Darmgesundheit in neuem Licht

Darmgesundheit

 

Dass unsere Gesundheit im Darm liegt, haben wir schon oftmals gehört. Zahlreiche Produkte kennen wir aus der Werbung, die uns weismachen möchten, dass wir diese nur zu nehmen hätten, und schon wäre alles wieder gut im Darm. Als ich noch in der Apotheke arbeitete, waren die Produkte, die am häufigsten verkauft wurden, Abführmittel.

Wie kommt es, dass ein so großer Anteil der Bevölkerung Probleme mit dem Darm hat? Ist es die mangelnde Bewegung? Unser Lebensstil?

Die falsche Ernährung? Umweltfaktoren? Ja, es ist eine Mischung aus allen diesen Faktoren. Und dazu kommt dann noch die eigene Disposition, also unser persönlicher „Schwachpunkt“ (vererbt). Und wie immer im Leben ist es bei jedem von uns ein anderer Auslöser, ein anderer Umstand und daher bei jedem von uns ein anderer Weg zur Darmgesundheit.

Durchfall oder Verstopfung?

In der fernöstlichen Traditionellen Chinesischen Medizin kennt man hundert Gründe, warum jemand Verstopfung haben kann und dieselben hundert Gründe, auf die ein anderer Durchfall bekommt. So einfach ist das also nicht. Darum wird in der TCM auch der gesamte Körper, die gesamten Funktionen angeschaut, denn im Grunde beginnt alles, was man an gesundheitlichen Problemen hat, mit dem „ersten fallenden Dominostein“.

Westlich gesehen wird da nicht so genau geschaut, ein Mittel gegen Durchfall ist rasch verschrieben und eingenommen, dabei hätte eventuell schon gereicht, das tägliche Yoghurt zu vermeiden. Um den Darm wieder in Bewegung zu bringen ist rasch ein anderes Mittelchen zu Hand, auch hier hätte eventuell genügt, die tägliche Schokolade zu meiden…

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​Früher wurde gefastet, heute ist „Detoxing“ angesagt. Das Ziel ist das Gleiche: reine Haut, glänzendes Haar, ein strafferes Hautgefühl, Revitalisierung und endlich wieder mehr Power!

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So ist auch unser Bild geprägt: Krankheiten entstehen im Außen, ich habe mich irgendwo angesteckt, irgendwo etwas eingefangen. Doch tatsächlich kommt jedes Übel zu allererst aus mir selber. Diverse Krankheitserreger können nur wirken, wenn ich emotional länger im Ungleichgewicht bin, z. B. übermäßigem Stress ausgesetzt bin, lange Trauerphasen durchleide oder mich in irgendeinem Bereich im Leben nicht entfalten kann und „vor Wut brenne“.

Als nächste Möglichkeit macht uns die dauerhaft unverträgliche (ich verwende bewusst nicht das Wort „falsch“). Ernährung krank. Und hier kommt schon die nächste Schwierigkeit: Für jeden von uns ist etwas anderes unverträglich und macht uns daher krank. Wenn jemand eine Unverträglichkeit auf Karotten hat, dann macht ihn die „gesunde“ Karotte einfach krank. Er tut gut daran, sie zu meiden.

Haben wir dann unsere Körper mit dauerhaften Emotionen und dauerhaft unverträglicher Ernährung geschwächt, dann haben natürlich die Krankheitserreger kein Problem mehr, die Körperabwehr zu durchbrechen. Hier setzt dann unser Weltbild ein – wir wurden krank, weil wir uns etwas „eingefangen“ haben. Die ganze Story davor blenden wir einfach aus.

Darmbakterien als Schlüssel zur Gesundheit

Dr. Anne Katharina Zschocke schreibt in ihrem Buch: „Die Bedeutung der Bakterien für unsere Gesundheit ist größer, als man bis vor Kurzem glaubt. Nicht nur unsere Verdauung, Immunität und unser Vitaminhaushalt, sogar unsere gesamte persönliche Entwicklung, unsere Gefühle und unser Verhalten hängen von ihnen ab.“

Langsam sickern also auch in unsere Wissenschaft die Erkenntnisse der jahrtausendalten fernöstlichen Gesundheitslehre. Hier wird jedem Organ im Körper eine Emotion zugeordnet. Ist das Organ im Ungleichgewicht, so sind wir dann auch emotional im Ungleichgewicht. Und umgekehrt.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, können Sie in meinen beiden Büchern „Ernaehrung nach den 5 Elementen: – Einsteiger und Ernaehrung nach den 5 Elementen fuer Einsteiger: Weitere Theman A-Z viel Stoff über diverse Zusammenhänge lesen, und zwar so einfach beschrieben, dass Sie die Dinge tatsächlich „Be-greifen“ werden können.

Aber zurück zum Buch von Frau Dr. Zschocke. Hier geht es um die neuesten Erkenntnisse aus der Mikroben-Forschung. Übertriebene Hygiene, Antibiotika oder falsche Ernährung (!) können die Anzahl der Bakterien erheblich reduzieren und das Miteinander im Darm gravierend behindern. Durch dieses Durcheinander wirkt sich auf Ihre Darmgesundheit aus: Allergien, Diabetes, Reizdarm, Übergewicht und sogar psychische Störungen wie ADHS, Depressionen, Autismus oder aber auch Alzheimer  können entstehen.

Als mikrobielle Revolution nimmt sie die Entdeckung des Mikrobioms. Aber was ist das Mikrobiom?
Mikrobiom ist das neue Wort für Bakterienflora. Dass in unserem Darm eine Menge nützlicher Bakterien lebt, die unsere Verdauung unterstützen, ist schon lange bekannt. Was aber jetzt an neuem Wissen dazugekommen ist folgendes: „Bakterien sind lernfähig und finden sich bei ständigem Austausch zu optimalen Lebensgemeinschaften zusammen. Und da dies so ist, können wir von allen Bakterien in unserem Körper als einem Gemeinschaftsorgan sprechen.

Diese Verständigung findet nicht nur untereinander, sondern auch in Beziehung zu unseren Körperzellen statt. Unser Darmepithel – wie auch andere Zellen stehen in lebhaften Kontakt mit den Bakterien und nehmen ihre Signale wahr. Menschliche Hormone wie Adrenalin, Insulin oder gar der Neurotransmitter Norepinephrin gelten als Botenstoffe dieser Kommunikation. Einzeller und Einzelzellen unseres Körpers leben also in beständigem Dialog miteinander. Diese neue Erkenntnis stellt unser gültiges Menschenbild ziemlich auf den Kopf.“

Wobei ich nicht sagen könnte, dass mir das Gedankengut fremd ist. „Alles ist Qi oder wir sind alle eins“ ist schon eine Erkenntnis, die nicht nur im alten China bereits erkannt worden war. Zahlreiche Kulturen, die ausgestorben sind oder im Aussterben begriffen sind (Indianer, Aborigines, etc.) haben auch mit dem Weltbild gelebt, dass wir miteinander verwoben sind. Nur wir hier dachten immer falsch…

„Hielten wir uns doch für eigenständige Wesen, die weitgehend unabhängig sind von der Umwelt in unserer weltlichen Umgebung leben, müssen wir nun feststellen, dass wir in Wirklichkeit ein lebendiger Teil eines Großen Ganzen sind: Nämlich innig verwoben mit der universellen mikrobiellen Welt.“ Und nun wirft die Autorin weitere Fragen auf: „Sind wir überhaupt Herr unser selbst? Bestimmt unser Geist über die Bakterienbesiedelung?

Oder bestimmen beide gemeinsam über unser Leben in dem Maße, wie sie gesund zusammenwirken?“ Die Antworten finden Sie im Buch „Darmbakterien als Schlüssel zur Gesundheit: Neueste Erkenntnisse aus der Mikrobiom-Forschung“.

Ja, das ist die große Frage – und noch eine fällt mir dabei ein: „Ist das überhaupt „unser Leben“? Oder lebt da etwas vor sich hin (als der Körper, den ich nutze) und ich bin sowieso etwas ganz anderes?

Die Lösung für Ihre Darmgesundheit?

Wie aber können wir ein Ungleichgewicht nun heilen? Tatsache ist – die Wissenschaft weiß es nicht! Denn allein die Analyse eines einzigen Mikrobioms bietet unüberschaubare Informationen. Die Wissenschaftler hängen in der Luft. Doch der Darm selber zeigt, was wir für ein gesundes Mikrobiom brauchen. Da wäre unter anderem, dass er viele Bakterienstämme braucht, je weniger vorhanden sind, desto schlechter geht es ihm.

Oder dass wir wissen, dass sich die Bakterien abhängig von der Nahrungszufuhr vermehren oder dass sie sich durch Fettsäuren ernähren. Fassen wir alle Erkenntnisse zusammen (Sie finden im Buch die ganze Liste), dann erkennen wir, was ein Mikrobiom braucht:

• Eine artgerechte Ernährung
• Eine gesunde Lebensführung
• Eine Zufuhr lebensfördernder Bakterien.

Daraus ergibt sich:

Die Nahrung sollte so frisch wie möglich sein, giftfrei, möglichst naturnahe angebaut werden, und das Essen sollte so frisch wie möglich zubereitet, genossen werden. Zusätzlich braucht es Ballaststoffe und frische Gewürze, und das Lebensmittel solle möglichst nicht zu steril sein, da über das Essen weitere wichtige Bakterien hereinkommen. Auch der Lebensrhythmus (Tageszeiten, Jahreszeiten, Schlafzeiten einhalten) spielt eine entscheidende Rolle, ebenso unser Gedankengut, das wir so hegen und pflegen (giftige Gedanken).

Weitere erhellende Gedanken und wissenschaftliche Belege finden Sie im Buch, es ist die Ausgabe allemal wert. Einen Satz zum Schluss möchte ich Ihnen noch zitieren: „Dass Bakterien heilen können, ist jetzt also klar, doch wie man dies im einzelnen therapeutisch praktiziert, ist weiterhin Thema wissenschaftliche Auseinandersetzung.“

Eventuell können wir ja Hilfe in den alten Kulturen finden, wie z. B. TCM – da wusste man zwar nichts über das Mikrobium per se, jedoch alles über die artgerechte Ernährung, gesunde Lebensführung und Zufuhr lebensfördernder Pflanzen (Bakterien).

Buchtipp:

Darmbakterien als Schlüssel zur Gesundheit: Neueste Erkenntnisse aus der Mikrobiom-Forschung
v. Dr. Anne Katharina Zschocke
Verlag Knaur
ISBN978-3-426-65753-9

führt den/die LeserIn in einfacher und beschaulicher Sprache in die Welt der “5 Elemente” ein.
„ Ernährung nach dem 5 Elementen fürNeueinsteiger, Band 2, 1. Auflage“- Schwerpunkt auf das Tao
Nun endlich – dank der neuesten Technik – können Sie einen weiteren Band an interessanten Themen lesen – ideal als Ergänzung zum “Dazulesen” Band 1. Man kann es aber auch ohne Band 1 gelesen zu haben (oder als Nachschlagewerk dabei zu haben) und davon profitieren!
Freiheit für Körper, Geist und Seele
Alexandra Stross
ISBN 978-1523301942

Bilderverzeichnis

  • Darmgesundheit: Stefan Körber | fotolia

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