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Geschwisterbande: 3 Schritte zur Versöhnung

Geschwisterbande: 3 Schritte zur Versöhnung

Was die Basis für gutes geschwisterliches Verhältnis?

Hängt es von den Eltern ab?

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Entstehen Streit und Probleme durch die Andersartigkeit der Geschwister?

Oder durch bestimmte Familienkonstellationen?

Diesen Fragen geht Pater Anselm Grün – selbst Bruder von sechs Geschwistern – seelsorgerlich in seinem Buch „Geschwisterbande“ nach.

Zudem schöpft der bekannte Benediktinerparter auch aus seiner jahrzehntelangen Beratungspraxis und seinen persönlichen Erfahrungen.

Auszug aus dem Buch:

 

Geschwisterbande beeinflusse das ganze Leben

Anselm Grün: „Wenn ich Führungsseminare halte, erkenne ich in den Gesprächen, wie die Beziehung zu den Geschwistern sich auf die Beziehung zu den Mitarbeitern, zu den Chefs und den Kollegen Führungsgremium auswirkt.

Oft hängen Konflikte mit Mitarbeitern mit nicht gelösten Konflikten zwischen Geschwistern zusammen.

Alle fordern von Führungskräften, dass sie Empathie für ihre Mitarbeiter aufbringen sollen. Aber wenn jemand keine Geschwister hatte, fehlt ihm die natürliche Entwicklung der Empathie. Denn im Miteinander der Geschwister lernen wir, mit den anderen zu fühlen und sie zu verstehen.“

„Bei Gesprächen erfahre ich von verschiedensten Geschwisterkonstellationen. (Kriegsenkel)

Da gibt es Geschwister, die sich gegenseitig stützen.

Sie fühlen sich getragen durch die Familie. Die Geschwister haben Freude aneinander. Es gibt dabei immer einen Lieblingsbruder, eine Lieblingsschwester, mit der man sich besonders gut versteht, mit der man all seine Probleme besprechen kann.

Dann gibt es Geschwister, die nur noch lockeren Kontakt zueinander haben. Man streitet nicht. Aber man hat auch nicht allzu viel Interesse aneinander.

Oft erzählen mir Menschen, dass die Beziehung zum Bruder oder zur Schwester sozusagen nur noch auf Sparflamme aufrechterhalten wird. Man trifft sich bei gemeinsamen Familienfeiern. Aber es entstehen keine persönlichen Gespräche. Man wahrt die Fassade von Freundlichkeit. Aber eigentlich hat man sich nichts mehr zu sagen.“

 

Geschwisterbande: 3 Schritte zur VersöhnungWas können Eltern tun, damit die Geschwister sich vertragen?

Man darf nicht den Eltern die Schuld geben, wenn sich die Geschwister nicht vertragen.

Es sind immer auch die Reaktionen der Geschwister, für die sie selbst verantwortlich sind.

Aber es gibt doch einige Grundregeln, die Eltern beachten sollten zunächst sollten.

 

1) Sie sollten versuchen, die Kinder gerecht zu behandeln.

Das ist nicht einfach. Egal wie sehr sie es auch probieren, ganz gerecht werden Eltern auch beim besten Willen den Bedürfnissen der Kinder nicht, sie brauchen deshalb keine Schuldgefühle zu haben.

Es gibt ohnehin keine vollkommene Gerechtigkeit, auch im späteren Leben nicht.

Aber sie sollten darauf achten, dass sie jedes Kind in seiner Eigenart genügend wahrnehmen und sich ihm immer wieder liebevoll zuwenden.

 

2) Eltern sollen ihre Kinder nicht benutzen.

Schlimm ist es für die Kinder, wenn sie von den Eltern benutzt werden.

Da wird der Sohn von der Mutter als Prinz behandelt. Aber zugleich wird er dazu benutzt, dass die Mutter ihm ihre Unzufriedenheit mit dem Vater erzählt.

Der Sohn wird zum Vertrauten und manchmal auch zum Verbündeten.

Dadurch gerät er in einen großen inneren Zwiespalt. Die Gefahr, dass die Kinder für die eigenen Bedürfnisse benutzt werden, ist vor allem bei einer Trennung der Eltern groß.

Ein wichtiger Grundsatz für die Eltern ist daher, dass sie die Kinder nie für die eigenen Bedürfnisse nach Nähe, nach Verständnis oder nach Liebe benutzen.

 

3) Eltern sollen sich von ihren Kindern nicht instrumentalisieren lassen, um deren Bedürfnisse zu verwirklichen.

Das beginnt schon beim Streit zwischen den Geschwistern.

Manche Geschwister kennen den Trick, den Vater oder die Mutter als Hilfe gegen den Bruder die Schwester herbeizurufen.

Sie wissen, wenn sie laut genug schreien oder weinen, dann kommt die Mutter sofort und versucht den Streit zu schlichten.

Der andere Geschwisterteil fühlt sich dann ungerecht behandelt.

Wenn die Mutter (oder der Vater) voreilig Partei ergreift und das zuerst Gehörte für wahr hält, ohne sich beide Versionen wirklich anzuhören, verletzt er damit den anderen.

Und wenn das es meist so abläuft, schleifen sich über die Zeit bestimmte Verhaltensmuster ein.

Die Schwester weint – der Bruder hat bestimmt wieder was angetan, so ist es meistens – jetzt braucht man sich überhaupt nicht mehr alles bis ins Detail anzuhören, es wird auch dieses Mal so sein.

Erschreckend, dass diese Geschichten oftmals nach 40 Jahren noch präsent sind, wenn Menschen von ihren Geschwisterkonflikten erzählen.

Meine Eltern haben sich gar nicht eingemischt, wenn wir Geschwister uns gestritten haben.

Meine Mutter hat dann immer gelassen zugeschaut. Sie hat öfter gesagt im Spaß an: „Ach, ich brauche nicht ins Theater zu gehen. Ich habe daheim genügend Theater, dass mir meine Kinder vorspielen.“

 

Wenn solche Streitereien ohne die Einmischung der Eltern ausgetragen werden, lernen alle dabei. Wie später auch im Leben bei Konflikten, werden wie nicht stur auf ihrem Standpunkt beharren, sondern, wie in der Kindheit, nach gangbaren Wegen suchen, um den Konflikt zu schlichten.

 

Wenn es keinen übermächtigen Schiedsrichter gibt, keine Eltern, die in den Streit eingreifen – dann muss man sich selbst einigen.

 

Wie kann Versöhnung gelingen?

Ich benenne immer drei Schritte, die man in Richtung Versöhnung gehen kann.

 

Schritt 1: Gebet

Der erste Schritt ist das Gebet für den Bruder oder die Schwester, die sich verschließen und die jede Versöhnung ablehnen.

Ich kann jeden Morgen die Hände zum Segen erheben und mir vorstellen, dass der Segen zum anderen strömt und ihn durchdringt.

Ich erwarte vom Segen nicht, dass der andere um Versöhnung bereit ist. Ich sende ihm den Segen, damit der durch den Segen mit sich selbst in Einklang kommt. Ich stell mir vor, wie es dem Bruder oder Schwester wohl gehen mag.

 

Schritt 2: Innerliche Versöhnung

Der zweite steht Schritt besteht darin, sich innerlich mit dem Bruder oder der Schwester zu versöhnen.

Auch wenn eine Versöhnung mit dem anderen noch nicht möglich ist, so kann ich meine eigene innere Einstellung verwandeln.

 

Ich kann innerlich in Frieden kommen mit meinem Gegenüber, mit dem ich einen Konflikt habe.

Ich bin ihm dann nicht mehr böse, nur traurig, dass die Beziehung so zerbrochen ist.

Und ich versuche, mich in den anderen einzufühlen.

 

Schritt 3: Versöhnungszeichen setzen

Der dritte Schritt, den ich rate, besteht darin, kleine Zeichen der Versöhnung zu setzen.

Ich würde dem Bruder eine nette Karte zu Weihnachten oder zu seinem Geburtstag schreiben.

Wenn die Karte nicht zurückgeschickt wird, dann würde ich für das nächste Mal einen Brief schreiben. Ich würde im Brief keine Vorwürfe erheben, sondern dem Bruder nur Gottes Segen wünschen, und dass es ihm gut geht.

Und ich kann meinen Wunsch schreiben, dass ich mich gerne mit ihm treffen würde. Er hat dann Freiheit, darauf zu reagieren.

 

Wenn Versöhnung nicht gelingt

Aber ich weiß, dass diese drei Ratschläge nicht immer zum Erfolg führen. Manchmal werden die Geschwister zerstritten.

Eine Versöhnung ist einfach nicht möglich.

Dann ist es wichtig, sich selber mit dieser Unmöglichkeit der Versöhnung auszusöhnen.

 

Dann kann ich sagen: Ich bin traurig, dass ich mit meinen Geschwistern zerstritten bin.

Durch das Betrauern komm ich in Berührung mit dem Grund meiner Seele.

Und dort entdecke ich meine wahre Identität. Dort wird mir bewusst, was ich von meinen Eltern empfangen und gelernt habe.

Dort erkenne ich auch, was ich von meinen Geschwistern geschenkt bekommen habe, was sie mir früher bedeutet haben.

Und das, was ich da in mir erkenne, das kann mir niemand mehr rauben …

 

Buchtipp

Geschwisterbande
Eine ganz besondere Beziehung
Anselm Grün
Vier-Türme-Verlag – Bene!
ISBN 978-3-7365-0151-5

Bilderverzeichnis

  • Geschwisterbande: 3 Schritte zur Versöhnung: sathyatripodi | pixabay
  • Geschwisterbande: 3 Schritte zur Versöhnung: sathyatripodi | pixabay

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