Initiative Mutterboden für den Schutz unserer Erde.

Stiefkind Boden

Vielen Dank für Ihre Weiterempfehlung:
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von Stephan Hinterkörner u. Birgit Tegtbauer

Der Klimawandel ist Realität. Spätestens
mit der Vorstellung des fünften Sachstandsberichts
des IPCC (Intergovernmental
Panel on Climate Change, Weltklimarat
der Vereinten Nationen) am
2. November 2014 steht unbestreitbar
fest: „Die Erwärmung des Klimasystems ist eindeutig.
Es ist äußerst wahrscheinlich, dass der menschliche
Einfluss die Hauptursache der seit Mitte des 20. Jahrhunderts
beobachteten Erwärmung ist. Die bereits
heute eingetretenen Klimaänderungen haben weitverbreitete
Auswirkungen auf Mensch und Natur.“
Die Hauptursache der zu beobachtenden Erwärmung
seit Mitte des 20. Jahrhunderts liegt laut IPCC
im von Menschen verursachten Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen.
Die Auswirkungen sind
weitgreifend: Ab sofort gesetzte Anpassungsmaßnahmen
können die Höhe der Wahrscheinlichkeit
für schwerwiegende, tiefgreifende und irreversible
Folgen für Menschen, Arten und Ökosysteme in die
Zukunft gerichtet beeinflussen. Sie können deren Eintreten
jedoch nicht mehr verhindern.

BODEN UND KLIMAWANDEL.

Wo anfangen? Am besten
am Grund. Dem Boden. Denn zwischen Boden und
Klima bestehen komplexe Wechselbeziehungen. Klimaänderungen
beeinflussen den Boden, veränderte
Bodenverhältnisse beeinflussen das Klima. Der Boden
ist vom Klimawandel betroffen und Bodenschutz
kann und muss auch Teil der Lösung des Klimaproblems
sein. Doch die Rolle des Bodens im Kontext der
Diskussion zum Klimawandel ist der breiten Öffentlichkeit,
aber auch vielen Entscheidungsträgern, nicht
oder nicht hinreichend bewusst.

Der Boden – in seiner gesündersten und fruchtbarsten Form als Mutterboden
bezeichnet – ist Dreh- und Angelpunkt der
weltweiten Ernährungssicherheit. 99,7 Prozent unserer
Nahrungsmittel kommen direkt aus dem Boden.
Böden bilden also die Grundlage für unsere Ernährung,
sie sind Lebensraum für Bodenlebewesen, sie
filtern Schadstoffe und schützen somit das Grundwasser,
und sie speichern enorme Mengen an Regenwasser
und verhindern Überschwemmungen. Kurz:
Böden sind lebenswichtig und ein Teil unserer Gesundheit.

STIEFKIND BODEN(-BEWUSSTSEIN).

Unter den vorgenannten
Gesichtspunkten sollte es eine Selbstverständlichkeit
sein, die dünne Schicht fruchtbarer
Hülle rund um unseren Globus als schützenswertes
Gut zu betrachten. Die Realität weicht jedoch ab. Das
bestätigen unter anderem jene Autorinnen, die aufgrund
ihrer langjährigen Tätigkeit im Bereich der
Bewusstseinsförderung zum Thema Böden wissen,wovon sie reden. Renate Leitinger vom Amt der Oberösterreichischen
Landesregierung und Monika Tulipan
vom Umweltbundesamt wissen: „Boden ist nach
wie vor ein in der Gesellschaft wenig bekanntes und
geschätztes Umweltmedium. Weder der Bevölkerung
noch den zuständigen Entscheidungsträgern ist die
immer akuter werdende Schutzbedürftigkeit unserer
Böden im erforderlichen Ausmaß bewusst. Flächenverbrauch,
Versiegelung oder Kontamination gefährden
unsere Lebensgrundlage Boden“.
Über die Ursachen warum Böden „Bewusstseinsstiefkinder”
sind, wurde schon viel gerätselt. Erklärungen
lauten etwa: Boden ist Privatbesitz und wird
gehandelt; Boden ist nicht eigentlich sichtbar, riechbar,
schmeckbar; Böden reagieren auf Belastung sehr
langsam; Boden ist gleich Dreck an den Füßen. Bewusstseinsbildung
ist hier dringend nötig, denn sonst
wird auch Bodenschutz kein Thema.

2015 – DAS INTERNATIONALE JAHR DES BODENS.

Am
20. Dezember 2013 hat die Generalversammlung der
Vereinten Nationen (UN) den 5. Dezember als Tag
des Bodens (International Day of Soils) und das Jahr
2015 als Internationales Jahr des Bodens (International
Year of Soils) beschlossen. Eine österreichische
Aktivisten-Plattform hat sich deshalb mit Wissenschaft,
Wirtschaft, NGOs, Massenmedien und Privatpersonen
zusammengeschlossen, um sich gemeinsam für mehr
Bewusstsein zum Thema Boden, Humus und Bodenfruchtbarkeit
einzusetzen.

INITIATIVE MUTTERBODEN.

Die Initiative MUTTERBODEN
zielt darauf ab, mittels Informationsbereitstellung
im Internet über die Homepages www.mutterboden.at,
www.rettetunsereboeden.at, über die Facebook-Seite www.
facebook.comhttp://mutterboden und andere Social-Media-Kanäle
wie Xing das Bewusstsein der Österreicher zu den Themen quantitativer und qualitativer Bodenverlust
zu fördern und Wissen zu diesen Themen zu verbreiten.
Darüber hinaus sollen Einzelpersonen dazu angeregt
werden, ihre persönlichen Aktivitäten zur Förderung
von Bodenqualität einem Publikum zugänglich
zu machen. Die Umsetzung erfolgt über den Verein
„UmweltBewusstSein“. Partner der Initiative können
als Mitglied bzw. unterstützend im Verein tätig werden
und sich durch eigene Initiativen innerhalb ihres
Einflussbereichs beteiligen. Die Einbindung politisch
verantwortlicher Personen verleiht der Initiative Gewicht
und Glaubwürdigkeit. Ergänzend zu den geplanten
Aktivitäten auf digitaler Ebene sollen Aktivitäten
in allen Bundesländern durchgeführt werden.

WIE KÖNNEN WIR GEMEINSAM GEGENSTEUERN?

Ein
Mehr an Wissen über die Zusammenhänge der weltweiten
klimarelevanten Einflussfaktoren im Zusammenhang
mit der Behandlung von Böden bietet
individuelle Handlungsfreiheit. Es gibt keinen Garantieschein,
dass Erhöhung des Bewusstseins zu bodenrelevanten
Themen dazu führen wird, dass eine Wende
hin zu nachhaltiger Bewirtschaftung und Schutz
von Böden führen kann. Aber: „Wenn man nicht damit
beginnt, dann wird es ganz sicherlich so sein, dass
es nichts wird.“ (Harald Welzer, Soziologe und Autor
des Buches „Selbst denken – Eine Anleitung zum Widerstand“).
Im Rahmen der Initiative MUTTERBODEN sollen
jedenfalls Wege und Möglichkeiten aufgezeigt
werden, wie Einzelpersonen, Fachkräfte, Wirtschaft,
Wissenschaft und Verwaltung dazu beitragen können,
dem „Dreck unter unseren Füßen“ jenen Wert zurückzugeben,
den er verdient hat. Denn wir haben dringend
Boden gut zu machen.

Nähere Informationen

MUTTERBODEN, eine Initiative
des Vereins UmweltBewusstSein
T 0664/841 86 04
plattform@mutterboden.at
www.mutterboden.at

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