Aus dem Chaos wird Ordnung

Umwelt

Gedanken über die bessere Welt, die in uns allen steckt

Wenn wir wieder einem völlig überfordert und leergebrannt uns schon am Mittwoch nach dem Wochenende sehnen, Ratlosigkeit, Frustration, innere Resignation und Leere unser Leben bestimmen, dann möge der Gedanke Sie trösten: Sie sind nicht alleine! Wir stecken alle gemeinsam in dieser Krise. Es geht uns allen so, auch wenn es sich der eine oder andere noch nicht anmerken lässt. Und noch so tut, als ob er das wüste Spiel da draußen mitspielt.

Wir sind alle zusammen in dieser Krise gefangen oder besser gesagt, die Krise wird so lange dauern, bis wir die Grunderkenntnis tatsächlich fühlen können: Wir sind alle miteinander verbunden. Und jeder einzelne von uns trägt dazu bei, dass sich das ändert.

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Der Kulturphilosoph und Menschenrechtsaktivist Charles Eisenstein schreibt in seinem Buch „Die schönere Welt, die unser Herz kennt, ist möglich“: „Weil wir alle miteinander verbunden sind, bergen bereits kleine Änderungen in unserem Verhalten das Potenzial, die Welt grundlegend zu verändern.“

Auch der Meditationslehrer und Zen-Meister Thich Nhat Hanh stößt in seinem Buch „Gut sein und was der Einzelne für die Welt tun kann“ in das selbe Horn: „Allein durch ein Leben voller Achtsamkeit, Mitgefühl und Verständnis kann die Welt zu einem besseren Ort gemacht werden.“

Bei uns selbst beginnen

Natürlich sehen wir bei unserem Nachbarn, Freund, Chef, Arbeitskollegen oder Ehepartner viel eher das, was er tun könnte, damit die Welt besser wird. Doch das bringt uns selber und damit die Welt nicht weiter. Viel zu viele Jahre predigten schon viel zu viele Menschen Wasser und trinken dabei immer noch Wein. Obwohl nicht alle Sprichwörter zitierenswert sind, möchte ich dennoch hier eines niederschreiben: „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füge keinem anderen zu.“ Genau an dieser Stelle aber stehen wir heute. Wir schlagen wild um uns (meist in Verzweiflung), um etwas (unsere Lebensform??) aufrecht zu erhalten, das schon längt zum alten Paradigma gehört.

Charles Eisenstein schreibt: „Glauben Sie, dass wir je etwas anders als noch mehr Separation schaffen, solange wir auf der Basis der Weltanschauung des Zeitalters der Separation handeln? Kontrolle verlangt nach Kontrolle. Wenn wir also ein Feld mit starken Pestiziden behandeln, brauchen wir gegen die Superunkräuter und Superschädlinge, die dann auftauchen, neue und sogar noch stärkere Dosen von Pestiziden. Und wenn Menschen eingepackt, überwacht, eingeplant, zugewiesen, eingestuft und verpflichtet werden, rebellieren sie auf verschiedenste Art, manchmal irrational oder sogar gewalttätig.“

Eisensteins Buch ist ein Aufruf das Kontrolldenken aufzugeben und Fähigkeit zu entwickeln, die bei weitem das übersteigen, was wir mit Gewalt erreichen können. Es ist eine Einladung zu einem radikal anderen Verständnis von Ursache und Wirkung und daher einer radikal anderen Vorstellung davon, was zweckmäßig ist. „Wenn wir dementsprechend handeln, werden unsere Entscheidungen jenen, die nach dem alten Paradigma handeln, verrückt erscheinen: naiv, unzweckmäßig, unverantwortlich. Und so erscheinen sie auch dem Teil in uns – und ich glaube, er ist in Ihnen genauso lebendig wie in mir – der auch noch in der alten Geschichte lebt. Sie kenne seinen Stimme wahrscheinlich: die kritische, abschätzige, zweifelnde, unterstellende. Sie möchte, dass wir klein bleiben, sicher und geschützt in unseren kleinen Seifenblasen der Kontrolle. Meine Absicht hier ist nicht, Sie zu drängen, gegen diese Stimme anzukämpfen oder sie zu unterdrücken; wenn man sie einfach als das anerkennt, was sie ist, dann beginnt ihre Macht schon zu schwinden…“

Im Grunde ist es ganz einfach

– wir prüfen unsere Werte und entscheiden, ob sie uns weiterhin nützlich sind oder ob wir sie durch neuere Erkenntnisse ersetzen sollten. Unsere bisherige Weltsicht und das, was dabei zweckmäßig erschien, verliert immer schneller an Gültigkeit. Da wir ja die alte Weltansicht verändern wollen, sind wir aufgerufen, unsere veraltete Weltsicht über Bord zu werfen – zumindest dort, wo sie uns nicht mehr dienlich ist. „Ohne das Einfließen neuer Denk- und Seinsweisen, die nicht Teil unserer alten Geschichte sind, werden wir uns in ihr immer wieder verlieren beim Versuch, die gleichen alten Komponenten immer wieder neu zusammensetzen.“

Mutter Natur (oder auch die Evolution) macht es ja auch nicht anders. Sie entwickelt sich ständig weiter, Organismen passen sich veränderten Einflüssen oder Bedürfnissen an. Alles, was sich nicht anpassen kann, stirbt aus. Das haben wir nicht nur bei den Sauriern gesehen. Diesmal aber scheint es uns selber an den Kragen zu gehen. Die Menschheit ist im Begriff sich zu wandeln. Der Neandertaler in uns darf vielleicht nun endlich völlig aussterben, die Wandlung zum Homoiden, die vor so langer Zeit begann ist natürlich längst nicht abgeschlossen. Nur in unserem eigenen größenwahnsinnigen Denken über uns selbst, glauben wir daran, dass unsere Entwicklung abgeschlossen ist. Außer Acht lassen wir dabei viele Hinweise, die das Gegenteil beweisen: warum wir z.B. nur 10% unseres Gehirns nutzen oder das wir erst jetzt langsam Licht in die Milliarden von Funktionen der vermeintlichen „Junk-DNA“ bringen konnten.

Wir hätten gerne eine stabile Welt in der immer alles gleich bleibt, wo es keine gröberen Veränderungen gibt und wir sorglos vor uns hinplätschern können. (Glauben Sie mir, da würde uns bald sehr langweilig!) Ähnlich einem Leben im Mutterleib – dieses Bedürfnis zeigt auch, dass wir eventuell als menschliche Rasse nicht weit von diesem Stadium entfernt sind. Meiner Schätzung nach (und die Basiert auf meiner Beobachtung, wie wir uns alle einander und uns selbst gegenüber verhalten) sind wir etwa 2-4 Jahre alt.

Wir spüren es deutlich, die Welt muss sich ändern

So wie es gerade läuft, kann es nicht mehr weitergehen. Doch diese Erkenntnis alleine bringt uns nicht die Erlösung. Solange wir nicht erkennen, dass die Veränderung IN UNS SELBST beginnt – wir uns SELBER erst einmal ändern sollten, um die Veränderung der Welt zu erfahren, wird sich der Wandle nicht vollziehen! So wie ich Eingangs geschrieben habe, ist es natürlich leichter zu sehen, was mein Partner alles falsch macht, als es bei mir selber zu erkennen. ALLES was Sie an Ihren Mitmenschen stört, hängt mit Ihnen selber zusammen. ALLES. Ändern Sie Ihre Einstellung zu diesem Teil in sich selbst und es wird sie nicht mehr stören, wenn es der andere macht. Solange Sie es nicht als Ihren Teil akzeptieren, werden Sie weiterhin darunter leiden.

À propos Leiden. Thich Nhat Hanh schreibt darüber: „Ein Großteil unseres Leidens hängt von unseren Vorstellungen ab. Immer wenn wir etwas nicht bekommen, was wir haben wollen, sehen wir das als Leiden. Doch manchmal leiden wir sogar noch mehr, wenn wir bekommen, was wir wollten. Weil es nicht das ist, was wir uns vorgestellt haben, oder weil sich dadurch etwas anders in unserem Leben zum Schlechten wandelt. Doch Sie entscheiden, ob Sie leiden möchten oder nicht. Zu leiden ist letztlich optional: Sie wählen, ob Sie leiden oder nicht leiden. Geburten, Alter, Krankheit sind natürliche Ereignisse. Es ist möglich, nicht darunter zu leiden, wenn Sie sich entschieden haben, diese Ereignisse als Teil des Lebens anzunehmen.“ Thich Nhat Hanh schreibt, dass wir tief in das Leid schauen sollen, um dessen Ursache zu erkennen. Indem wir nach der Ursache forschen, beginnen wir auch schon mit der Transformation.

Im Falle des Weltgeschehens folgen wir im Moment noch dem Pfad des Leides. Er führt uns zu Wut, Vorurteilen, Gewalt, Ignoranz und Verzweiflung. Er ist geprägt von falscher Anschauung, falschem Denken, falscher Rede, falschem Handeln, falschem Lebenserwerb, flaschem Bemühen, falscher Achtsamkeit und falscher Konzentration. Wenn wir also verstehen lernen, warum wir diesem Pfad bisher gefolgt sind, können wir auch die andere Seite sehen. Wenn wir erkennen, dass wir unser Leiden selbst erschaffen, sehen wir auch, wie wir es verwandeln können.

Was wir konsumieren, ist Ursache unseres Leids und unserer Freude

Thich Nhat Hanh führt vier Arten der Nahrung und zehn Fesseln die uns binden auf. Eine Auflösung derselben bringt uns weiter in unserer Entwicklung. Als Nahrung sieht er das Essbare – wir mögen achtsam einkaufen, achtsam kochen und ebenso achtsam essen. Als zweite Art der Nahrung sieht er die Sinneseindrücke, denen wir uns aussetzen. Was wir uns im Fernsehen ansehen, welche Bücher wir lesen, welche Radiosender oder Musik wir hören, was wir riechen möchten. Ob etwas gesund oder giftig ist, hängt von den Inhalten ab. Die dritte Art ist das Wollen, die tiefe Sehnsucht, die jeden von uns treibt. Diese Sehnsucht kann ebenso gesund oder vergiftend sein, uns zu Wohlergehen oder Leid führen. Die vierte Art ist das Bewusstsein, das unsere Welt entwirft. Je nachdem in welchem Bewusstsein sich das Umfeld in dem ich lebe sich befindet, wird es mich damit beeinflussen.

Die zehn Fesseln die uns an das Leid binden, beschreibt er wie folgt:

  • die Begierde,
  • die Wut,
  • die Unwissenheit,
  • Komplexe,
  • Zweifel und Argwohn,
  • der Glaube, dass man sein Körper sei,
  • der Glauben, dass es Gegensatzpaare gibt,
  • an Vorstellungen anhaften,
  • Vorstellungen verdrehen und
  • an Riten und Ritualen anhaften

Aufbruch zum Zeitalter der Wiedervereinigung

Charles Eisenstein erkennt, dass das Gefühl der Verbundenheit zwischen den Menschen schon wächst. Er entwickelt Leitgedanken zu der neuen Menschheitsgeschichte:

  • Mein Sein ist Teil von deinem Sein und jenem aller anderen Lebewesen.
  • Daher gilt: Was wir anderen antun, tun wir uns selbst an.
  • Jeder und jede von uns hat der Welt ein einzigartiges und wichtiges Geschenk zu geben.
  • Der Sinn des Lebens ist es, unsere Geschenke zu machen, unser Potenzial zu verwirklichen.
  • Jede Handlung ist bedeutsam und hat eine Auswirkung auf den Kosmos.
  • Wie sind grundsätzlich ungetrennt voneinander, von allen Wesen und vom Universum.
  • Jede Person, der wir begegnen, und jede Erfahrung, die wir machen, spiegelt etwas in uns selbst wieder. Es ist vorgesehen, dass sich die Menschheit vollständig der Gemeinschaft allen Lebens auf Erden anschließt und dass wir die Fähigkeiten, die uns als Menschen eigen sind, dem Wohl und der Entwicklung des Ganzen zur Verfügung stellen.
  • Sinn, Bewusstsein und intelligenz sind nach innen gewendete Eigenschaften der Materie und des Universums.

Eine Lösung für Ordnung kann sein: Gründung geliebter Gemeinschaften

Thich Nhat Hanh schlägt vor, geliebte Gemeinschaften zu gründen. „Das müssen nicht unbedingt buddhistische Gemeinschaften sein. Schon 1966 hatte Martin Luther King die Vision solcher geliebten Gemeinschaften. In diesen Gemeinschaften gibt es Menschen, die durch ihre Art und durch das, was sie können, viele glücklich machen. Manche können gut kochen, andere wieder backen, Gemüse anbauen, Kleidung nähen. Manche verfügen auch über gar keine Begabung, sie sind glücklich damit zu meditieren und achtsam zu gehen; schon alleine dadurch schenken sie anderen Glück. Das gilt für Ihre Familie als Sangha, aber auch für größere Gemeinschaften. Jeder hat seine eigenen Fähigkeiten und Talente. Sie müssen nur Sie selbst sein. Als Sie selbst leisten Sie Ihren Beitrag. Dafür muss Ihre Gesundheit nicht perfekt sein, auch Ihr Geist muss nicht frei von jeder Sorge und Ängstlichkeit sein. Doch dank der Praxis werden Sie zu mehr Frieden und Verstehen gelangen, und dies wirkt sich nährend aus auf Sie, für die Sangha und schließlich auch für die Welt.“

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Buchtipps:

Die schönere Welt, die unser Herz kennt, ist möglich
Charles Eisenstein
Scorpio
ISBN 978-3-943416-76-3
 
Gut sein und was der Einzelne für die Welt tun kann
Und was der Einzelne für die Welt tun kann
Thich Nhat Hanh
O.W.Barth
ISBN 978-3-426-29223-5
 

Bilderverzeichnis

  • Veränderung der Welt: Yurok Aleksandrovich | fotolia

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