Achtsamkeit im Umgang mit Lebensmitteln und unserem Essen.

Achtsamkeit beim Essen aus Sicht der TCM

Vielen Dank für Ihre Weiterempfehlung:
3

Heute möchte ich Ihnen ein ganz wunderbares Buch von einer TCM-Kollegin vorstellen. Es ist „Das kleine Buch vom achtsamen Essen“ und gibt uns ein 7-Tage-Programm an die Hand, mit Übungen und Rezepten, damit wir einen entspannten Umgang mit unserem Essen erlernen können.

 

Warum ist Achtsamkeit beim Essen wichtig?

Gute und achtsame Ernährung macht uns gesund und glücklich. Das gilt für alle Menschen, nicht nur für die, die Übergewichtig sind. Wir alle stärken unsere „Mitte“, indem wir Zubereitung und Essen achtsam und bewusst genießen.

Meine Klientinnen aus der TCM-Ernährungsberatung fühlen sich allesamt überfordert mit all den unterschiedlichen Ernährungsformen, die wöchentlich unsere Zeitschriften füllen. Zu viel Wissen füllt uns den Kopf, so können wir gar nicht mehr „hören“ was uns unser Körper sagen möchte.

Wenn wir uns aber achtsam mit uns selber und unserer Ernährung auseinander setzten, dann werden wir bemerken, dass unser Körper wieder mit uns spricht. Letztendlich kommen wir dann auch in einen Zustand, wo wir nicht mehr so unschlüssig sind, was uns denn nun guttut, was wir essen sollen.

In meiner Praxis der TCM-Ernährungsberatung geht es mir darum, Menschen eine Methode an die Hand zu geben, bei der sie lernen, auf ihre eigenen individuellen Bedürfnisse acht zu geben. Als Kinder mussten wir noch genau, was wir gerade brauchten oder was wir nicht wollten. Aber über die Jahre ging dieses Gefühl dafür verloren. Diese Bedürfnisse gilt es wieder wahrnehmen zu lernen. Wenn Sie hier tiefer in die Materie einsteigen möchten, dann können Sie das mit meinen TCM-Büchern schaffen, sie sind auf Anregung meiner Klientinnen entstanden, die einen einfachen Leitfaden wollten. Hier geht es zu meinen Büchern.

Zuerst schauen wir in unserem Körper hinein, beobachten, wie er auf welche Speisen und Nahrungsmittel reagiert. Nach einiger Zeit können wir dann schon die Wirkung der Nahrungsmittel spüren, die wir gegessen haben. Nach noch weiterer Zeit gelingt es, genau diese Nahrungsmittel zu finden, die wir gerade brauchen. Das ist Achtsamkeit uns selbst gegenüber.

In Dr. Antonie Danz Buch vom achtsameren Essen geht es nicht um das Abnehmen, sondern um Achtsamkeit dem Essen gegenüber. Sie schreibt: „Wir können Achtsamkeit wieder entdecken und unser Leben damit bereichern. Glücksgefühle, wie Freude und Zufriedenheit, sind dann auch rund ums Essen und Kochen alltäglich erfahrbar. Achtsamkeit, neue Genüsse und hilfreiche Erkenntnisse beim Lesen, einüben, Kochen und Essen wünsche ich Ihnen einen guten Appetit auf das Leben!“

 

Was unser Magen für uns tut

Die TCM sieht Magen und die Milz als unser „Erdelement“. Beide „Organsysteme“ nehmen nicht nur unsere Nahrung auf, sondern auch alle Informationen, die jeden Tag auf uns einströmen. Hier werden also auch alle Nachrichten aus dem Fernsehen, dem Radio oder der Zeitung aufgenommen und verdaut.

Sie haben sicher schon einmal bemerkt, dass Sie nach einem besonders schweren Film oder schlechten Nachrichten, die Sie im Radio gehört und im Fernsehen gesehen haben, besonders schlecht schlafen. Es kann auch sein, dass Sie am nächsten Tag in der Früh noch nicht richtig Hunger haben, weil Ihnen diese Nachrichten immer noch „im Magen liegen“ und Sie daher belasten.

Dr. Antonie Danz schreibt darüber in ihrem Büchlein:

Zu viel Information schwächt

„Nicht zuletzt zu viele und vor allem unnötig Informationen schwächen das Erdelement. Das erklärt sich dadurch, dass die Organe in der chinesischen Medizin nicht nur auf der rein körperlichen Ebene in ihrer Funktion erforscht wurden und betrachtet werden. Auch die mentalen und emotionalen Bereiche werden berücksichtigt. So gesehen sind Organe wie Magen und Milz nicht nur für die Verdauung von Nahrung zuständig. Sie sorgen auch für die Trennung und Umwandlung aller nicht materiellen Dinge, die wir aufnehmen.

Alles, was wir an Eindrücken hören, sehen, fühlen, riechen und schmecken, muss also verarbeitet –verdaut – werden. Egal, welche Form der Information, ob materieller oder immaterieller Natur, alles muss verstoffwechselt werden.“

 

Achtsamkeit beim Essen kann heilsam sein

Die Achtsamkeitspraxis ist eine Praxis die in Zuge der Meditation, Yoga, TCM usw. aus dem Osten zu uns gekommen ist, geht es darum, das Leben immer mehr im Jetzt wahrzunehmen, um die Beschleunigung, wie wir alle erfahren, auszubremsen. Unser Leben läuft so schnell dahin, Tag für Tag, Woche für Woche sind gleich, uns fällt kaum mehr auf, wie die Jahreszeiten vergehen.

Kaum begonnen schon zerronnen. Die einzige Möglichkeit, aus diesem immer schneller werdenden Strudel herauszukommen ist, dass wir uns besinnen und uns zentrieren, d.h. die Achtsamkeit des Augenblickes genießen. Wenn wir uns auf den Augenblick besinnen, auf das JETZT, und die Tätigkeit die wir gerade ausüben, bewusst ausüben, dann gelingt es uns auch subjektiv eine längere Zeitspanne daraus zu erzeugen. Wenn Sie Tätigkeiten in Achtsamkeit ausüben, dann werden Sie entdecken, dass der Tag wieder länger ist und Sie subjektiv wieder mehr vom Leben haben.

Achtsamkeit gehört zu allen Tätigkeiten rund ums Essen. So ist es fein, wenn wir auch achtsam einkaufen. Wenn wir die Sinneseindrücke auf dem Markt genießen können. Des „Essen“ beginnt also schon mit einem Einkauf. Wir achten auf möglichst frisches Gemüse, auf frisches Fleisch, auf frische Zutaten, auf naturbelassene Zutaten, wir meiden denaturierte (Fertig-) Nahrungsmittel. Nach dem Einkaufen gibt es einen achtsamen Umgang mit den Lebensmitteln, wir waschen sie liebevoll, wir kochen intuitiv, und das führt dazu, dass wir bei Tisch unserem Essen achtsamer genießen.

Kaum einer schätzt mehr, das Essen, das hier zubereitet wurde, in 20 Minuten (wenn überhaupt). Hinuntergeschlungen wird, was zuvor 1 Stunde zuzubereiten gedauert hat. In vielen Familien wird das Essen auch während des Fernsehens zu sich genommen, alleine liest man vielleicht ein Buch oder eine Zeitschrift beim Essen. All das sind Formen der Unachtsamkeit in der Nahrungsaufnahme.

Dr. Antonie Danz bietet in ihrem Büchlein eine Menge Übungen an, die uns helfen uns auf einen achtsameren Umgang mit dem Essen zu gewöhnen, bzw. uns bewusst machen, was alles mit der Nahrungsaufnahme zu tun hat und dass die Art und Weise wie ich etwas aufnehme auch Wirkung auf meinen Gefühlszustand hat. Ich möchte Ihnen hier eine Übung aus dem Buch notieren:

 

Übung für mehr Achtsamkeit beim Essen:

Das gelungene Essen

Dauer: etwa 5 Minuten

Stellen Sie sich vor dem Frühstück (oder einer anderen Mahlzeit, wo Sie ausreichen Zeit haben) für etwa 5 Minuten folgende Fragen und beantworten Sie diese, immer mit Blick auf Ihr Frühstück, ganz entspannt und gelassen. Strengen Sie sich dabei nicht an, und falls Ihnen zu einer Frage spontan nichts einfallen sollte, gehen Sie zur nächsten Frage über. Möglicherweise denken Sie in diesen 5 Minuten auch nur über eine einzige Frage nach und an einem anderen Tag über eine andere, ganz wie es Ihnen entspricht.

Die Fragen:

  • Worauf möchte ich beim Essen heute im Besonderen achten?
  • Worüber freue ich mich am Essen heute besonders?
  • Was wertschätze ich am Essen heute im Besonderen?

 

Nach den 5 Minuten nehmen Sie Ihre Körperhaltung war. Wie fühlen Sie sich in Ihrem Körper?

Dann essen Sie Ihr Frühstück und achten auf das, worauf Sie achten wollten. Freuen Sie sich über das, worüber Sie sich freuen wollten, und wertschätzen Sie, was Sie wertschätzen wollten.

 

Anker für inneres Gleichgewicht

Dr. Antonie Danz rät uns auch, dass wir uns neben all den Maßnahmen, die wir in Verlauf dieses 7 Tage-Programms erlernen, gezielt Anker setzen, um in kurzer Zeit eine schöne und förderliche Atmosphäre zu schaffen.

Anker sind Informationsträger, durch die Gefühle und Reaktionen ausgelöst werden. Wir sehen, riechen, schmecken, fühlen oder hören etwas und reagieren automatisch mit bestimmten Gefühlen oder Handlungen darauf. So ist zum Beispiel die Pinnwand in der Küche mit unserer To-Do-Notizen ein eher negativer Anker. Wenn unser Blick während des Essens darauf fällt, erinnern wir uns, was noch alles zu erledigen ist.

D.h. es gibt eine ganze Reihe von Dingen in unserer Küche oder im Esszimmer, die die Atmosphäre beeinflussen und bestimmte Gefühle in uns hervorrufen. Es lohnt sich daher gerade in diesem Bereich (aber auch auf dem Arbeitsplatz, im Schlafzimmer, etc.), genau darauf zu achten, welche Dinge dort negative Gefühle in uns auslösen. Im Gegenzug können wir natürlich dann bewusst genau dort neue Anker setzen, die positive Gefühle auslösen.

“Das könnten beispielsweise Blumen auf dem Esstisch oder eine Kerze sein. Auch ein Foto aus dem Urlaub, in dem das Essen besonders schmackhaft war.“

Diese Maßnahmen, negative Anker zu eliminieren und neue, positive gezielt im Koch- und Essbereich zu installieren, hilft Ihnen auf einfache Weise, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen.

 

Jeder von uns reagiert individuell unterschiedlich auf die jeweiligen Sinneseindrücke und bevorzugt den einen oder anderen Sinneskanal. Es kann also durchaus sinnvoll sein, verschiedenen Typen von Ankern zu setzen.

Also, setzen Sie es heute gleich um und achten Sie auf positive Anker in Ihrer Umgebung!

 

Buchtipp:

Das kleine Buch vom achtsamen Essen: Mit 7-Tage-Programm, Übungen und Rezepten
Antoine Danz
Verlag Knaur
ISBN 978-3-426-87704-3

 

Meine TCM-Buchempfehlungen und meine eigenen TCM-Bücher lesen Sie bitte in meinem TCM-Buchshop.

Kontakt:

Eva Laspas,
TCM-Ernährungsberatung,
Wien: 01/ 2807627
www.laspas.at

———————-

Liebe Leserin, lieber Leser,
hat Ihnen der Artikel geholfen? Dann freue ich mich über ein Honorar für die erbrachte Leistung.
Herzlichen Dank!


Mein Dankeschön für diesen Artikel


 

 


Vielen Dank für Ihre Weiterempfehlung:
3

  • Achtsamkeit beim Essen.: Yuri Arcurs | fotolia

One Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*