Mutti baut ab

Vielen Dank für Ihre Weiterempfehlung:
0

 

An Muttis 80. Geburtstag im „Waldruher Hof“ scheint noch alles o. k. zu sein – und nun ist plötzlich alles anders: Traute Schlenz ist zu Hause gestürzt, für Sohn Kester und seine Geschwister beginnt eine Odyssee durch Arztpraxen, Pflegekassen, Krankenhäuser und Altenheime.

Traute Schlenz fühlt sich dort nicht wohl, „da wohnen ja nur alte Leute“. Aber sie kämpft tapfer und in der ihr eigenen raubeinigen Art. Gemeinsam mit ihren Kindern schafft sie es tatsächlich: Nach dem Motto „Fack ju, Pflegeheim!“, kriegt sie mit ihrem Rollator noch einmal die Kurve.

Mit Humor geht alles leichter

Bestsellerautor Kester Schlenz zeigt, dass Humor trotz aller Probleme auch die letzte Lebensphase vereinfacht. Ein ebenso anrührendes wie entwaffnend komisches Buch über das Altwerden der Eltern – und zugleich ein Mutmachbuch für alle Angehörigen.

Schon das Inhaltsverzeichnis liest sich lustig:

  • Muttis sonderbare Dialektik
  • Mutti ist bockig
  • Weg mit dem Scheiß
  • Mutti zieht um
  • Wie Mutti einmal skalpiert wurde
  • Eine Ärztin, die der Himmel schickt

Auszug aus dem Buch

Schon an Muttis erstem Abend im Rosengrund besuchten Gisa und ich sie. Wir klopften, hörten „Herein“, trabten ins Zimmer und erschraken. Auf dem Bett im Raum saß Draculas Großmutter!

„Mein Gott, Mutti, was ist mit dir?“

Meine Mutter hatte keine Zähne mehr im Mund.

Besser gesagt ihre beiden Teilgebisse oben und unten fehlten. Lediglich zwei Metallstifte ragten links und rechts aus ihrem Oberkiefer heraus. Gespenstisch!

Mutti lachte etwas verschämt und hielt sich eine Hand vor den Mund. „Ich sehe Scheiße aus, oder?“

„Eher ein bisschen unheimlich“, antwortete ich.

„Wo hast du die Zähne denn gelassen?“, fragte Gisa ganz pragmatisch.

„Verloren“, antwortete sie. „das untere Gebiss ist ja schon länger weg. Und vorhin im Krankenwagen habe ich eine Nusspraline gegessen und das Ding oben rausgenommen, weil es nach dem Essen weh tat. Und jetzt ist es weg. Einfach weg.“

„Du machst Sachen.“, sagte ich.

Da saß Traute Schlenz auf ihrem Bett, ohne Perücke, ohne Zähne, aber einigermaßen munter und kicherte.

„Aber das Ding muss doch irgendwo sein“, sagte ich. „Bist du sicher, dass du es nicht in der Tasche deines Morgenmantels hast?“

„Ich bin krank, aber nicht bescheuert.“, protestierte meine Mutter. „Das wüsste ich doch, wenn ich sie da reingesteckt hätte. Die Zähne müssen noch im Krankenwagen sein.“

Buchtipp:

Mutti baut ab
Wenn Eltern alt werden
Kester Schlenz
Verlag Mosaik
ISBN 978-3-442-39315-2

Vielen Dank für Ihre Weiterempfehlung:
0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*