Fülle und Leere

Dualismus

Das Spiel der Gegensätze

Um eine Eigenschaft von etwas überhaupt als solche erkennen zu können, braucht es einen Vergleich. Und ein Vergleich ist das Gegenteil dieser Eigenschaft. In der Schule dürfen wir Wortgegensätze suche: groß-klein, schmal-breit, hell-dunkel, gut-schlecht…

Eigenschaften existiert ja überhaupt nur dadurch, dass es die andere Eigenschaft gibt. Zwei Seiten einer Münze. Ohne die eine Seite gibt’s die andere nicht. Polarität eben.

Lebe frei! Das Buch von Eva Laspas

​Liebst du es, zu reflektieren? Dein ​Leben zu analysieren und stetig zu verbessern?

​Lernst du gerne ​durch Vorbilder?

Damit du nicht ​selber in jedes Fettnäpfchen trittst?

​Dann hole dir jetzt das Buch "Lebe frei" und starte deine Lebensreise.

Zur Lesung auf Youtube.​

Taschenbuch: € 16,06 - Kindle Edition - für ​EBook-Reader​: € 9,90

Was das jetzt soll? Ob Sie dadurch jetzt einen Praxiswert haben? Das weiß ich nicht, aber es könnte sein, dass Sie etwas daraus erkennen. Ich weiß hier auch noch nicht, wohin uns das Tao hier führen mag, aber ich lasse mich einfach vom ihm leiten und sehe, was ist.

Probieren Sie es aus und lesen Sie weiter. Oder nicht. Beides ist in Ordnung.

Der Klang kommt aus der Stille

Stellen Sie sich vor Sie hören den Klang eines Gonges. Damit der Gong von Ihnen gehört werden kann, muss er eine Zeit vorher nicht zu hören gewesen sein. Die Stille, die scheinbar unwichtig ist, wird hier zur Meisterin des Klanges. Denn nur durch die Stille konnten Sie den Klang hören.

Im ‚Tao Te King’, dem heiligen Buch vom Tao, das Lao-Tse geschrieben haben soll, seht geschrieben:

  • Sein und Nichtsein erzeugen einander.
  • Schwer und Leicht bedingen einander.
  • Lang und Kurz vermessen einander.
  • Hoch und Tief ergänzen einander.
  • Ton und Stimme ergänzen einander.
  • Vorher und Nachher folgen einander.

Wozu nutzt uns ein Glas, hätte es nicht die Leere in sich. Wozu ein Fenster, wenn es in der Mitte nicht ‚Nichts’ hätte. Ihre Wohnung hätte keinen Wert, wäre da in den Räumen keine Leere, in der Sie wohnen. Wären nur Mauern und keine Leere, wäre die Wohnung wertlos und ein Ziegelblock.

Der Dualismus trennt

Haben-wollen, Haben-müssen, um den Beweis zu haben, überhaupt zu sein – dem gegenüber das absichtslose Sein als Heil-Sein, wieder ‚All-sein-sein’, unseren ursprünglichen Zustand. (Erich Fromm)

Wirtschaftscoach und Autor Genro Laoshi Beirer schreibt in seinem Buch ‚Zen-sucht nach dem Wanderer’: „Im Innersten empfinden alle Menschen eine tiefe Sehnsucht nach dem Zustand von Liebe, Mitgefühl und Glückseligkeit.

Es sind jede Werte, die Leben ausmachen, sie sind dein Wesen! Menschen, die das ausdrücken, stehen in der Wahrheit.

Sich dem inneren Betrachter anzuvertrauen, in dieses Sein mit wachem Bewusstsein zu blicken, sich als ungetrennt zu erkennen, bringt uns Glückseligkeit…“

Unser Denken schafft die Unbehaglichkeit. Es teilt ein, trennt und lässt uns aus der Glückseeligkeit fallen. Gelassenheit beginnt, das Leben so lassen zu können, wie es gerade ist. Dass wir es annehmen mit all seinen Erscheinungsformen. Genro Laoshi Beirer schreibt dazu: „ Du kannst es lassen, indem du dir erlaubst, es als Wirklichkeit anzunehmen und auf dich wirken zu lassen…

…Wenn du ‚gut’ denkst, machst du ‚böse’. Wenn du dich als ‚hoch’ siehst, gibt es ein ‚niedrig’. Fährst du in dieser Weise fort, dann erlebst du dich wechselweise als Leid verursachend oder Leid empfindend, Leid erfahrend oder Leid verbreitend…“

Und damit ist natürlich nicht nur alle Gelassenheit sondern auch die Glücksseeligkeit pfutsch.

Vom Werten – Was bringen uns Bewertungen?

Es liegt an uns selber, wie wir uns fühlen und wie wir die Situation bewerten, in der wir uns jetzt gerade befinden. Ein ganz banales Beispiel ist jenes von arm und reich. Kommt ein Mensch aus einer armen Familie zu Geld, dann empfindet er sich dann als reich, wenn er mehr hat, als seine Eltern hatten. Verliert aber ein Mensch aus reichem Haus die Hälfte seines Vermögens, wird er sich als arm bezeichnen, obwohl er noch immer weit mehr hat, als der Mensch aus Beispiel eins.

Nur durch unsere Bewertung schaffen wir unser Lebensgefühl wie es ist. Durch unsere Bewertung haben wir Freunde oder Feinde. Und durch unsere Bewertung entgehen uns Chancen, die das Leben (Tao) für uns gehabt hätte. Der Blick zum Nachbarn bringt uns Leid. Kehren wir lieber vor unserer eigenen Türe, bleiben wir bei uns, in unserer Mitte.

Was wäre, wenn wir alles so sehen, wie es ist? Wenn wir jeden Menschen, dem wir begegnen, einfach so nehmen, wie er ist? Ihn nicht schubladisieren nach Gewand, Äußerem und Sprache? Vielleicht entgeht uns durch unsere Bewertung ein wirklich guter Freund. Vielleicht ist es aber auch ein Weiser, über dem Laotse im Tao Te King schreibt: „Der Weise trägt ein unscheinbares Gewand und birgt das Juwel im Herzen.“

Genauso ist es mit Situationen – mit der Bewertung verschließen wir uns nicht nur der Chance, die in jeder Situation liegt, wir übersehen sogar die Lösung, die vor unserer Nase liegt.

Natürlich schließt das nicht ein, dass ich mich mit jedem Menschen gut verstehe oder jede Situation mir gefällt. Wenn sich ein Mensch mir gegenüber nicht so verhält, dass ich mich gut fühle, dann habe ich die Möglichkeit, jedes weitere Zusammentreffen mit ihm (für einige Zeit) zu vermeiden. Doch damit lehne ich nicht ihn sondern nur sein Verhalten mit gegenüber ab und handle selbstbestimmt für mein Wohlgefühl. Da gibt es oft keinen ersichtlichen Grund, den man mit Worten oder Logik erfassen könnte. Vielleicht gehe ich in mich und überlege, was genau in mir dieses Gefühl ausgelöst hat und kann etwas Wesentliches für mich daraus erkennen, etwas, das dieser Mensch mir spiegelt, das ich in mir selbst ablehne…

 

Laotse
Tao te King
Neuübersetzt von Heinz Klein
Verlag Zeitwende
ISBN 3-934291-30-9
 
Lao-Tse
Tao Te King
Das heilige Buch vom Tao
Neuübersetzt von Zensho W. Kopp
Verlag Schirner
ISBN 3-89767-477-7
 
ZEN-sucht nach dem Wanderer
Genro Laoshi
Verlag Gert & Vesna Beirer
ISBN 3-200-00384-7
€ 14,90

 

Bilderverzeichnis

  • Zwei Seiten einer Münze: Lupo | pixelio

4Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar: