Kraftquelle Kochen

von  Eva Laspas

Die Zubereitungsmethoden aller Kulturen zeigen, dass Menschen auf der ganzen Welt schon immer nach Methoden gesucht haben, Nahrungsmittel genießbar und bekömmlich zu machen. Denn viele Lebensmittel sind im ungekochten Zustand für den Organismus einfach giftig.

In grauer Urzeit, als der Mensch das Feuer noch nicht gefunden hatte, lebten wir von allem, was sich roh halbwegs essen ließ. Die damalige Lebenserwartung war nicht nur auf Grund des Klimas entsprechend gering. Durch die „Erfindung“ des Feuers gelangten dann gekochte Nahrungsmittel in unseren Verdauungstrakt, die uns durch ihren gekochten Zustand besser ernähren konnten. Ganze und ungekochte Getreidekörner sind eine Überforderung für Zähne und Magen und führen bei den meisten Menschen über 30 zu Blähungen oder Magendrücken, gegart hingegen machen sie satt und nehmen bei vielen Menschen den sogenannten „Süßhunger“.

Auch heute noch gibt es Kulturen, die hauptsächlich gegarte Speisen zu sich nehmen. Besonders in heißen Ländern unserer Erde wird fast ausschließlich Gegartes gegessen, denn durch den Kochvorgang werden auch krankmachende Bakterien abgetötet. Aber auch in heimischen bäuerlichen Gegenden gab es lange Zeit überwiegend „warme“, also gegarte Kost. Sie macht einfach länger satt und zufrieden.

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Drei Teile des Kochens

Kochen gibt Kraft. Durch die Auswahl der Nahrungsmittel und Kochmethoden lassen sich die „Kräfte“ steuern, man kann es sozusagen „auswählen“, wie viel Energie man „tanken“ möchte. Am Ende des Kochvorgangs steht dann natürlich das Verspeisen, auch da kann man durch die Gestaltung des Esstisches und die Harmonie beim Essen Kraft gewinnen.

Ich persönlich empfehle die „drei“ Teile des Kochens, hier nur ganz kurz beschrieben, die sich natürlich noch weiter verfeinern lassen. So werden die Speisen rund und lebendig, probieren Sie es einmal aus!

Was hat Meditation in der Küche zu suchen?

Meditation ist ein Mittel, zur Ruhe zu kommen. Wer meditiert, gelangt über früher oder später in seine Mitte. Doch meist fehlt die nötige Zeit dazu, sich zurückzuziehen und zur Meditation niederzulassen. Hier hilft, die täglichen Handgriffe bewusst zu tun – also auch das Kochen. Wenn Sie dem Kochen Ihre ganze Aufmerksamkeit widmen, mit all Ihren Sinnen kochen und störende Gedanken ziehen lassen, gelangen Sie in einen Zustand innerer Kraft und Ruhe, eine Energie, die sich auch auf Ihr Essen überträgt.

Das beginnt schon mit dem Waschen der Lebensmittel, wenn die Hände über die Oberfläche des Kochguts streichen, die Unebenheiten wahrnehmen, die Augen die Farbe wahrnehmen, die Nase den Geruch. Durch das Sauberreiben und das Rauschen des Wassers kommen wir zur Ruhe. Hilfreich ist auch, sanfte Musik dabei zu hören.

Auf die Nahrungsmitteln kommt es an

Wichtig beim Kochen sind auch die verwendeten Nahrungsmittel. Ideal der Saison entsprechend und heimisch, damit sie keine allzu lange Reise hinter sich haben und auch lange an der Mutterpflanze reifen durften. Es muss nicht unbedingt BIO sein, wenn nicht praktisch erhältlich oder weil einfach zu teuer, es reichen auch frische Zutaten vom Gärtner. Wen zu Beginn die höheren Kosten abschrecken, der wird spätestens nach einem Monat merken: Das Gemüse ist reichhaltiger, macht schneller satt. Daher brauchen wir weniger, was wir letztendlich an unserem Budget sehen… 😉

Ein Spiel mit der Physik: Zubereitungsmethoden

Jede Zubereitungsmethode hat ihre entsprechende thermische Wirkung auf den Körper. So können wir die Thermik eines Lebensmittels noch zusätzlich nach unserem Bedarf beeinflussen. Wenn wir also recht oft frieren, dann hilft es, wenn wir Getreide vor dem kochen zusätzlich noch (ohne Fett) etwas anrösten. Bei den Zubereitungsmethoden gilt: Die Temperatur, die beim Garungsvorgang erreicht wird, ist die Temperatur, die dann wirksam ist. Rasch Gegartes aus dem Druckkochtopf bringt uns weniger lange Energie als Omamas Hendlsuppe, die 4 Stunden köcheln durfte.

Blanchieren bringt nicht so viel Wärme ins Nahrungsmittel wie kochen, kochen nicht so viel wie braten. Braten nicht so viel wie grillen… und so weiter. Desgleichen ist natürlich auch das Einfrieren von Lebensmitteln thermisch wirksam – die Lebensmittel werden eiskalt, auch wenn sie nachher gekocht werden, bleibt die energetische Botschaft erhalten.

Freude am Kochen

Nehmen Sie sich Zeit für die Zubereitung der Nahrung. Es ist Zeit, die Sie in Ihre Gesundheit investieren. Wenn Sie ohne die nötige Zeit rasch etwas aufwärmen oder „schnitzen“ und dabei in Stress geraten, dann kochen Sie den Stress mit. Das schmeckt man leider. Aus dem gleichen Grund sollte man auch niemals kochen, wenn man ärgerlich oder krank ist. Man kocht die Energien seiner Gefühle sozusagen mit.

Natürlich finden in Zeiten der Mehrfachbelastung wenige Menschen Zeit, frisch Eingekauftes gleich zu kochen und daraufhin zu verspeisen. Allein der Gedanke daran lässt vielen Menschen schon die Haare zu Berge stehen. Ich habe eine Methode entwickelt, wo immer selber Gekochtes bereit steht. Eine Methode, die nicht viel Zeit kostet ja ungeheuer viel Zeit spart und sogar eine Menge Spaß machen kann.

Es ist das „Kochen auf Vorrat“, haltbar gemacht in Einsiedegläsern (Honig-, Marmeladegläser, die man in fast jedem Haushalt findet oder die sogenannten Rex-Gläser), aufgewärmt im Wasserbad, in der Pfanne oder im Topf. So kocht man je nach Wunsch und Fassungsvermögen an Töpfen, Saucen, Eintöpfe, Gemüse und Fleisch vor und bereitet sich seine eigenen „Gläser“, die im Kühlschrank viele Wochen halten.

Gemeinsam mit Partner oder Freundinnen kann man sich alle paar Wochen einen lustigen Tag machen, an dessen Ende jeder mit einer Menge „Frischgekochtem“ nach Hause geht.

Das Wichtigste bei all dem ist nämlich die Freude am Tun. Gerade darauf kommt es an. Auf die Lust und die Liebe beim Kochen. Denn Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen.

 

 

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