Tabuthema Wechseljahre – Warum wir endlich darüber reden sollten

Tabuthema Wechseljahre – Warum wir endlich darüber reden sollten

Gastartikel Gela Löhr, lemondays.de

Jede zehnte europäische Frau steckt gerade in den Wechseljahren.

Allein im deutschsprachigen Raum sind das 10 Millionen Frauen. Trotzdem wird nicht darüber gesprochen.

Das wollen wir ändern.

Mit diesem Artikel und mit LEMONDAYS, dem Wechseljahre-Magazin.

Wir werden mit einem Vorurteil über Hormone aufräumen und auf das Wunderwerk des weiblichen Körpers wie auch dessen schamhafte Geschichte eingehen.

Uns wird die Frage beschäftigen, warum die Wechseljahre gut für uns sind und wieso wir selbst im 21. Jahrhundert nicht offen über Weiblichkeit und die natürlichen Vorgänge in unserem Körper sprechen.

Die Welt der Hormone

Niemand mag sie.

Hormone haben den Ruf, uns immer wieder Probleme zu machen. Das ganze Leben lang bescheren sie uns unangenehme Veränderungen.

Von unerträglichen Stimmungsschwankungen in der Pubertät über Gewichtsveränderungen und Hautprobleme bei Stress bis hin zu Hitzewallungen in den Wechseljahren.

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Aber sind die Hormone wirklich so schlecht wie ihr Image?

Hormone – die unterschätzten Bodyguards

Wussten Sie, dass es mindestens 150 Hormone gibt? So viele sind zumindest bislang entdeckt worden. Und die Wissenschaftler schätzen die Gesamtzahl auf mehr als 1.000 (Quelle: zeit.de)

Hormone haben Einfluss auf Stoffwechsel und Verdauung, helfen bei der täglichen Hauterneuerung und steuern unseren Glückspegel.

Insgesamt balancieren die Hormone immer wieder aus, wenn wir aus dem Gleichgewicht geraten sind.

Allein die Mutter aller weiblichen Hormone, das Östrogen, steuert mehr als 400 Funktionen im weiblichen Körper – beispielsweise in Sachen Haut und Haare, Gelenke und Gedächtnis.

Hormone haben ihren schlechten Ruf völlig zu Unrecht. Sie wollen, dass es uns gut geht, sie beschützen und helfen uns, die Balance wiederzufinden, wenn wir mal aus dem (gesunden) Rhythmus geraten sind.

Sie regenerieren und heilen uns, wenn wir krank sind. Sie geben uns Kraft, wenn wir sie brauchen.

Die Wechseljahre – Zeit der Wandlung

Nüchtern betrachtet sind die Wechseljahre der Wandel von den fruchtbaren Jahren in eine Zeit, in der die Frau nicht mehr für die Fortpflanzung und Arterhaltung zuständig ist.

Die Eierstöcke stellen ihre Funktion ein und damit verändert sich der Hormonspiegel gewaltig.

Hormone wie Östrogen und Progesteron, aber auch FSH und LH werden nicht mehr beziehungsweise in stark veränderten Mengen produziert, da sie nun nicht mehr für die Fortpflanzung benötigt werden.

Über die hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren können Sie ausführlich im Artikel Wie lange dauern die Wechseljahreim Online-Magazin LEMONDAYS lesen.

Unter dem selben Titel finden Sie einen Artikel mit ganzheitlichem Ansatz zu den Wechseljahren auf LEMONDAYS:

Wechseljahre – Zeit der Wandlung aus Sicht der TCM

Hormonchaos pur

Dadurch gerät nahezu der gesamte hormonelle Haushalt der Frau durcheinander und bringt neuartige Erscheinungen wie Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Hitzewallungen.

In einem enormen Kraftakt muss der Frauenkörper nun seinen Hormonkreislauf wieder ins Gleichgewicht bringen, muss ausgleichen und neu modellieren.

„Wie schon mehrfach zuvor im Leben einer Frau vollbringt der weibliche Körper in den Wechseljahren eine wahre Meisterleistung.“ Angela Löhr – Herausgeberin von LEMONDAYS, dem Wechseljahre-Magazin.

Die Energie, die wir seit der Pubertät Monat für Monat für eine mögliche Befruchtung, für unseren Zyklus, aufwenden mussten, wird nun nicht mehr benötigt. Daher baut sich unser Körper um und ermöglicht uns ein Leben ohne diese nun überflüssige Funktion.

Abgesehen davon, dass die meisten Frauen froh darüber sind, sich nicht mehr mit menstruellen Problemen und Verhütung beschäftigen zu müssen, beginnt oftmals mit der Menopause eine ganz neue Phase im Leben der Frau.

Der natürliche Wechsel – wollen wir ihn nicht einfach nüchtern betrachten und angemessen wertschätzen?

Der weibliche Körper in der Geschichte

Viele Jahrhunderte war der weibliche Körper ein großes Mysterium und mit großer Scham belegt.

Im Mittelalter wurden Frauen, die ihre Sinnlichkeit auslebten, als Hexen verbrannt. Drei Jahrhunderte lang tat die Kirche alles, um weibliches Wissen, weibliche Weisheit und vor allem auch weibliche Sinnlichkeit zu vernichten. Denn Frauen, die tief mit ihrem Körper verbunden waren, stellten eine Bedrohung für die religiös geprägten männlichen Herrscher dar.

Noch Ende des 19. Jahrhunderts wurde europäischen Frauen in Anstalten die Gebärmutter entnommen. Nur, um sie ruhig zu stellen.

Und selbst im 20. Jahrhundert war auch in unseren Kulturkreisen Sex überwiegend zur Befriedigung des Mannes da. Die Bedürfnisse der Frau waren unbedeutend und ihr Körper reines Lustobjekt für den Mann. Erst in den 60er Jahren wurde in der westlichen Welt langsam die Wende eingeläutet.

Wussten Sie, dass erst 1997 das Gesetz, welches Vergewaltigungen in der Ehe zur Straftat machte, verabschiedet wurde? Und es wurde bei weitem nicht einstimmig vom deutschen Bundestag angenommen, sondern mit 470 zu 138 Stimmen und 35 Enthaltungen.

Finden Sie es mit dieser Historie wirklich verwunderlich, dass wir uns schwertun, über unseren Körper und seine Veränderungen in verschiedenen Lebensphasen offen zu reden?

Frauen im 21. Jahrhundert

Inzwischen sind wir im 21. Jahrhundert angekommen und immer mehr Frauen rocken die Welt. Bundeskanzlerin Angela Merkel spielt seit Jahren eine bedeutende Rolle in der Weltpolitik und bereits in 23 Ländern sind die Staatsoberhäupter weiblich.

Auch wenn die Frauenquote in den Führungsetagen der deutschen Konzerne noch relativ gering ist, in anderen Ländern sind bereits bis zu 25 Prozent der Führungskräfte weiblich und auch hierzulande stehen Frauen Universitäten vor, sind Bürgermeisterinnen und Koryphäen in Wissenschaft und Forschung.

Wohin man auch schaut, überall übernehmen Frauen selbstbewusst Verantwortung und sind starke Säulen unserer demokratischen, fortschrittlichen Gesellschaft.

Tabuthema Wechseljahre

So stolz, stark und selbstbewusst wie wir heute sind, ist es längst an der Zeit, auch die Tabus um den weiblichen Körper aufzuheben.

Was wäre denn, wenn wir offen über unsere Wechseljahre erzählen würden? Was könnte passieren?

Ich sage es Ihnen: Die Herren der Schöpfung hätten endlich eine Chance, uns zu verstehen. Wir könnten erklären, warum wir uns verändern und wohin dieser ganz natürliche Wandel führen kann. Unsere Ehemänner und Freunde könnten uns viel besser unterstützen, was die meisten wahrscheinlich liebend gern tun würden.

Und wie viele Missverständnisse zwischen Mann und Frau würden wir damit vermeiden! Nur, weil wir offen reden – über unseren weiblichen Körper und unsere Gefühle. Ganz ohne Scham.

Let´s talk about Menopause!

Für eine frische Portion Selbstbewusstsein können Sie sich übrigens auch von einem sehr wertvollen Hormon unterstützen lassen: dem Testosteron. Warum es nicht nur Männern gut tut und wie Sie sich mehr davon holen können, steht im Artikel Testosteron und die Wechseljahre“.

Fazit


Vergessen Sie Jugendwahn und Altersgeschwätz. Es gibt keinen Grund, sich seines Körpers und dessen Veränderungen zu schämen.

Akzeptieren Sie den natürlichen Wandel in den Wechseljahren als allererstes selbst. Schätzen Sie Ihren Körper wert. Er leistet Großes für Sie, seit vielen Jahren. Seien Sie stolz auf Ihr Leben.

Und dann sprechen Sie über all das, was Sie möglicherweise belastet und beschäftigt: mit dem Gynäkologen und Heilpraktiker, mit der Freundin, mit Ihrem Gatten, mit Freunden und Kollegen.

Weil es wichtig ist, die Tabuthemen rund um unsere Weiblichkeit endlich aus der Flüsterzone zu holen. Für uns und unsere Töchter, für unsere Männer und die ganze Gesellschaft.

Angela Loehr LEMONDAYS Chefredakteurin

Gela Löhr, lemondays.de

Gela Löhr ist die Initiatorin, Herausgeberin und Chefredakteurin von LEMONDAYS. Sie will mit diesem Online-Magazin Frauen ab 40 unterstützen, inspirieren und vernetzen. Frisch und rebellisch. Weiblich und positiv. Mit femininer Weisheit für eine bessere Welt.

#Tabuthema #Wechseljahre? Schluss damit!
Tabuthema Wechseljahre? Warum wir darüber reden sollten.
Wechseljahre - Zeit der Wandlung

Bilderverzeichnis

  • Angela Loehr LEMONDAYS Chefredakteurin: lemondays.de
  • Tabuthema Wechseljahre? Schluss damit!: Rainer Sturm | pixelio
  • Tabuthema Wechseljahre? Warum wir darüber reden sollten.: Rainer Sturm | pixelio
  • wechseljahre_zeit-der-wandlung_festivaldersinne-onlinemagazin: Rainer Sturm | pixelio
  • Tabuthema Wechseljahre – Warum wir endlich darüber reden sollten: silviarita | pixabay

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