenen Lehrern seine ersten Erfahrungen sammeln.

„Kaum eine Beschäftigung in der Natur dockt so unmittelbar an unsere sämtlichen Sinnes- und Wahrnehmungskanäle ab wie Feuer machen und erinnert uns vermutlich instinktiv an unsere archaische Vergangenheit als Naturmenschen.“, schreibt Ulrike Fokken. Und zitiert Joscha Grolms von der Wildnesschule Wildniswissen: „Durch die Erfahrungen in der Natur wird sinnliches Leben wieder möglich, und das verändert dein Verhalten. Und zwar das Verhalten außerhalb der Natur. Wer erst einmal ein paar Tage draußen in der Natur gelebt, essbare Wildpflanzen gesammelt, auf dem Feuer gekocht, Wasser vom Fluss geholt hat und den Spuren des Dachses bis zu seinem Bau gefolgt ist, der nimmt die Energie aus der Wildnis mit in die Zivilisation. Die Erfahrungen in der Natur gehen dann weit über das hinaus, was wir bei einer Wanderung oder beim Zelten erleben. Wir werden in der Natur nicht nur kreativer, glücklicher und gesünder. Wir kommen durch die Natur überhaupt erst zu unserer wahren Natur. Denn die Natur setzt große Kräfte in uns frei, und wer lange genug den Weg der Wildnis geht, erlebt auch in der Zivilisation mehr.“

Letztendlich geht es dann auch in wirtschaftlichen Belangen um Natur. Unternehmen habe hier schon Lunte gerochen, es ist hier das große Kapital zu machen. Grüne Firmen sprießen aus dem Boden, doch bei genauem Hinschauen, steht „Grün“ nur auf der Verpackung.

Menschen können alles, zumindestens in der einen Richtung – wir haben es geschafft, das Klima zu wandeln. Was wir gerade nicht so toll schaffen, ist, es wieder zum Guten zu wandeln. In unserem Größenwahn glauben wir tatsächlich, der Natur sagen zu können, wie sie zu funktionieren hat. Das hat der Natur viele wertvolle Ressourcen gekostet, doch sie wird immer stärker sein. Langsam bemerken wir, dass auch wir und unser Gesellschaftssystem verwundbar sind. Das Leben und der Wandel ist immer stärker, alte Modelle, die sich nicht anpassen können sterben aus. Das kann auch der Mensch sein. Doch die gute Nachricht ist: Wir können die Entfremdung von der Natur überwinden und wieder an das alte System Erde andocken. Fangen wir gleich damit an!

Buchtipp:

Wildnis wagen!
Warum Natur uns glücklich macht
Ulrike Fokken
ISBN 978-3-453-28062-5
Verlag Ludwig

 

Veranstaltungstipps “Natur macht glücklich”:

Kraftquelle Wildnis

Schwitzhüttenritual für Frauen

Flusswanderung mit dem Kanu “Vizi-Vandor”

Safatma-Tanz der 4 Elemente

Safatma-Trance Tanz mit Life Trommel

Linktipp:

Im Spiegel der Natur, Christian Lechner und Micheal Schütz

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Bilderverzeichnis

  • Die Natur in der Stadt: Eva Laspas
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